Inniger hat genügend Kleinholz

Frutigen

Sein Hobby konnte Johann Inniger zum Nebenerwerb erweitern. Der Landwirt schnitzt mit der Motor-säge viele Tiersujets – und eine Skulptur von Maria Lauber.

Johann Inniger vergleicht und ­korrigiert sein Werk anhand eines Fotos.

Johann Inniger vergleicht und ­korrigiert sein Werk anhand eines Fotos.

(Bild: Rösi Reichen)

Hoch über dem Engstligental an der Linterstrasse 2 wohnt Landwirt Johann Inniger mit seiner Familie und arbeitet gerade an der Skulptur der Mundartdichterin Maria Lauber, die sehr gut beobachtete Geschichten und fein empfundene Gedichte niederschrieb. Die in Frutigen aufgewachsene Lehrerin ist 1973 gestorben. Ihr Nachlass wird von der Kulturgutstiftung Frutigen aufbewahrt (wir berichteten).

Diese Person verdiene mehr Beachtung, so Inniger. Darum schnitzt er gegenwärtig eine lebensgrosse Figur der Dichterin und wird sie am Freitag am Wanderweg zwischen der Hängebrücke Hohstalden und der Holzbrücke Granti aufstellen. Zusammen mit einer Fuchsfamilie, einem Adler, dem neuen Häuschen und Bänkli.

Hoffen auf Sponsoren

An mehreren Wanderwegen stehen Innigers Skulpturen, die er aus Wurzelstöcken einer gefällten Tanne erarbeitet oder daheim schnitzt und dann auf ein Podest im Wald platziert. Damit sind die durch Vandalen angerichteten Schäden behoben und die Wanderer können sich wieder am Skulpturenweg freuen. Er hofft auf Sponsoren, die seine Eigeninitiative unterstützen.

Johann Inniger nimmt an Wettbewerben und Ausstellungen teil und verkauft Holzschnitzereien an Märkten (Steffisburg, Spiez, Blausee). An der Adelbodenstrasse beim Rohrbach-Träff bietet er an einem Stand Tiere, vom Frosch bis zum Bären, Pilze, Kugeln und Blumentrögli an. Nik Hartmann besuchte ihn 2015 für die Sendung «SRF bi de Lüt – Wunderland».

Aus einheimischem Holz

Beim Motorsägekünstler Inniger geht es manchmal laut zu und her. Der Hobby-Imker, Alphornbläser, Handmäher und Skifahrer kreiert aus einheimischem Ahorn-, Birken-, Lärchen- und Fichtenholz Kunstwerke mit mehreren Motorsägen, dem Beil, Hammer und messerscharfen Hohlmeisseln.

Seine Frau Esther hilft ihm viel, beurteilt, berät und wischt den Abfall von Holzstücken, Spänen bis zum Sägemehl weg. «Wir haben den ganzen Winter genügend Kleinholz», schmunzelt er und vergleicht das Gesicht auf dem Foto noch einmal mit seiner Maria-Lauber-Statue, korrigiert noch hier und dort ein bisschen.

Berner Oberländer

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