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Facebook 1.0

Von analogen Pinnwänden an Postautohaltestellen.

Neulich an der Poschi-Haltestelle fragte ich mich: Stand Mr Zuckerberg auch schon hier, studierte das Anschlagbrett und hatte einen Geistesblitz? Wow, dachte er vielleicht, all diese Nachrichten. Diese Community! Da will einer seine Garage vermieten. Jemand sucht seine Katze. And what the hell is «Frühjahrskonzert Kavallerie Bereitermusik Bern»?

Zuckerberg sah, dass von gewissen Zetteln Telefonnummern abgerissen werden konnten. «Schrank muss abgeholt werden», stand da und die Adresse. Eine Frau hatte ein Foto von sich aufgehängt, das sie beim Training mit einem neuen Fitnessgerät zeigte. Wow, dachte Zuckerberg, wenn all diese Menschen ihre Nachrichten einfach online austauschen könnten. Sie müssten nicht bei Wind und Wetter mit ihren Zetteln, Flyern und Fotos zur Bushaltestelle wandern, sondern könnten ihre Informationen einfach posten... Und so gründete Mr Zuckerberg Facebook.

Das ging mir durch den Kopf, als ich an der analogen Pinnwand den Aufruf zum Blutspenden las, das Kontaktinserat eines rüstigen, tanzbegeisterten Seniors und Daten entdeckte für den Kurs «Trommeln – ein offener Kreis». Wirklich pikante persönliche Details fand ich in der Frühform von Facebook keine. Offensichtlich überlegen sich die Nutzer, was sie in der Öffentlichkeit preisgeben. Man weiss ja auch nie, ob der Typ, der das Anschlagbrett aufgehängt hat, all die Daten schützt.

Das Poschi kam, ich stieg ein. Wäre ich früher auf die gleiche Idee gekommen wie Mr Zuckerberg, dann würde ich nun wohl mit dem Chauffeur zur Arbeit fahren. Oder zum Hearing im US-Senat.

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