Tag 29: Vitamine aus dem Brass-Garten

Bei der Brasserie in der Lorraine kehren Veganer seit Längerem ein. BZ-Redaktorin Claudia Salzmann hat einen Oktobermittag in ihrem Garten verbracht.

Das Tofu-Gemüse-Curry wird anstelle von Reis mit Süsskartoffeln aus dem Ofen serviert. Diese sollen 26 Mal mehr Vitamin E haben als die hiesigen Kartoffeln.

Das Tofu-Gemüse-Curry wird anstelle von Reis mit Süsskartoffeln aus dem Ofen serviert. Diese sollen 26 Mal mehr Vitamin E haben als die hiesigen Kartoffeln.

(Bild: Claudia Salzmann)

Im Brass-Garten hat der Herbst Einzug gehalten, die Blätter des Laubdachs werden gelb und die tiefstehende Sonne taucht alles in goldenes Licht. Drei Männer trinken Tee und telefonieren in einer lauten Sprache. Ein Kollektivmitglied sitzt am Tisch, raucht Zigaretten und faltet Küchentücher. Die gemütliche Stimmung wird einzig durch den Anblick eines Baugerüsts gestört.

Nicht nur für den Garten ist die Brasserie Lorraine bekannt, auch für ihr Konzept und die preiswerte Küche: Ab 5.50 Franken bekommt man in der Brass bereits etwas Warmes in den Magen, heute eine Spinat-Gemüse-Suppe. Auch die vegane Auswahl lässt sich sehen: Hummus-Pomodori-secchi-Sandwich, Nüsslersalat in kleiner und grosser Variante oder Antipastiteller.

Auf der Mittagskarte steht ein Tofu-Gemüse-Curry (21 Franken), welches ich als halbe Portion bestelle (15 Franken). Alsbald wird mir ein Teller vor die Nase gestellt: Reis, Spinat und Fleisch. Ein Sekundenbruchteil später macht der Kellner eine 360-Grad-Drehung und hat den Fehler bereits erkannt. Wenige Minuten später dampft vor mir auf dem Tisch das Curry. Die Küchencrew hat gleich eine ganze Portion als Entschuldigung zubereitet.

Die Brass ist als Genossenschaft organisiert und die Mitglieder arbeiten rotierend mal im Service, Büro oder in der Küche. So ist das Essen nicht immer gleich solid, aber sie wecheln zwei Mal täglich die Menüs aus und haben darauf immer mindestens eine vegane Option. «Bei uns gibt's nie zwei Mal das Gleiche», erklärt mir der Kellner, während ich in der goldenen Herbstsonne das würzig-leckere Curry verschlinge. Damit hab ich gleich zwei Vitamine ordentlich getankt: Vitamin E aus der Süsskartoffel (bis zu 26 Mal mehr als die hiesigen Kartoffeln) und Vitamin D der Sonnenstrahlen.

cla

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