Hinter den Kulissen des Multikulti-Quartiers

Burgdorf

Die junge Journalistin und Filmemacherin Sonja Mühlemann verfilmte eine Dokumentation über das multikulturelle Zusammenleben im Burgdorfer Gyrischachenquartier. Der Film läuft ab dem 5. Mai in den Kinos.

Trailer zum Film «Gyrischachen- Von Sünden, Sofas und Cervelats» Quelle: Youtube.com<a href="https://www.youtube.com/channel/UCzPJ7GM0YBvX494yFhWsrjg" target="_blank">/drehmoment</a>

2500 Menschen aus 42 Nationen wohnen auf engstem Raum – hier treffen die unterschiedlichsten Meinungen, Kulturen und Lebensentwürfe aufeinander. Die Rede ist vom Gyrischachen, dem Burgdorfer Quartier, das sich ­optisch nicht zuletzt durch hohe Betontürme auszeichnet.

Dieses Viertel hat seit je die Aufmerksamkeit der jungen Filmemacherin und Journalistin Sonja Mühlemann auf sich gezogen. Auf­gewachsen in Aefligen, zog sie früh in die Emmestadt, sie hat hier die Schule besucht und lebt mittlerweile seit zehn Jahren hier.

«Den Reichtum, auf den man hier trifft, finde ich sehr spannend», sagt sie und meint ­damit nicht materiellen Wohlstand, sondern vielmehr die Fülle an Erfahrungen, die im Gyrischachen gebündelt werden.

Das verlockende Angebot

Vier Jahre sei es nun her, dass die Idee entstanden sei, das Leben im Gy­rischachenquartier mit der Kamera einzufangen. «Damals war aber noch nicht sicher, ob daraus ein Film entstehen würde.»

Der Zufall wollte es, dass zur selben Zeit der Schweizer Dokumentarfilmer Norbert Wiedmer auf der Suche nach Nachwuchsregisseuren war. Er wurde durch den Film «Eine Handvoll Zukunft – Ein Jahr mit der Gartenkooperative ortoloco» auf Sonja Mühlemann aufmerksam. Bei jener Produktion war sie Co-Regisseurin.

Bei einem gemeinsamen Treffen erzählte sie Wiedmer von ihrer Idee und der Recherche im Gyrischachenquartier. Der Filmemacher war begeistert. Er machte Sonja Mühlemann das Angebot, ­Regie zu führen, während er selber die Produktion übernehmen würde. Vor drei Jahren begannen dann die konkreten Arbeiten zu «Gy­rischachen – von Sünden, ­Sofas und Cervelats».

Ein solches Projekt kostet ­natürlich Geld. Finanzielle Unterstützung dafür, das Projekt umsetzen zu können, boten unter anderem die Stadt Burgdorf, die Berner Filmförderung und gar das Schweizer Fernsehen. «Ich sammelte gemeinsam mit dem Filmteam rund hundert Stunden Filmmaterial», sagt Sonja Mühlemann.

Neun Protagonisten, die im Gyri leben, wurden in ihrem Alltag begleitet. «Allein der Schnitt des Gefilmten nahm ­ganze 20 Wochen in ­Anspruch.» Der Film sei eine Momentaufnahme des Lebens in diesem Quartier, so die Regisseurin.

Die besondere Stimmung

Weiter erzählt sie, dass sie das Quartier als eine Art Versuchslabor sieht bezüglich des Zusammenlebens in der Schweiz, das Viertel stehe beispielhaft für ­ähnliche Quartiere. «Solche Orte strahlen eine besondere Atmosphäre aus. Genau dieses Lebensgefühl versuchte ich mit dem ­Dokumentarfilm einzufangen.»

Die Musik zum Film steuerte niemand Geringeres als Christian Brantschen von der bekannten Schweizer Band Patent Ochsner bei, der die Bilder gekonnt musikalisch untermalt. Dadurch erreicht der Film genau das, was sich die Regisseurin erhofft hatte: Er regt auf subtile Art und Weise zum Nachdenken an.

Filmpremiere:«Gyrischachen – von Sünden, Sofas und Cervelats», Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr im Kino Krone in Burgdorf.

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