Freier Kopf

Wenn bei der Lieblingssportmannschaft läuft, kann sich der Fan auf andere Dinge konzentrieren.

Seit der knuffige Finne bei unserem Stolz, dem Eishockeyclub Biel-Bienne, übernommen hat, gewinnen wir ja praktisch nur noch. Ich meine: glasklarer Vorsprung auf die Memmen aus dem Tal! Der unsägliche Playoff-Strich liegt in weiter Ferne! Hallo! Besser geht kaum!

Mit dieser Gewissheit in Kopf und Herz gehe alles, was man mache, leichter von der Hand, sagte der alte Bekannte, den ich nach einem lockeren 7:3 gegen Genf in einem Lokal mit dem zugegebenermassen etwas konstruierten Namen Sbielbar traf.

Was denn zum Beispiel, fragte ich. Zum Beispiel die Grossmutter im Heim besuchen, antwortete der Bekannte. Eigentlich interessiere die gute Frau ja nichts mehr, weder Eishockey noch sonst etwas. Deshalb spreche er auch kaum mit ihr.

Das sei aber völlig okay so, sagte er. Seit der EHCB so gut spiele, könne er seine Grossmutter mit vollkommen freiem Kopf besuchen. Das führe dazu, dass er jedes Mal etwas Schönes mitnehme, an dem er herumstudieren könne, sagte er.

Beim letzten Mal habe sie ihm gesagt, er solle sie in Ruhe lassen, aber nicht im Stich. Diesmal, erzählte der Bekannte, sei er nach seiner Visite kurz am Empfang stehen geblieben, um mit der Heimleitung ein Problem bezüglich der Mundhygiene seiner Grossmutter zu besprechen. Neben ebendiesem Empfang habe sich eine alte Frau auf einer gelben Polstergruppe niedergelassen.

Als dann eine weitere Frau das Heim betrat, die sitzende Dame ansprach und offensichtlich ein bisschen mit ihr quatschen wollte, habe die Frau gesagt: «Ich habe jetzt keine Zeit zum Plaudern. Ich muss warten.»

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