An der Chilbi wird nicht gerüttelt

Attiswil

Kontinuität wird in Attiswil grossgeschrieben. Das gilt insbesondere für das grösste Fest, das fast 500 Jahre Bestand hat und am ersten Augustwochenende steigt.

Ein starkes Team: Marktchef Pascal Egli (links) und Sohnemann Eron können auf etliche Helferinnen und Helfer zählen.

Ein starkes Team: Marktchef Pascal Egli (links) und Sohnemann Eron können auf etliche Helferinnen und Helfer zählen.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Béatrice Beyeler

Bei brütender Hitze waren die Organisatoren am Freitag noch dabei, Stromkabel zu verlegen, Schilder aufzustellen und Zelte einzurichten. Eine Pause auf dem schattigen Samuel-Schmid-Platz hatten sich die Chrampfer da­bei redlich verdient. Am Samstag um 17 Uhr geht es los mit der traditionellen Attiswiler Chilbi.

Hunderte von Besucherinnen und Besuchern werden bis zum Montagabend im beschaulichen Dorf am Jurasüdfuss erwartet. Auch aus den Nachbargemeinden strömen Schaulustige, Feinschmecker und Feierlaunige alle Jahre wieder nach Attiswil.

«Für das ganze Besucherspektrum soll etwas dabei sein.»Pascal Egli, Marktchef

Die Fäden laufen heuer bei Pascal Egli zusammen. Der 39-Jährige engagiert sich seit vier Jahren im Chilbiausschuss, nun waltet er erstmals als Marktchef. «Wir haben keine strenge Rollenteilung, sondern helfen einander, wo es geht», betont der Attiswiler. Jeder und jede aus dem fünfköpfigen Ausschuss mache das, was er oder sie gut könne.

Immer wieder etwas Neues

Pascal Egli will an der Tradition festhalten, aber auch Neues wagen. «Sonst wäre die Organisation ja langweilig», sagt er und lacht. So steht in diesem Jahr erstmals eine grosse Bahn mit dem klangvollen Namen Star-Dancer vor dem Schulhaus. Auf den «Octopus» wird dafür verzichtet. Die neue Hauptattraktion ist im Gegensatz zum ausgedienten achtarmigen Gerät erst ab einer Körpergrösse von 1,30 Meter zugänglich.

Damit die kleinen Chilbibesucher nicht zu kurz kommen, haben die Organisatoren kindgerechte Attraktionen wie Putschautos und eine Hüpfburg angeschafft. «Für das ganze Besucherspektrum soll etwas dabei sein», betont der Marktchef. Er ist überzeugt, dass die Chilbigänger das wachsen­de Angebot schätzen, ja gar erwarten.

Aufwand steigt

An der Seite des Lunaparks werden heuer knapp 100 Marktfahrer aus der ganzen Schweiz erwartet. Der Marktchef achtet auf ein qualitativ hochstehendes und abwechslungsreiches Angebot und erteilt einem Marktfahrer auch mal einen Korb.

Ohne Sponsoren wäre der Anlass in dieser Form gar nicht mehr durchführbar, ist sich Pascal Egli bewusst. «Die Gemeinde hat natürlich ein Interesse an einer schwarzen Null.» Nicht nur die Kosten, sondern auch der Aufwand steigt mit dem grösseren Angebot laufend.

Eine Attraktion: Der Star-Dancer verspricht puren Nervenkitzel.

«Vor der Chilbi nehme ich 11/2 Wochen Ferien, und durchs Jahr hindurch bin ich fast jedes Wochenende dran», so der Attiswiler. Er müsse Telefonate mit Marktfahrern führen, Bestellungen abwickeln und, und, und. Auch Sicherheitsfragen nehmen viel Zeit in Anspruch. Erst am Freitagmorgen wurden die Zufahrten durch die Feuerwehr kontrolliert. Auch die Stromanschlüsse werden penibel geprüft.

Der Batzen bleibt

Dem immer grösser werdenden Angebot zum Trotz – an der Chilbi selber wird nicht gerüttelt. Der Traditionsanlass ist ein echtes Erfolgsmodell (siehe Kasten). Egli erklärt sich das langlebige Brauchtum einerseits mit der Kontinuität: «Allen Attiswilerinnen und Attiswilern ist klar, dass am ersten Augustwochenende die Chilbi steigt.» Andererseits stützt der Marktchef den Erfolg auf den engen Dorfkern und das rege Vereinsleben ab. «Man hilft sich und trifft sich hier.»

Auch dem bewährten Chilbibatzen bleiben die Organisatoren treu. Pascal Egli und Sohnemann Eron werden diese mit den da­zugehörigen Süssigkeiten am Samstagabend an die Kinder verteilen. Es muss ja nicht immer ein Gerät auf dem Lunapark sein, das den Chilbigängern ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Chilbi Attiswil: vom Samstag ab 17 Uhr bis Montag um 23.30 Uhr.

Langenthaler Tagblatt

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