Blitz-Schliessung der Kartonfabrik Deisswil durch den Mayr-Meinhof-Konzern

Leserbriefe vom 16. April

Mit diesem Leserbrief möchten wir unserer tiefen Betroffenheit Ausdruck geben, dass, völlig unerwartet, 253 Arbeitende von heute auf morgen in die Arbeitslosigkeit entlassen worden sind.

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Blitz-SchliessungZur Kartonfabrik Deisswil Die sofortige Schliessung eines Unternehmens, das während 134 Jahren alle Stürme überdauert hat, ist für sämtliche Mitarbeitende und deren Familienangehörige sowie für die ganze Region ein schwerer Schlag und für uns alle inakzeptabel – nicht nachvollziehbar. Gibt es wirklich keine Möglichkeit, den Betrieb weiterhin aufrechtzuerhalten, umso mehr dieser bis Ende 2009 immer schwarze Zahlen schrieb und für Mayr-Melnhof grosse Gewinne erzielte? Ihre Begründungen, Herr Gröller, Herr Dr.Hörmanseder, rechtfertigen in keiner Art und Weise, 253 treue und einsatzbereite Mitarbeitende per sofort zu entlassen! Die Monteure mussten ihre Reparaturarbeiten von einer Stunde auf die andere niederlegen. Wie können Sie ein so menschenverachtendes Vorgehen mit Ihrem Gewissen vereinbaren? Auf einem solch «nachösterlichen» Unterfangen liegt kein Segen! Im Interesse der gesamten Belegschaft der Kartonfabrik Deisswil sowie der ganzen Region ersuchen wir Sie dringendst, Ihren Entscheid aufzuheben. Silvia Harnisch, Jürg und Margrit Harnisch, Stettlen

Hinweis auf die Aktion «Hand in Hans für Kartonfabrik Deisswil»: Samstag, 17. April, 10 Uhr, Laborparkplatz der Kartonfabrik Deisswil (gegenüber Mühli Deisswil). Es wird eine Menschenkette um die Kartonfabrik gebildet, um zu zeigen, dass die Fabrik nicht einfach so geschlossen werden kann und die Bevölkerung hinter der Fabrik und deren Angestellte steht.

«Whrigleys» Schalk Ausgabe vom 15. April. «Richard von Weizsäcker. In Bern fand er Freunde fürs Leben» Wenn ich irgendwo auf der Welt mit Deutschen ins Gespräch komme, erzähle ich ihnen mit grosser Freude von der Berner Zeit ihres früheren Bundespräsidenten und seinem doch viel zu wenig bekannten Schalk. Dabei weise ich immer auf das Buch «Mein Name ist Eugen» von Klaus Schädelin hin, seinem damaligen Klassenkameraden. Richard von Weizsäcker war in seiner Berner Schulzeit unter dem Übernamen «Whrigley» bekannt und ist auch im Buch so verewigt. Von überall – bis zu den höchsten Amtsträgern – bekomme ich immer wieder herrliche Rückmeldungen, wie sie sich beim Lesen köstlich amüsiert und sogar Tränen gelacht hätten und nun das Buch ebenfalls mit grossem Erfolg verschenken oder weiterempfehlen! Marianne Broennimann, Flamatt

Aktionen-Jäger Ausgabe vom 12. April. Leserbrief «Vorschlag» zum Thema Detailhandel Ja, lieber Leserbriefschreiber, nun ist es halt bald so weit! Die Grossen haben euch Konsumenten schon fest im Griff! Wollt ihr nicht noch immer billiger, günstiger, Schnäppchen, Tiefstpreise und, und Das ist jetzt die Retourkutsche. Kaufen Sie doch wieder einmal in einem kleineren Laden ein (wenn es die noch gibt), und geniessen Sie die «heimelige» Atmosphäre. Sie bezahlen vielleicht etwas mehr, dafür haben Sie das im Einkaufskorb, was Sie auch wirklich brauchen, und nicht noch unnütze «Aktionsartikel». Das wäre noch, wenn der Staat denen, die fast das ganze Kleingewerbe «ausgerottet» haben, noch die halben Löhne bezahlen würde! Mit unserem Geld. Bravo! Kurt Wüthrich, Grindelwald

