Mike

Vom Riesenskandal bis hin zur kleinen persönlichen Niederlage: harte Wochen in Biel.

Es waren zwei harte Wochen für Biel. Nicht nur dass Nachwehen des Winters die Bewohner der Stadt am See grantig machten. Erst die tragische Geschichte um den übergriffigen Unternehmer aus der Traditionsbäckerei. Schwer verdauliche Kost.

Dann Biel vs. Bern. Die Rivalität wurde diesen Winter zusätzlich auf dem Eis ausgetragen, vehement und euphorisch, am Dienstag endete die Schlacht mit einem Riesenfrust. Der SCB katapultierte die Bieler aus dem Playoff, und auch wenn mich dieser Abschuss kurz vor dem Ziel persönlich kaum trifft, weiss ich um das blutende EHCB-Herz.

Und dann noch das. «Wer hat Mike gesehen?», stand auf der Vermisstmeldung in der Stadt. Daneben das Bild eines zerzausten Teddybären, der nun irgendwo fehlt und für ganz viel Schmerz und schlaflose Nächte sorgt.

Ich kenne das Drama. Bei uns hiess er Pino. Ein Enterich. Das Stofftier blieb vor wenigen Tagen auf einem Bieler Bauernhof liegen, bei den Kühen oder den Schweinen, weiss der Geier, wo. Jedenfalls war Pino nach dem Spaziergang verschwunden. Hoffentlich merkt es mein Sohn nicht, dachte ich. Haha! Wie naiv! «Wo ist Pino?», fragte er abends im Bett. «Er schläft bei seinen Freunden auf dem Bauernhof, morgen kommt er wieder», improvisierte ich.

Tatsächlich konnte ich am nächsten Tag einen Klon auftreiben. Stolz wollte ich mit meinem Sohn Pinos Rückkehr feiern, als der Schlag kam: «Das ist nicht Pino!» Der Joghurtfleck, der lose Faden neben dem Schnabel – ich hatte die Details vergessen.

Vom Riesenskandal bis hin zur kleinen persönlichen Niederlage: harte Wochen in Biel.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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