Der Bläser

Fabian Sommer geniesst das frühlingshafte Biel.

In Biel war Ruhe eingekehrt. Die Spieler des besten ­Hockeyclubs der Welt weilten im Sommertraining oder in den Ferien. In der Stadt war eine stille Vorfreude auf die anstehende Sommerfestsaison spürbar.

Der alte Bekannte, sein Kind, mein Kind und ich vertrieben uns den freien Donnerstag im Stadtpark. Der Sand im Sandkasten war frühlingsfrisch, die Rutschbahn geputzt, und an den Ritigampfi hatten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Schrauben angezogen. In dieser Stadt, sagte der alte Bekannte, zahle er gerne Steuern.

Vom Spielplatz aus genossen wir beste Sicht auf einen weiteren Mitarbeiter unserer Stadtverwaltung, der mit einem stark motorisierten Laubbläser Laub zusammenblies. Es sah sehr professionell aus. Er wird schon Gründe dafür haben, dachte ich, dass er seinen Laubhaufen direkt vor einem parkierten ­Range Rover errichtet.

Eine halbe Stunde später wischte der Mann den mittlerweile auf 30 Zentimeter Höhe angewachsenen Laubhaufen mit einem Besen direkt unter den Range-Rover.

Das Trottoir war jetzt sauber, alles picobello. Der Mann legte seinen Laubbläser sorgfältig auf eine Decke auf der leeren Ladefläche seines Kleinlastwagens, stieg ein und fuhr weg. Er winkte unseren Kindern. Ich glaubte, in seinem Gesicht ein triumphierendes Lächeln zu erkennen. Ja, er sah aus wie jemand, der mit seinem Tagwerk voll und ganz zufrieden ist.

Erst dann sahen wir es. Auf der Heckscheibe des Range ­Rover prangte ein SC-Bern-Kleber.

Diese Arbeitseinstellung, sagte der Bekannte, beeindrucke ihn. In dieser Stadt zahle er gerne Steuern.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt