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Fristlose Entlassung Berner Trinkwasserschützer rausgeworfen

Der Schweizerische Verband des Gas- und Wasserfaches (SVGW) entlässt Roman Wiget.

Roman Wiget hat den fahrlässigen Umgang mit Pestiziden in der Schweiz öffentlich angeprangert.
Roman Wiget hat den fahrlässigen Umgang mit Pestiziden in der Schweiz öffentlich angeprangert.
Nicole Philipp

Er ist der wohl bekannteste Trinkwasserspezialist des Landes: der Berner Roman Wiget. Nun wurde er fristlos von seinen Funktionen im Schweizerischen Verband des Gas- und Wasserfaches (SVGW) enthoben, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Wiget ist ETH-Ingenieur und hauptberuflich Geschäftsführer der Wasserversorgung der Region Seeland. Er wurde schweizweit bekannt, nachdem im Berner Seeland in fünf von sechs Grundwasserfassungen zu hohe Pestizidkonzentrationen gemessen worden waren. Wiget hat in diversen Medien auf die Problematik aufmerksam gemacht. Und vor allem hat er den seiner Meinung nach fahrlässigen Umgang mit Pestiziden in der Schweiz öffentlich angeprangert.

Dass der Vorstand ihn nun rauswerfe, stehe in direktem Zusammenhang mit seinem Engagement für pestizidfreies Trinkwasser, so die «SonntagsZeitung». Wiget hatte öffentlich kritisiert, die Verbandsspitze setze sich zu wenig für die Qualität des Wassers ein und vernachlässige die Pestizidproblematik. Wiget störte sich insbesondere daran, dass der Vorstand die Trinkwasserinitiative nicht unterstützte.

Der Schweizerische Wasserverband verliert im Streit um die Pestizidpolitik mehrere wichtige Funktionäre und Kadermitarbeiter. Mindestens drei Mitarbeiter in Schlüsselfunktionen hätten dieses Jahr den Verband bereits verlassen, heisst es. Stets mit der Begründung, der Vorstand setze sich zu wenig für den Schutz des Trinkwassers ein.

Roman Wiget wollte sich der «SonntagsZeitung» gegenüber nicht zum Rauswurf äussern. Er war am Sonntag auch nicht zu erreichen.

mbu

10 Kommentare
    Martin Schiess

    Die Macht der Bauernlobby ist erschreckend. Es ist allerhöchste Zeit der einen Riegel zu schieben. Die Trinkwasserschutz- und Pestizidinitiativen müssen unbedingt angenommen werden.