Es wird einen neuen Sieger geben

Am 19. infernalischen Wettkampf von Thun aufs Schilthorn wird ein neuer Name in die Siegerliste eingetragen. Wer die Nachfolge des Vorjahresschnellsten Samuel Hürzeler antritt, ist offen.

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297 Männer und 57 Frauen wollen die 155,1 Kilometer lange Strecke mit 5500 Steigungsmetern schwimmend, auf dem Strassen- und dem Bergvelo sowie bergauf laufend in Angriff nehmen. Dazu kommen 106 Vierer- und 81 Zweierteams in den Team-Trophy-Kategorien.

Morgens um 6.30 Uhr werden sie in den Thunersee tauchen, nach etwa 8:40 Stunden wird der Tagessieger auf dem Piz Gloria eintreffen, rund eine Stunde später die schnellste Frau. Der Streckenrekord, im Jahr 2000 von Stefan Riesen (Rüschegg) aufgestellt, steht bei 8:34:27. Nina Brenn (Flims-Waldhaus) stellte im vergangenen Jahr eine neue Frauen-Bestmarke auf: 9:37:44,4.

Die Strecke  Schwimmen: Thun–Oberhofen: 3,1 km; Rennrad Oberhofen–Grindelwald (via Sigriswil, Bödeli, zvg Meiringen, Grosse Scheidegg) 97 km/2145 m Steigung; Bike: Grindelwald–Kleine Scheidegg–Stechelberg 30 km/1180 m Steigung; Berglauf: Stechelberg–Schilthorn 25 km/2175 m Steigung. Total: 155,1 km/5500 m Steigung.

Ramon Krebs, Jan van Berkel oder Andreas Wolpert?

Zwischen 1999 und 2012 feierte Mister Inferno Marc Pschebizin aus Wittlich (D) nicht weniger als 10 Siege. Ausser ihm gibt es nur noch einen Mehrfachsieger: Samuel Hürzeler (Gwatt), der 2011, 2014 und 2015 triumphierte. Aber der Berner Oberländer verteidigt seinen Titel nicht. «Ich habe dieses Jahr eine andere Saisonplanung», erklärt der 32-jährige Sportlehrer und Coach (Day-X Coaching).

Da er immer nach den Sommerferien am besten in Form sei, wolle er heuer am Ironman im französischen Vichy starten. Und der findet nur eine Woche nach dem Inferno-Tri statt. Dann wartet ja noch der Ironman Hawaii. Dem Inferno-Tri bleibt Hürzeler trotzdem nicht ganz fern: Er startet mit drei Leuten aus seinem Fanclub in der Team Trophy open.

Um Hürzelers Nachfolge dürfte ein harter Kampf entbrennen. Da wäre einmal Roman Krebs (Belp), der sowohl 2015 wie 2016 den Gigathlon Switzerland gewonnen hat. Der 33-jährige Sportlehrer bezeichnet den Inferno, bei dem er 2013 als Dritter auf dem Podest stand, als sein Lieblingsrennen. Sein Trainer gemäss Website: «Me, myself and I».

«Vergiss Jan Pyott nicht.»Sämi Hürzeler, dreifacher Sieger am Inferno-Triathlon, über einen möglichen Geheimfavoriten.

Wie es sich auf dem Inferno-Podest anfühlt, weiss auch Jan van Berkel, der letztes Jahr Zweiter wurde. Der niederländisch-schweizerische Doppelbürger gehört dem Schweizer Langdistanzkader an. 2012 und 2015 wurde er Zweiter am Ironman Switzerland (Zürich), dieses Jahr Dritter.

Und dann wäre da noch der 37-jährige Routinier Andreas Wolpert aus dem deutschen Ellwangen. Er wurde am Inferno-Tri schon zweimal Dritter und viermal Zweiter. «Wolpi» ist seit 2004 Profi.

«Vergiss Jan Pyott nicht», mahnt Sämi Hürzeler. Jan Pyott? Der 35-jährige, in Grindelwald wohnende Seeländer ist X-Terra-Spezialist (Cross-Triathlon) und gewann dieses Jahr den X-Terra von Südafrika.

Brenn bekommt Konkurrenz

Bei den Frauen ist die bereits fünffache Siegerin Nina Brenn (Flims-Waldhaus) haushohe Favoritin. An den Schweizer Duathlon-Meisterschaften dieses Jahres wurde sie allerdings von Petra Eggenschwiler geschlagen. Die 28-Jährige aus Rubigen gewann unter anderem auch den Stockhorn-Marathon. Falls sie auf der Schwimmstrecke mithalten kann, dürfte sie Nina Brenn ein hartes Rennen liefern.

