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Russland ist der Taktgeber in Syrien

Nahostkorrespondent Michael Wrase über die heute Montag beginnenden Syrien- Gespräche

Sechs Wochen nach dem Ende der mörderischen Schlacht um Aleppo werden Rebellen- und Regierungsvertreter ab heute Montag in Astana ­miteinander reden. Die geschlagenen Aufständischen tun dies aus einer Position der Schwäche.

Sie müssen zudem den Seitenwechsel ihrer langjährigen türkischen Verbündeten verkraften, die in Davos erstmals vor grossem Publikum klarstellten, dass eine Lösung in Syrien ohne Bashar al-Assad «unrealistisch» sei.

Schlucken muss die Opposition diese Kröte noch nicht.Denn in Astana geht es nicht um eine politische Lösung oder gar Frieden in Syrien. Die russische Regie verlangt, dass sich die kämpfenden Parteien zunächst auf eine Konsolidierung der Waffenruhe verständigen. Über die Verwirklichung dieses Zieles können die Rebellen sprechen, ohne dabei das Gesicht zu verlieren, ohne noch einmal gedemütigt zu werden.

Mit türkischer und iranischer Rücken­deckung haben die Russen klargestellt, dass sie in Syrien zukünftig den politischen und militärischen Takt angeben. Daran wird sich auch nach dem Machtwechsel in Washington von Obama zu Trump wohl nichts ändern.

Die in Syrien so glücklosen Vereinten Nationen wollen in Genf zwar erneut ­versuchen, ihre Lösungsvorstellungen durchzusetzen. Ihr Scheitern ist indes pro­grammiert.

Man wird sich daher mit den Russen als Taktgeber abfinden und die für Syrien momentan realistischen Minimalziele unterstützen müssen. Denn falsch ist es nicht, auf eine stabile Waffenruhe in Syrien hinzuarbeiten. Diese ist im Interesse von Millionen Syrern, die in diesem Konflikt so unsäglich gelitten und jetzt etwas Ruhe, ein wenig Frieden verdient haben. Dass Assad an der Macht bleibt, schmerzt. Eine Fortsetzung des Krieges wäre für die Bevölkerung unerträglich.

Mail: ausland@bernerzeitung.ch

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