Jeder Rappen wird abgeführtAusgabe vom 3. April. «Merz will keine Boni-Steuer» Herr Merz, sind Sie von allen guten Geistern verlassen? Sie wollen keine Boni-Steuer, doch das würde die Steuerkasse schön auffüllen. Boni sind Einkommen, das bei «normalen» Leuten versteuert werden muss. Aber eben, von den armen Kleinverdienenden wird jeder Rappen zusammengekratzt. Verena Hostettler, Neuenegg

Das Problem liegt tiefer Einerseits kämpfen die Werte schaffenden Kreise der Landwirtschaft, des Gewerbes und der Industrie und Dienstleistungsunternehmen mit ihren Arbeitnehmern ums Überleben. Anderseits verlangen Aktionäre von Teilen der Finanzwirtschaft mittels Anreizen (übermässige Gehälter und Boni) exorbitante Kapitalgewinne von bis 30 Prozent, ohne Werte zu schaffen, was durch überhöhte Dienstleistungstarife, durch Zinsen auf in grossen Mengen zur Verfügung stehendem billigem, ungedecktem Geld und durch spekulative Investitionen möglich ist und schamlos ausgenützt wird. Bei der von vielen Fachleuten vorausgesagten Währungsreform und Geldentwertung werden die Finanzinstitute mit ihren erworbenen Realwerten die Gewinner, die Bevölkerung mit Sparheften, Obligationen und Versicherungen die Verliererin sein. Diese Ansicht vertreten jedenfalls auch Eberhard Hamer, Mittelstandsinstitut, Hannover, im Kapitel «Der Welt-Geldbetrug» in seinem Buch «Wie kann der Mittelstand die Globalisierung bestehen?» (Aton-Verlag) und Gerhoch Reisegger, Unternehmensberater, in «Wege aus dem Globalisierungschaos» (Hohenrain-Verlag). Gegen diese Ungerechtigkeiten sind staatliche Regelungen nötig. Emil Rahm, Hallau

Zerstörung auch bei unsAusgabe vom 14. April. Leserbriefe zur Zerstörung des Great Barrier Reef Gut, wenn sich Menschen darüber aufregen, wenn geldgierige Unternehmer wegen einer billigeren Route ein einzigartiges Naturwunder zerstören. Aber stopp! Es gibt auch ganz in der Nähe solches Tun! Da gibt es zum Beispiel im Kanton Bern eine Landschaft von nationalem Wert, die letzten paar Kilometerchen einer naturnahen Mittelland-Flusslandschaft, die Aare bei Wynau nämlich. Geht es nach dem Willen vieler Politiker und der mächtigen BKW, so wird diese einzigartige Landschaft unwiederbringlich zerstört. So nennt es auch der Umweltverträglichkeitsbericht zum geplanten Stollenbau des EW Wynau klar beim Namen. Der Charakter der Flusslandschaft wird zerstört. Abgesegnet durch unsere Volksvertreter in Bern. Regen wir uns eigentlich nur auf, wenn die Wale, die Tiger, die Elefanten ausgerottet, das Barrier Reef, die Tropenwälder zerstört werden? Ist es uns aber egal, wenn hier bei uns aus Gewinnsucht diese einzigartige Flusslandschaft zerstört wird? Mit welchem Recht regen wir uns dann über andere auf? Helmut Barner, Wynau

Pathos und GigantismusAusgabe vom 6. April. «Senegal. Das Monster von Dakar» Was für eine herrliche Figur wider den Zeitgeist! Die Bronzestatue spricht die Herzen der Bevölkerung an, da bin ich mir sicher. So wie die Freiheitsstatue vor Manhattan seit ihrer Errichtung ein Wahrzeichen und Tourismusmagnet ist. Mit ihrem Pathos und Gigantismus hätte sie heute in der Welthauptstadt der Kultur bei einem Wettbewerb nicht den Hauch einer Chance. Das gilt auch für das Löwendenkmal in Luzern, das sowjetische Treptow-Ehrenmal in Berlin... Daniel Krügel, Muri

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