Der Traumjob

Fabian Sommer über die Macht von Busfahrern.

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Manchmal überlege er sich ja, sich zum Busfahrer umschulen zu lassen, sagte der alte Bekannte.

Wir sassen, genau, im Bus und fuhren in den Eistempel zu Biel, um den stärksten EHCB seit 35 Jahren in Aktion zu sehen. Über Hockey im Allgemeinen und den Ausgang der Halbfinalserie gegen Lugano im Speziellen sprachen wir nicht. Bringt Unglück. Ich schaute nach vorne, sah im Rückspiegel ein beschnauztes Gesicht, das hinter einem riesigen Steuerrad hervor­lächelte.

Busfahren, sagte der Bekannte, sei einfach eine rundum gute Aufgabe. In diesem Job sei zum Beispiel das Dasein auf engen Strassen super. In einem solch starken und grossen Gefährt beharre man einfach immer auf dem Vortritt, auch wenn man nur eine Sekunde lang anhalten müsste, um ein Auto vorbeizulassen. Viel befriedigender sei es doch, dem entgegenkommenden Autofahrer dabei zuzusehen, wie er sich 150 Meter rückwärts und dann seitwärts in eine enge Parklücke quälen muss, um den Bus vorbeizulassen. Diese Macht! Der Bekannte kam ins Schwärmen.

Ausserdem, sagte er, stelle er es sich grossartig vor, je nach eigener Laune die Fahrgäste freundlich zu grüssen, zu ignorieren oder zu beschimpfen. Als Busfahrer könne man mit seiner Umgebung stets ungefiltert kommunizieren.

Ich überlegte kurz, ob eine Umschulung zum Psychologen allenfalls ebenfalls eine Option für den Bekannten wäre, als eine ältere Frau zustieg. Sie fragte den Busfahrer, ob dieser Bus an den Bahnhof fahre. Der Busfahrer sagte: «Nein.» Die Frau sagte: «Ich steig jetzt aus.» Der Busfahrer sagte: «Ich nicht.»

Auf einem Plakat im Bus warben die Verkehrsbetriebe Biel um neue Kollegen, 100 Prozent oder Teilzeit. Der alte Bekannte zückte sein Handy und speicherte die Nummer ein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.04.2018, 09:21 Uhr

Bern! Biel! Burgdorf! Das Leben! Fabian Sommer, Nina Kobelt, Maria Künzli und Martin Burkhalter teilen abwechselnd ihre kleinen und grossen Beobachtungen. Alle Folgen finden Sie auf bernundso.bernerzeitung.ch.

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