24 ­Türchen für ein ­Hallelujah

Was Wahlprospekte mit Adventskalendertürchen zu tun haben.

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Also dann! Fräulein P. hält ihr Glas hoch und leert es in einem Zug.

Wir sitzen in Frau S.’ Wohnzimmer und sind noch immer jetlagged von Dienstagnacht, aber jetzt sind wir dran mit Wählen, auch, was unser Abendprogramm betrifft: über die Kandidaten herziehen oder Steuern 2015 ausfüllen.

Ich sage: Wahlprospekte anschauen ist wie Adventskalendertürchen öffnen, nur dass nichts Erfreuliches dahintersteckt.

Frau S. summt «Hallelujah» (Originalversion Cohen, nicht Baker, sagt sie), und füllt zum 17. Mal Smartvote aus, weil sie will, dass ihr Kollege M. Stapi wird. Wenigstens in der ­Theorie.

Fräulein P. ist still.

Ist was?, frage ich.

Ich habe einen Stadt-Adventskalender gebastelt. Wollt ihr hören?

Nein, sage ich.

Nein, sagt Frau S.

Also, sagt Fräulein P. 1. Kuno Lauener wird Stadtpräsident. 2. Oder Hillary. 3. Eine urbane Atmosphäre, mit Velostrassen und so. Wie in Amsterdam. 4. Oder Züri, hihi. 5. Jedes Jahr Tour de France, egal, was es kostet.

6. Ein Nachtleben. 7. Wahl-Zustellcouverts, die man öffnen kann, ohne alles kaputt zu machen. 8. Sushiverbot in der ganzen Stadt. 9. YB holt sich endlich diesen verf****** Meistertitel, damit Ruhe ist.

10. Gerne auch dreimal hintereinander. 11. Ein Kätzlein im Wappen. 12. Damit auch Bern Tourismus mal gute Werbung machen kann. 13. Steuererlass für alle, die ein Kätzlivideo drehen. 14. Schnee. 15. Und dann schneefrei. 16. Gratis Zibelekuchen für alle, für immer, während des ganzen Jahres.

17. Und deshalb Abschaffung des Zibelemärit. 18. Abschaffung der Fasnacht. 19. Oder alles soll auf dem Gurten stattfinden, alles! 20. Auch die Bundeshaus-Lichtshow. 21. Alle Baustellen werden geschlossen. 22. Stattdessen finden darauf rauschende Feste statt. 23. Vor allem auf dem Eigerplatz. 24. Bern, i ha di ändlech würkli gärn.

Hallelujah, sagt Frau S. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.11.2016, 21:52 Uhr

Nina Kobelt schreibt die Kolumne «Greater Berne» abwechselnd mit den Redaktoren Maria Künzli, Fabian Sommer und Peter Meier.

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