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Lockerung der Corona-MassnahmenBerner Gesundheitsdirektor ist für Öffnung der Restaurantterrassen

Pierre Alain Schnegg hält das Risiko für Ansteckungen in der Freiluftgastronomie für relativ klein. Einige Fragen müssten vor einer Öffnung allerdings noch geklärt werden.

Regierungsrat Pierre Alain Schnegg möchte den Lockdown der Restaurants im Aussenbereich aufheben.
Regierungsrat Pierre Alain Schnegg möchte den Lockdown der Restaurants im Aussenbereich aufheben.
Foto: Franziska Rothenbühler

«Persönlich würde ich die Öffnung der Terrassen begrüssen.» Das sagt der Berner Gesundheitsdirektor im Interview mit der Zeitung «Der Bund» (Abo) zu den Forderungen aus der Gastrobranche und von seiner Partei, der SVP. Das Risiko im Aussenbereich sei zusammen mit den Schutzkonzepten relativ klein. Allerdings müssten noch einige Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, was passiere, wenn das Wetter umschlage: «Begeben sich dann alle in die Gaststube?»

Der Bundesrat hat die Öffnung von Restaurantterrassen vorerst abgelehnt und einige Kantone zurückgepfiffen, die solche Lockerungen der Corona-Schutzmassnahmen bereits toleriert haben. Zur Kritik von SVP-Alt-Bundesrat Christoph Blocher, SP-Gesundheitsminister Alain Berset verhalte sich wie ein Diktator, sagt Schnegg, er würde solche Begriffe nicht verwenden. Aber Parteien hätten eine andere Funktion als Regierungen: «Sie sollen deren Entscheide infrage stellen. Denn für die Regierungen wäre es am einfachsten, alles geschlossen zu halten.»

Kritik an seiner Direktion weist Schnegg zurück. Bern sei kein Trödelkanton, obwohl er als letzter Kanton mit Impfen begonnen habe. «Unsere Strategie funktioniert.» Bern impfe nach dem Grundsatz, pro verimpfte Dosis steht die zweite bereits im Kühlschrank. «Dass dies richtig ist, zeigte sich spätestens, als der Nachschub verspätet eintraf.»

Wegen der Lieferengpässe macht Schnegg Vorbehalte bei seinem Ziel, dass sich bis im Sommer alle Impfwilligen immunisieren lassen können. «Rein von der Kapazität her schaffen wir das», sagt Schnegg. So seien letzte Woche pro Tag gut 4000 Personen geimpft worden, und die Zentren seien bloss zu 20 bis 35 Prozent ausgelastet. Das Ziel sei aber nur erreichbar, wenn der Impfstoff komme.

15 Kommentare
    Leo Lanz

    Sollte sich der Berner Gesundheitsdirektor nicht besser ums rasche Impfen kümmern? Wir im Kanton Bern sind an zweitletzter Stelle - himmeltraurig.

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