Unsere Tunnel

Warum eine Fahrt mit dem Bus durch die neuen Tunnel in Biel fast ein bisschen L. A. oder NYC ist.

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Durch die Tunnel kommt man überall hin. Ins modernste Stadion der Schweiz, nach Bözingen, nach Mett, unter anderem. Oder in den Jura, nach Solothurn und nach Zürich. Und in der Gegenrichtung kommt man in die beste suburbane Gemeinde der Welt (Brügg bei Biel, Baby). Und jaja, auch nach Bern.

Die Tunnel seien der neue Stolz von Biel, sagt ein alter Bekannter immer wieder, seit der 1,2 Milliarden Franken teure A-5-Ostast eröffnet worden ist. Und er hat recht. Vier Kilometer lang sind Büttenberg- und Längholztunnel zusammen.

Sie verbinden die Autobahnen nach Zürich und in den Jura mit jener nach Bern. Wer zum Beispiel in Bözingen wohnt und von Bern her kommt, fährt in Brügg in den Tunnel und ist in drei Minuten zu Hause. Früher musste er sich quer durch die Stadt quälen, eine Viertelstunde dauerte das im Minimum.

Die Tunnel sind: geil.

Und geil fühlt es sich auch an, wenn man mit einem Bus der neuen Linie 12 durch die Tunnel fährt. Minutenlang in einem Bus durch lange Röhren, mit 80 km/h oder mehr. Das ist ein bisschen L. A. Oder NYC. Weltstädtisch auf jeden Fall.

Und dann und wann ereignen sich im neuen Bus Spektakel. Möglicherweise hat es mit der imposanten Streckenführung zu tun.

Letzte Woche zum Beispiel hörte auf der Linie 12 ein etwa 13-jähriges Mädchen mit Kopfhörern Musik, sehr laut, alle bekamen alles mit. Eine ältere Dame schaute einige Minuten lang zu. Kurz bevor man das Licht am Ende des Büttenbergtunnels sah, pirschte sie sich an das Mädchen an, zog ihm einen Stöpsel aus dem Ohr und schrie ihm ins Ohr: «Und mit 30 bist du taub!»

Das Mädchen war völlig verdutzt. Es stand auf. Dann sagte es: «Klar können Sie sich hinsetzen. Aber das kann man doch auch in normalem Ton sagen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.11.2017, 13:31 Uhr

Bern! Biel! Burgdorf! Das Leben! Fabian Sommer, Nina Kobelt, Maria Künzli und Martin Burkhalter teilen abwechselnd ihre kleinen und grossen Beobachtungen. Alle Folgen finden Sie auf bernundso.bernerzeitung.ch.

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