Zum Hauptinhalt springen

YB vor Partie gegen TiranaBloss kein ungemütlicher Herbst

Das Erreichen der Gruppenphase der Europa League ist bei den Young Boys fest eingeplant. Das Scheitern gegen Tirana würde YB vor Probleme stellen.

Das Verpassen der Europa League würde nicht nur das Gedränge im YB-Kader erhöhen und Trainer Gerardo Seoane vor Schwierigkeiten stellen.
Das Verpassen der Europa League würde nicht nur das Gedränge im YB-Kader erhöhen und Trainer Gerardo Seoane vor Schwierigkeiten stellen.
Foto: Keystone

Die Maske zieht er runter, die Scheuklappen hoch. Ob Gerardo Seoane zur Bedeutung der Partie befragt wird oder zum Umstand, dass bei Europacup-Partien gar keine Zuschauer zugelassen sind, der YB-Trainer kommt immer wieder auf das Geschehen auf dem Platz zu sprechen. Einmal sagt er: «Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Aber wir wollen uns nicht darauf fokussieren, sondern auf unsere Leistung.»

Es ist Mittwoch, der Tag vor dem Playoff zur Europa League gegen den KF Tirana. Eine Partie, in der die Young Boys viel verlieren können, weil sie daheim gegen den albanischen Meister deutlich favorisiert sind und der Einzug in die Gruppenphase fest eingeplant ist.

Doch darüber möchte Seoane bei der Medienkonferenz nicht sprechen. Lieber redet er etwa davon, dass er mit der Darbietung seines Teams am Samstag beim 0:0 in Sitten zufrieden gewesen sei. «Wir haben unsere Ideen sehr gut umgesetzt. Wir wollen solidarisch und aggressiv spielen.» Und er fügt an, gelinge das erneut, werde dies Tirana vor Probleme stellen. Seoane wird stolz sein, als der neben ihm sitzende Mittelfeldspieler Vincent Sierro auf die Frage nach dem Alles-oder-nichts-Charakter des Spiels gegen Tirana etwas ausholt, um dann doch zu bemerken, es sei eine normale Partie.

Doch das ist sie nicht: Ein Scheitern würde nicht nur das Verfehlen eines Saisonziels und wegfallende Einnahmen von mindestens 5 Millionen Franken bedeuten, sondern die sportliche Führung auch vor Probleme stellen. Das YB-Kader ist auf die Mehrbelastung im Europacup ausgerichtet und dementsprechend breit, das Verpassen der Europa League würde die Einsatzchancen einiger Spieler minimieren und die Unzufriedenheit erhöhen. Ein ungemütlicher Herbst könnte drohen. Schon jetzt tun sich die Young Boys schwer, Abnehmer für jene zu finden, die in ihrer Planung keine Rolle spielen.

Tirana ohne Spielpraxis

Ganz anders ist die Gefühlslage beim albanischen Gegner: Das Weiterkommen in Bern käme der erstmaligen Qualifikation für die Gruppenphase gleich. Einem riesigen Erfolg.

Die schon so grosse Aufgabe wird für Tirana durch die fehlende Spielpraxis erschwert. Die heimische Liga hat den Betrieb noch nicht aufgenommen, seine letzte Partie bestritt der 25-fache albanische Meister vor einem Monat im Supercup gegen Teuta. Davor hatte der Club in der Qualifikation zur Champions League Dinamo Tiflis besiegt und war dann Roter Stern Belgrad knapp unterlegen.

Der Erfolg gegen die Georgier wurde zuletzt allerdings relativiert: Die Färinger von Klaksvik, im August gegen YB gescheitert, besiegten Dinamo vor einer Woche 6:1.

1 Kommentar
    Stefan Leu

    Sehr interessant, dass Nsame hier als Spieler bezeichnet wird, der 'in YBs Planung keine Rolle spielt', wurde auch schon früher als 'Europäisch bloss ein gewöhnlicher Spieler'verunglimpft, man sei sich bewusst dass der letzte Meistertitel einzig und allein auf Nsame's Konto geht (man zähle nur seine matchentscheidenden Tore und Assists)!

    Dass YB und sein vielgelobter Sportchef aus einer Mannschaft mit einer Riesenzahl überdurchschnittlicher Spieler innerhalb von drei Jahren ein Kader mit unbestätigten, möglicherweise hoffnungsvollen, aber in jedem Falle unbestätigten (sehen sie sich deren Profile selbst an) Jünglingen gemacht hat, wird sich in nächster Zukunft bitter Rächen. Wo sind die ehemaligen Flankengeber, wo sind die Kopfbllstarken oder wirbligen Sturmkollegen die ein guter Mittelstürmer benötigt. Interessant dass der Trainer dies noch immer mitzumachen bereit ist!