Utzenstorf

In der Bärenmattesteckt der Wurm drin

UtzenstorfEs harzt mit dem Projekt Bärenmatte in Utzenstorf. Die Überbauungsordnung ist noch nicht abgesegnet, immer wieder gingen Einsprachen ein. Mit dem geplanten Einbahn­regime im Bereich des Gasthofs Bären scheint sich nun eine Lösung abzuzeichnen.

Viel Platz ist hier nicht: Sollte das Land hinter dem geschützten Bärenensemble einmal überbaut werden, wird der Erschliessungsverkehr rund um  die Bärenscheune (Bildmitte) geführt – Einfahrt zwischen UBS-Gebäude und Scheune, Ausfahrt zwischen Gasthof und Scheune.

Viel Platz ist hier nicht: Sollte das Land hinter dem geschützten Bärenensemble einmal überbaut werden, wird der Erschliessungsverkehr rund um die Bärenscheune (Bildmitte) geführt – Einfahrt zwischen UBS-Gebäude und Scheune, Ausfahrt zwischen Gasthof und Scheune. Bild: Daniel Fuchs

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Während andernorts in Utzenstorf tüchtig gebaut wird – man denke ans Oberdorf oder das Bauprojekt an der Poststrasse – steckt die Wohnüberbauung Bärenmatte fest. Auf den freien Parzellen mitten im Dorf, zwischen Gasthof Bären und Bahnhof, sollen Häuser errichtet werden. Doch der Weg dahin ist lang: Allein die Überbauungsordnung (ÜO) beschäftigt die Behörden schon seit Jahren.

Bis zum kommenden 4. April läuft nun die zweite nachträgliche Auflage der ÜO. Das grosse Problem, das Einsprachen und eine Beschwerde auslöste, ist die Erschliessung vom Bären her.Aber jetzt soll es vorwärtsgehen. Eine Lösung scheint gefunden zu sein. «Diese stellt alle Parteien zufrieden», meint der zuständige Gemeinderat Stephan Sollberger. Die Erschliessung zu einem Teil der Überbauung könnte neu im Einbahnregime geregelt werden.

Ein ewiges Hin und Her

Zur Geschichte: Der Gemeinderat möchte seit langem, dass auf der Bärenmatte eine dichte Überbauung entsteht. Ein Doppeleinfamilienhaus sowie zwei Mehrfamilien- und drei Einfamilienhäuser wurden in der Folge gebaut. Dann nahm die Odyssee ihren Lauf: Weil sich die Bedürfnisse des Wohnmarktes änderten, fasste die Kurth Architekten AG, die auf einer Seite zwei Mehrfamilienhäuser bauen will, eine alternative Bauweise ins Auge. Dafür brauchte es eine neue ÜO; 2013 gingen dagegen 15 Einsprachen ein. In Einigungsverhandlungen konnte ein grosser Teil der Anliegen bereinigt werden, heisst es in einem Bericht der Gemeinde. Aber offenbar waren nicht alle besänftigt. Die Anpassung der ÜO rief erneut Einsprecher auf den Plan, 5 Eingaben trafen ein. Hauptkritikpunkt: die Erschliessung.

Zuständig war nun das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung, das die ÜO genehmigte. Die Eigentümer selbst – Familie Hubler, die Besitzer des Bärens – erhoben daraufhin Beschwerde und erhielten recht: Das kantonale Rechtsamt befand, dass die Erschliessung von der Hauptstrasse her nicht sicher­gestellt sei. Der Utzenstorfer Gemeinderat musste über die Bücher. Er liess Varianten ausarbeiten und bezog ein externes Büro mit ein. Es ging vor allem um den Zugang zu zwei Baufeldern direkt hinter dem Bären, denn die übrigen Parzellen werden von der ­anderen Seite, also vom Bahnhof her, erschlossen.

Der Brunnen bleibt

Ins Spiel kamen nun vonseiten Kanton der zuständige Oberingenieurkreis und die Denkmalpflege. Die zunächst angedachte Zu- und Wegfahrt zwischen UBS-Filiale und Bärenscheune erwies sich wegen der alten Gebäude als zu eng. Man schwenkte auf die Idee Einbahnregime um – mit Zufahrt zwischen UBS und Bärenscheune und Ausfahrt zwischen Gasthof Bären und besagter Scheune auf die Hauptstrasse. Damit soll die Verkehrssicherheit gewährleistet sein und es würden keine Anpassungen im Bereich Bärenweg nötig.

«Die Gartenmauer und vor allem auch der Brunnen können genauso stehen bleiben, und auch am Bodenbelag ändert sich nichts. Der Ortsschutz bleibt gewährleistet», betont Gemeinderat Sollberger. Zuvor noch hatte der Gemeinderat in Betracht gezogen, den alten Brunnen zu versetzen. Daran hatte wiederum die Denkmalpflege wenig Freude.

Die Architekten warten

Insgesamt sind auf der Bärenmatte acht Baufelder ausgeschieden. Spruchreif sind lediglich zwei Projekte. Die Berner Kurth Architekten planen auf der süd­lichen Seite zwei Mehrfamilienhäuser mit total 21 Wohnungen. Im Norden sollen weitere zwei Mehrfamilienhäuser mit 10 Wohnungen realisiert werden. Verantwortlich hierfür sind die Architekten von Ducksch & Anliker aus Langenthal. Beide Architekturbüros sind in den Start­löchern – seit Jahren schon. Sie warten nur darauf, die Pläne aus der Schublade zu holen. «Wenn wir grünes Licht erhalten, wollen wir zügig vorwärtsmachen», sagt Markus Gerber von Ducksch & Anliker. «Voraussichtlich Ende April würde das Baugesuch publiziert.» Ob sie wirklich so bald loslegen können, wird sich zeigen.

Für die übrigen Grundstücke existieren laut Stephan Sollberger indes keine konkreten Pläne.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 21.03.2016, 06:07 Uhr

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