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Weggeworfene Spritzen gibt es auch heute

Die Suchthilfestiftung Contact unterstützt die Stadtbehörden bei der ­Citypflege – seit 20 Jahren. Weggeworfene Spritzen sind nach wie vor ein Thema.

Die von der Stiftung Contact betriebene Citypflege sammelt jedes Jahr zwischen 2000 und 3000 weggeworfene Spritzen ein.
Die von der Stiftung Contact betriebene Citypflege sammelt jedes Jahr zwischen 2000 und 3000 weggeworfene Spritzen ein.
Yoshiko Kusano, Keystone

Kinder, die sich beim Spielen im Freien an einer Spritze verletzen, die zuvor ein Heroinabhängiger benutzt und weggeworfen hat: Diese Angst war omnipräsent vor 20, 25 Jahren, als es in Bern eine national bekannte offene Drogenszene gab, die von Hunderten Süchtiger frequentiert wurde.

Fixer, die sich in der Öffentlichkeit einen Schuss setzen, gehörten zum alltäglichen Stadtbild.Heute ist die sichtbare Drogenszene praktisch aus dem Stadt­leben verschwunden. Was nicht bedeutet, dass herumliegende Drogenutensilien kein Thema mehr wären.

Zwischen 2000 und 3000 weggeworfene Spritzen sammelt die von der Suchthilfestiftung Contact betriebene Citypflege jedes Jahr ein, wie Carl Müller, stellvertretender Contact-Geschäftsleiter, bestätigt.

Der Konsumtrend geht weg vom Heroin. Aber bei der Drogenanlaufstelle an der Hodlerstrasse sind über 600 Benutzerinnen und Benutzer ­registriert.

Citypflege ist ein Integra­tionsprogramm für Sozialhilfe­empfänger, das Contact vor 20 Jahren in der Stadt Bern lancierte. Die Stadtbehörden stiessen an ihre Grenzen mit der Aufgabe, im Umfeld der wechselnden Standorte der damals noch grösseren Drogenszene die Hinterlassenschaften wegzuräumen. Deshalb sei Contact mit dem Sozialprojekt eingesprungen, erläutert Carl Müller, der die Citypflege einst selber leitete.

Telefon bei Spritzenfund

Die Unterstützung blieb, trotz verkleinerter Szene, bis heute. Im Auftrag der städtischen Direktionen für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün von Gemeinde­rätin Ursula Wyss (SP) sowie für Bildung, Soziales und Sport von Franziska Teuscher (GB) absolviert das Citypflegeteam Unterhaltsrundgänge durch die Stadt.

Die Routen würden stets den wechselnden Hotspots angepasst. Besonders im Fokus hat die Citypflege etwa die Aareabhänge in der Nähe der von Contact geführten Drogenanlaufstelle an der Hodlerstrasse.

Nach wie vor in Betrieb ist das Spritzentelefon, eine fixe Nummer, über die sich Privatpersonen oder Institutionen melden können, wenn sie herumliegende Spritzen sehen. Diese würden dann entsorgt.

Keine Drögeler beschäftigt

Laut Müller bietet die Citypflege Jobs im Umfang von elf Vollzeitstellen an. In der Regel handelt es sich um Klientinnen und Klienten des Kompetenzzentrums Arbeit der Stadt Bern, die keinen Lohn erhalten, sondern eine Gegenleistung für die erhaltene Sozialhilfe erbringen. Wie Müller präzisiert, seien jedoch nicht Konsumenten illegaler Drogen bei der Citypflege beschäftigt.

Generell hat sich in den letzten Jahren der Drogenkonsum weg vom Heroin zu eher aufputschenden Drogen wie Kokain oder Amphetaminen verlagert. Trotzdem sind bei der Anlaufstelle von Contact an der Hodlerstrasse über 600 Benutzerinnen und Benutzer registriert.

Öffentliche Aktion: Heute Donnerstag, 10 bis 16 Uhr, zeigen sich drei Contact-Angebote auf der Kleinen Schanze. An Ständen können sich Passantinnen und Passanten über die Suchtbehandlung, die Anlaufstelle für Strassenprostituierte La Strada sowie über die Citypflege ­informieren. Das permanente ­Spritzentelefon: 031 378 22 59.

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