Burgdorf

Wachtablösung in der Buchmatt

Burgdorf Wechsel an der Spitze der Hermann Dür AG: Hans Rudolf Frei hat das Ruder von Hermann Dür, der sich auf das Präsidium des Verwaltungsrates konzentriert, übernommen. Für die 27 Angestellten hat der Wechsel keine direkten Konsequenzen.

Der Chef und die Belegschaft: Hans Rudolf Frei und die Mitarbeiter der  Hermann Dür AG posieren vor den neuen Fahrzeugen.

Der Chef und die Belegschaft: Hans Rudolf Frei und die Mitarbeiter der Hermann Dür AG posieren vor den neuen Fahrzeugen. Bild: Thomas Peter

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175 Jahre nach der Gründung der Mühle Dür durch Samuel ­Rudolf Dür ist erstmals kein Familienmitglied mehr an der Spitze des Burgdorfer Unternehmens. Hermann Marc Dür, der die Firma in sechster Generation während 26 Jahren als Geschäftsführer leitete, hat das Zepter an Hans Rudolf Frei übergeben. «Ich habe die Anfrage, ob ich die operative Leitung der Hermann Dür AG übernehmen wolle, nach kurzer Bedenkzeit mit einem überzeugten Ja beantwortet», erklärt Frei. Für ihn ist klar, dass sein ­Engagement als Übergangslösung anzusehen ist.

Er werde das Traditionsunternehmen so lange führen, bis der Verwaltungsrat einen Nachfolger gewählt habe, mit dem eine langfristige Planung möglich sein werde.Geplant war dieser Schritt nicht. Denn als Hans Rudolf Frei als Geschäftsführer der Lagerhaus AG Buchmatt sowie ab Mitte 2015 der Tochterfirma Tradimo Burgdorf AG Ende August letzten Jahres in Pension ging, war sein Nachfolger bereits im Unternehmen tätig. Da sich die Firma zwischenzeitlich vom Geschäftsführer der Lagerhaus AG Buchmatt getrennt hatte, Hermann Marc Dür die Geschäftsleitung aber trotzdem abgeben wollte, gelangte der Verwaltungsrat an Frei.

Grosse Erwartungen

Was ändert sich für die 27 Mitarbeitenden der Hermann Dür AG mit dem Wechsel in der ­Geschäftsleitung? «Im Prinzip nichts», antwortet Hans Rudolf Frei, «jedoch werde ich einen anderen Führungsstil als Hermann Marc Dür pflegen.» Die Firma verfügte über drei 30-jährige Lastwagen, die teilweise mehr als eine Million Kilometer auf dem Buckel haben. Für jedes der Fahrzeuge mussten jährlich bis zu 10 000 Franken zur Instandstellung investiert werden. «Deshalb habe ich die Evaluation des neuen Lastwagenfahrzeugparks noch vor meiner Pensionierung durchgeführt», erklärt Frei. Nun stünden heute zwei moderne Scania-Auflegerfahrzeuge mit total vier Wechselcontainern zur Verfügung. Hermann Marc Dür ergänzt: «Mit gut einer halben Million Franken ist dies in den letzten 26 Jahren die grösste Investition auf Rädern.»

Hans Rudolf Frei setzt grosse Erwartungen in den Einsatz des neuen Fuhrparks. Speziell das Geschäftsfeld der Lagerhaus AG Buchmatt soll erweitert und deren Leistungen ausgebaut werden: «Wir bieten Lagernehmern an, ihre Güter abzuholen, zu sortieren, zu verpacken, zu lagern und wieder auszuliefern.» Dies habe man in jüngster Vergangenheit beispielsweise für namhafte Unternehmen wie Huawei und Ikea tun können.

Und was bedeutet der Rückzug von Hermann Marc Dür als Geschäftsführer des Familienunternehmens für die 27 Mitarbeitenden? «Für die Belegschaft ist die jetzige Lösung die sicherere.»

Müller unter Druck

Weil er sich jetzt nicht mehr mit dem Tagesgeschäft befassen müsse, sondern sich allein auf das Verwaltungsratspräsidium konzentrieren könne, bringe dies der Hermann Dür AG klare Verbes­serungen, betont der 55-Jährige. Die Tatsache, dass im letzten Vierteljahrhundert die Hälfte der Schweizer Mühlen ihren Betrieb eingestellt habe, zeige, «dass wir Müller unter einem gewaltigen Druck stehen und nur überleben können, wenn ein besonderer Effort geleistet wird».

Hierfür will sich der HSG-Ökonom und gelernte Müller neben seinem Verwaltungsratsmandat sowohl als Präsident der Mühlengenossenschaft Kanton Bern als auch als Mitglied der Gewerbekammer und des Dachverbandes Schweizerischer Müller einsetzen. Aktiv bleiben will Dür auch auf kommunaler Ebene: Der FDP-Stadtrat wird im November für eine weitere Amtsdauer kandidieren. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.02.2016, 18:58 Uhr

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