Galmiz

Kommen ohne Zaun die Fahrenden?

GalmizDas Bundesamt für Strassen entfernt den Zaun unter dem Autobahnviadukt. Damit wird der Weg frei für die Wildtiere. Doch nun geht die Angst um, dass Fahrende den wettergeschützten Platz nutzen werden.

Der beidseitige Maschendrahtzaun unter dem Viadukt in Galmiz macht den Weg für Wildtiere unpassierbar.

Der beidseitige Maschendrahtzaun unter dem Viadukt in Galmiz macht den Weg für Wildtiere unpassierbar. Bild: Corinne Aeberhard / FN

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Rehe und Wildschweine werden unter dem Autobahnviadukt von Galmiz in Zukunft nicht mehr aufgehalten: «Wir werden den Maschendrahtzaun entfernen», sagt Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamtes für Strassen (Astra) auf Anfrage.Der Bund ist Eigentümer der Fläche unter dem Viadukt. Zurzeit dürfen ein lokaler Bauunternehmer und Modellautofans den Boden als Lager- und Trainingsplatz nutzen. Dies soll laut Rohrbach auch bis auf weiteres so bleiben. Weitere Nutzungen durch Dritte toleriere das Astra hingegen nicht. Deshalb werde man grosse Steine zur Abschirmung aufstellen.

Hindernis für Tiere

Unter dem Viadukt verläuft ein Wildtierkorridor von überregionaler Bedeutung, wie das Freiburger Amt für Wald, Wild und Fischerei bereits vor zwei Jahren festgehalten hat. Genutzt wird er in erster Linie vom Reh und vom Wildschwein, dazu auch vom Fuchs, vom Dachs, vom Feldhasen, vom Baummarder und vom Iltis. «Für diese Tiere stellt der Zaun ein Hindernis dar», so Rohrbach, deshalb müsse er entfernt werden. Wann es so weit sein wird, ist noch unklar.

Kritische Behörden

Der Galmizer Gemeindepräsident Thomas Wyssa steht dem Entscheid kritisch gegenüber: «Das Problem werden die ausländischen Fahrenden sein», gibt er sich überzeugt. Der Viadukt biete immerhin einen vor Regen geschützten Raum in der Grösse von rund 27 000 Quadratmetern Fläche. «Zudem bedeutet der Astra-Entscheid Ungleichbehandlung», so Wyssa, «denn in Kerzers dürfen Unternehmer und die Gemeinde den Raum unter dem Viadukt nutzen».

Für den Wildhüter des Seebezirks ist es hingegen ein guter Entscheid: «Wenn der Zaun weg ist, gibt es wenigstens ein Loch mehr für die Wildtiere», sagt Elmar Bürgy. Schon im Frühling hatte er darauf hingewiesen, dass die Tiere ursprünglich vom Chablais her über Murten-Löwenberg in Richtung Murtenholz gewandert sind. Weil diese Route verbaut ist, versuchen es die Tiere nun über Galmiz.

Insgesamt fragte das Amt für Wald, Wild und Fischerei beim Astra um Massnahmen an drei Standorten nach, wie der wissenschaftliche Mitarbeiter Elias Pesenti sagt. Neben Galmiz ging es um Vaulruz, wo der Korridor sogar vollständig unterbrochen ist und nicht nur Rehe und Wildschweine, sondern auch Rothirsche und Luchse betroffen sind. Dazu um den Korridor vom ­Chablais-Wald über die Moosstrasse in Richtung Grosses Moos: Diese sogenannte H 10 von Murten via Sugiez nach Ins wird bis 2020 zum Strassennetz des Bundes gehören und damit zu einer Nationalstrasse. «Auch hier fordern wir Massnahmen für die Wildtiere», sagt Pesenti.

Gefährlich für Autofahrer

Diese Strasse gilt nicht nur für die Wildtiere, sondern auch für die Autofahrer als besonders gefährlich. So viele kennen den Schreckensmoment, wenn auf dieser Strecke mitten in der Nacht im Scheinwerferlicht plötzlich ein Wildtier auftaucht – sei es ein Fuchs, ein Wildschwein oder auch ein Reh.

Eine definitive Antwort des Astra zu allen drei Problemzonen steht laut Pesenti jedoch noch aus. Die Verhandlungen seien am Laufen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.10.2017, 21:30 Uhr

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