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BrasilienUmweltministerium stoppt Kampf gegen Amazonas-Abholzung

Das brasilianische Umweltministerium stellt ab Montag die Einsätze gegen illegale Rodungen im Amazonas-Gebiet ein. Grund sollen von Jair Bolsonaro blockierte Regierungsgelder sein.

Die Wälder im Amazonas-Gebiet werden immer stärker dezimiert – auch durch Brände.
Die Wälder im Amazonas-Gebiet werden immer stärker dezimiert – auch durch Brände.
KEYSTONE

Brasiliens Umweltministerium stellt wegen ausbleibender Regierungsgelder ab Montag alle Einsätze im Kampf gegen illegale Rodungen im Amazonas-Gebiet ein. Grund sei eine Entscheidung des Bundeshaushaltssekretariats SOF, für den Einsatz bestimmte Gelder in Höhe von umgerechnet rund neun Millionen Euro zu blockieren, teilte das Ministerium am Freitag mit. Die Anordnung dafür sei aus dem Büro des Stabschefs des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro gekommen. Vom Büro des Stabschefs lag dazu zunächst keine Stellungnahme vor.

Unter Bolsonaros Ägide hat die Abholzung des grössten Regenwaldes der Erde drastisch zugenommen, obwohl Umweltschützer und auch internationale Investoren einen stärkeren Schutz des Amazonas-Gebiets fordern. Zuletzt schlossen sich auch zahlreiche brasilianische Unternehmen der Forderung nach einem Ende des Abholzens an. Bolsonaro stellt allerdings eine stärkere wirtschaftliche Nutzung über den Naturschutz und forciert den Ausbau von Bergbau und Landwirtschaft in der Region.

Reuters

17 Kommentare
    Doris Ammann

    Doch, wir hätten es sehr wohl in der Hand. Jede(r) weiss, dass Bolsonaro nur auf wirtschaftlichen Druck reagiert. Wir Konsumenten haben keine Ahnung wie gross unsere Macht ist/wäre: z. Beispiel, Grossverteiler und FleischImporteure zum Boykott von Ware aus Brasilien aufrufen, (Deutschland hat schon einige dafür gewonnen und bohrt jetzt bei Edeka!), das SECO an der Unterzeichnung des Mercosur Abkommens hindern. Und weniger Fleisch essen - schon gar kein Importfleisch!

    Oder einmal mehr Brecht? „Erst kommt das Fressen...“