Siegesanwärter in der Kategorie Team Trophy open sind die letztjährigen Gewinner von Eitzinger Sports, das Team Imboden Bike (mit Biker Daniel Eymann) und Sport & Fun Kandertal mit Schlussläufer Martin von Känel.

Die vier Team-Mitglieder absolvieren je eine Triathlon-Teilstrecke. Das Team-Trophy-Ziel steht beim Sportzentrum in Mürren. Bereits am Freitag wird der Mürren-Fun-Triathlon ausgetragen (Anmeldung von 14.30 bis 16.00 Uhr beim Sportzentrum).

(Berner Oberländer)

Erstellt: 18.08.2016, 09:00 Uhr

Inferno-Halbmarathon

Etwas im Schatten des Triathlons steht der Inferno-Halbmarathon. Dies, obwohl jedes Jahr zwischen 400 und 500 Läuferinnen und Läufer die anspruchsvolle Strecke von Lauterbrunnen aufs Schilthorn in Angriff nehmen. «So viele werden es auch dieses Jahr sein», ist sich Rennleiter Kurt Herren sicher, «mehr würden wir gar nicht verkraften». Auf einer Strecke von 21,097 Metern sind 2175 Höhenmeter zu bewältigen. Den Streckenrekord stellte 1997 der Deutsche Christoph Melcher mit 1:57:33 auf. Im letzten Jahr gewann in der Hauptklasse Ralf Birchmeier (Buchs SG) vor dem in Ringgenberg wohnenden Lauterbrunner Philipp Feuz. Die schnellste Zeit stellte allerdings Billy Burns aus Arbaz (Kat. Senioren 1) auf. Da Nachmeldungen bis eine Stunde vor dem Start möglich sind, steht derzeit nicht fest, welche Cracks sich duellieren werden. Sicher ist: Birchmeier und Feuz sind wieder dabei. Und bei den Frauen startet mit Andrea Huser (Aeschlen ob Gunten) eine ehemalige zweifache Triathlon-Siegerin. Gestartet wird um 10.15 Uhr beim Camping Jungfrau in Lauterbrunnen. (uf)

OK-Präsident Heinz Zurbrügg

«Die Strecke hat sich bewährt»

Heinz Zurbrügg, hat der Inferno-Triathlon tatsächlich Kult­charakter?
Heinz Zurbrügg: Daran zweifelt in der Ausdauerszene vermutlich niemand.


Schlägt sich das auch in den Teilnehmerzahlen nieder?
Wir sind sehr zufrieden. Vergleichbare Veranstaltungen, zum Beispiel der Gigathlon Switzerland, erlitten dieses Jahr einen Einbruch. Wir haben aber sogar etwas mehr Teilnehmer.


Es fällt auf, dass von den rund 300 gemeldeten Einzelathleten knapp über 200 den Altersklassen 1 und 2 angehören, aber nur etwas über 50 der Hauptklasse.
Die jungen Athleten starten zuerst vorwiegend über die olympische und wechseln erst später auf die Langdistanz. Das macht ja auch Sinn.


Die Inferno-Strecke ist jedes Jahr gleich. Drängen sich keine Änderungen auf?
Nein. Die Strecke hat sich bewährt und ist bewilligt. Es müssten schon triftige Gründe vorliegen, um etwas zu ändern.


Ein triftiger Grund kann das Wetter sein.
Auf Wetterkapriolen sind wir vorbereitet und können kurzfristig reagieren. Wenn zum Beispiel wegen hohem Wellengang nicht geschwommen werden kann, laufen die Teilnehmer in Oberhofen eine Startrunde, sodass sie trotzdem gestaffelt auf die Velostrecke gehen. Stürmt es im oberen Teil der Berglaufstrecke, kann das Ziel nach Mürren oder Birg verlegt werden.


Auf einer 155 Kilometer langen Strecke braucht es viele Helfer. Wie viele?
Wir können auf rund 800 Helferinnen und Helfer zählen.


Wie werden die rekrutiert?
Bei Vereinen und Privatpersonen, die wir anrufen. Dieses Jahr vermehrt auch durch Aufrufe in den Social Media. Einzelne Helfer an Streckenposten fehlen übrigens noch. Interessenten können sich im Rennbüro (Tel. 033 856 86 80) melden.


Zum Schluss: Wer kämpft am Samstag um den Tagessieg?
Sicher der letztjährige Zweite Jan van Berkel und Gigathlon-Sieger Roman Krebs. Auch Andreas Wolpert wird bereit sein.


Interview: Ueli Flück

Heinz Zurbrügg, OK-Präsident. (Bild: Ueli Flück)

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