Weniger Party

Das Sportlerleben Usain Bolts schien nicht sonderlich anspruchsvoll zu sein. Grimassen schneiden, Goldmedaillen sammeln, den Bogenschützen mimen, mit den Anhängern herumalbern – und alle waren glücklich.

Womöglich wäre Usain Bolt besser noch ein paar Jahre lang Sportler geblieben

Womöglich wäre Usain Bolt besser noch ein paar Jahre lang Sportler geblieben Bild: zvg

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Im Leben nach dem Sport hingegen, so sehr der Versehrte dieses herbeigesehnt zu haben vermag, bewegt er sich nicht nur auf geebnetem Terrain.

Es versteht sich von selbst, dass der Aufschrei in Jamaika gewaltig war, nachdem sich die heimischen Sprinter an der WM in London als Schatten ihrer selbst präsentiert hatten. Es versteht sich von selbst, dass der Grösste und Längste seiner Zunft in die Ursachenforschung integriert wird. Die Jungen müssten mehr trainieren und weniger Party machen, sagte Bolt gegenüber dem «Gleaner», einer der wichtigsten Zeitungen des Landes. Sagte einer, der sich als Jugendlicher mit Chicken Nuggets vollgestopft und abends vornehmlich Party gemacht hatte. Einer, dessen unglaubliches Talent vermutlich in Rauch aufgegangen oder weggeschwemmt worden wäre, wenn er Trainer Glen Mills nicht getroffen hätte.

In Sachen Weltrekorde gibt es für Bolt keine Zweifel. Mindestens 15 Jahre lang, wahrscheinlich eher 20, würden seine Marken Bestand haben, hielt der ­31-Jährige unlängst fest. Was kein Problem wäre, wenn er auf die Begründung verzichtet hätte. Der Schlaks jedoch posaunte, die Ära mit Yohan Blake, Justin Gatlin, Asafa Powell und ihm sei die beste in der Geschichte gewesen. Gewiss, Blake, Gatlin und Powell waren und sind noch immer schnell, aber allesamt mindestens einmal des Betrugs überführt worden. Anders ausgedrückt: Das Beste, was dieser Sport zu bieten hat, wurde mit unlauteren Mitteln erreicht.

Womöglich wäre Bolt besser noch ein paar Jahre lang Sportler geblieben. mjs (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.09.2017, 09:01 Uhr

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