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«Das Parlament war nie ein Abbild der Gesellschaft»

Das Milizsystem sei auf nationaler Ebene schon lange ein Mythos, sagt Politikwissenschaftler Adrian Vatter. Ein Berufsparlament wäre aber auch der falsche Weg, findet der Professor der Universität Bern.

Interview: Sandra Rutschi
«Ein Berufs­parlament würde die Polarisierung in unserem Konkordanzsystem weiter ­verschärfen», so Adrian Vatter, Professor für Politikwissenschaft.
«Ein Berufs­parlament würde die Polarisierung in unserem Konkordanzsystem weiter ­verschärfen», so Adrian Vatter, Professor für Politikwissenschaft.
Manuel Zingg

Herr Vatter, fast alle Berner im Nationalrat verdienen ihr Geld hauptsächlich mit der Politik. Ist das Milizsystem Geschichte?Adrian Vatter:Auf nationaler Ebene ist das Milizsystem sicher ein Mythos. Schon in den 1970er-Jahren betrieb nur ein Teil der Politiker die Politik nebenberuflich. Im Verlauf der letzten Jahre gab es nun immer mehr Geschäfte und immer komplexere Vorlagen. Und auch auf Kantonsebene, etwa in Genf und Bern, sind die Grossräte zeitlich stark belastet. Hier geht die Tendenz in Richtung Halbberufsparlament – ebenfalls wegen der Menge an Geschäften und der Komplexität.

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