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Huawei-KomponentenBritische Regierung will bei 5G-Verstössen büssen

Die Nutzung von Huawei-Technologie beim Ausbau des 5G-Netzes ist in Grossbritannien verboten. Wer gegen diese Regelung verstösst, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen.

Die britische Regierung will jene Firmen büssen, die trotz Verbot Komponenten des chinesischen Anbieters Huawei bei der 5G-Telekom-Infrastruktur einsetzen. (Archivbild)
Die britische Regierung will jene Firmen büssen, die trotz Verbot Komponenten des chinesischen Anbieters Huawei bei der 5G-Telekom-Infrastruktur einsetzen. (Archivbild)
Keystone/Mark Schiefelbein

Die britische Regierung will nach dem Ausschluss des chinesischen Anbieters Huawei beim Ausbau des 5G-Netzes Verstösse gegen das Verbot mit einer Geldstrafe ahnden.

«Die neue Gesetzesvorlage ist eines der härtesten Telekommunikations-Sicherheitsgesetze der Welt und ermöglicht Grossbritannien, die zum Schutz unserer Netze erforderlichen Massnahmen zu ergreifen», sagte der Minister für Digitalisierung, Oliver Dowden, am Dienstag.

Demnach müssen Anbieter mit einer Strafe von bis zu 10 Prozent des Umsatzes oder rund 113'000 Euro pro Tag rechnen, wenn sie Huawei-Komponenten zum Netzausbau verwenden. Die Regierung in London erklärte, die strengeren Sicherheitsstandards würden auch dazu beitragen, Grossbritannien vor möglichen Cyberangriffen zu schützen.

USA sieht in Huawei ein Sicherheitsrisiko

Huawei zeigte sich über den Schritt der Regierung in London enttäuscht. «Diese Entscheidung ist politisch motiviert und basiert nicht auf einer fairen Bewertung der Risiken», sagte Vizepräsident Victor Zhang. Das Verbot schiebe Grossbritannien auf dem Weg in die Digitalisierung auf die «langsame Spur».

Grossbritannien hatte als erstes Land in Europa Huawei-Technologie ab 2027 aus seinem 5G-Netz verbannt. Die USA schätzt Huawei als Sicherheitsrisiko ein. Sie vermutet, dass Kundendaten zur Spionage eingesetzt werden.

Das private chinesische Unternehmen hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Zuletzt untersagte auch Schweden die Nutzung von Huawei-Technologie in seinem Land und schloss die Gesellschaft beim Aufbau seines 5G-Netzes aus.

SDA/chk

3 Kommentare
    Hansueli Stettler

    Huawei als "private Firma" zu bezeichnen ist vermutlich vorsätzliche Täuschung. In China haben nur Firmen unter der direkten oder allenfalls indirekten Kontrolle des ZK der Kommunistischen Partei eine Überlebenschance. Kürzlich wurden gemäss gemäss heise.de auch in den Huawei-5G-Anlagen und -Steuerprogrammen sogenannte back-doors entdeckt... das sind Kanäle, über die Daten synchron gesplittet und abgesogen / weitergeleitet werden.

    Wir kennen das sonst vor allem von den gloriosen Crypto-Geräten, die dem amerikanischen Geheimdienst gehörten und zulieferten. Hierzulande ist mit der beabsichtigen Verbreitung von 5G-Sendern (entsprechend extrem häufigen Kontrollpunkten in totalitären Systemen) aber eine disruptive Verbreitung von solchen Datenlecks vorhanden.

    Die Naivität und / oder Betriebsblindheit unseres "Geheim"-Dienstes des Bundes ist umfassend, sie hat ihr Gegenstück selbstverständlich auch in der Naivität der meisten unserer Parlamentarier und Bundesräte.