Interlaken sagt «Ja» zu neuen Carhalteplätzen

Interlaken

Einstimmig genehmigte Interlakens Gemeindeparlament 1,45 Millionen Franken für Carhalteplätze am Bahnhof Interlaken-Ost.

Das unübersichtliche Provisorium auf dem Bahnhofplatz-West mit den Carhalteplätzen neben Durchgangs- und öffentlichem Verkehr soll bald Vergangenheit sein.

Das unübersichtliche Provisorium auf dem Bahnhofplatz-West mit den Carhalteplätzen neben Durchgangs- und öffentlichem Verkehr soll bald Vergangenheit sein.

(Bild: Bruno Petroni)

Die vier Halteplätze rund um den grossen Brunnen auf dem Bahnhofplatz, auf denen Reisecars vor allem Touristen mit dem Ziel Jungfraujoch aus- und einsteigen lassen, sind ein Provisorium.

«Sie widersprechen dem Richtplan Entwicklungsschwerpunkt In­terlaken-Ost und waren zunächst nur bis April 2018 bewilligt», erklärte Gemeinderat Peter Michel an der Sitzung des Grossen Gemeinderats (GGR) Interlaken vom Dienstag. «Auf Gesuch der Gemeinde hat das Regierungsstatthalteramt die Bewilligung bis Ende April 2019 verlängert, aber dann ist definitiv Schluss.»

Ersatz in letzter Minute

Diese Frist reichte gerade, dass die Gemeinde mit den Berner-Oberland-Bahnen (BOB) einen Vertrag für eine neue, dauerhafte Lösung vorbereiten konnte. Die BOB bauten Gleise zurück, die sie nicht mehr brauchten. Diese Fläche zwischen den Gleisen 1/10 und dem BOB-Parkplatz an der Unteren Bönigstrasse stellen sie unentgeltlich für die neuen Carhalteplätze zur Verfügung. Für den Ausbau der neu fünf Plätze samt Zu- und Wegfahrt ist die ­Gemeinde zuständig.

Der auf den Schwerverkehr ausgerichtete Vollausbau für die Anlage kostet 1,45 Millionen Franken. «Wir haben auch eine Variante angeschaut, bei der nur die am stärksten belasteten Flächen betoniert worden wären», erläuterte Gemeinderat Kaspar Boss. Da aber auch diese Variante über eine Million Franken kosten und mit dem vermehrten Unterhalt insgesamt sogar teurer würde, empfahl der Gemeinderat den Vollausbau – zumal es um eine dauerhafte Lösung geht.

Denn der Dienstbarkeitsvertrag mit den BOB wird für zwanzig Jahre abgeschlossen (mit erster Kündigungsmöglichkeit nach zehn Jahren). Zudem stimmt der Standort: Die Verbindung zum Autobahnanschluss erfolgt über den nahen Landi-Kreisel, und alle Optionen für künftige Carparkplätze – Flugplatz, Werkhofgelände des Kantons und eine dritte, noch nicht spruchreife Variante – sind gut erreichbar.

«Auf Gesuch der Gemeinde hat das Regierungsstatthalteramt die Bewilligung bis Ende April 2019 verlängert, aber dann ist definitiv Schluss.»Gemeinderat Peter Michel zu den Carhalteplätzen am Bahnhof

Erst zum Teil gelöst

Der GGR genehmigte den Kredit einstimmig. Die Fraktionen waren sich einig, dass es die neuen Carhaltestellen allein schon für die Verkehrssicherheit braucht – denn unter «wild» haltenden Cars auf dem Bahnhofplatz oder in der Umgebung würden vor ­allem die schwächsten Verkehrsteilnehmer leiden. Und eine konsequente Wegweisung solcher Cars ohne neue Haltestellen wäre beim aktuellen Nutzungsdruck ebenfalls teuer.

Allerdings mahnten auch alle, dass das Problem des Carverkehrs noch längst nicht gelöst ist. Manuela Nyffeler (SVP) wünschte, dass nun zügig um neue Carparkplätze verhandelt werde. Lorenz Schütz (EVP) nahm zufrieden zur Kenntnis, dass das Parkleitsystem für Cars, das mit den Bahnen ausgearbeitet wird, auf guten Wegen ist.

Und Hans Romang (SP) sowie 23 Mitunterzeichner verlangten mit einer dringlichen Interpellation einen Überblick über die Entwicklung des Reisecarverkehrs in Inter­laken, Angaben zu Kosten und Nutzen sowie zu verkehrstechnischen Massnahmen wie etwa Zufahrtsbeschränkungen. Der Vorstoss wird in der Dezembersitzung vom Gemeinderat beantwortet.

Berner Oberländer

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