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Grosser TrainerverschleissBerisha übernimmt beim FC Bern

Der Zweitligist FC Bern wechselt bereits zum dritten Mal innert einem halben Jahr den Trainer. Der frühere YB-Stürmer Johan Berisha löst Daniele Sforza ab.

Johan Berisha trainiert in Zukunft den FC Bern.
Johan Berisha trainiert in Zukunft den FC Bern.
Foto: Iris Andermatt

Ohne dass in der Rückrunde eine Partie hätte gespielt werden können, wechselt der FC Bern erneut den Trainer. Wegen der Corona-Krise konnte die Rückrunde nie starten und wurde die Meisterschaft im April schliesslich abgebrochen. Der FC Bern lag zur Winterpause auf dem zweitletzten Platz in der regionalen 2. Liga.

Deshalb trennte sich nach der Vorrunde der Traditionsclub im November nach zwei Jahren auch von Trainer Manuel Bregy. Sein Nachfolger Marcos Lopez gab das Amt aber bloss einen Monat später aus persönlichen Gründen wieder ab.

Für ihn kam mit Daniele Sforza die nächste interne Lösung. Der vorherige Juniorentrainer konnte aber wegen der Pandemie kein einziges Spiel bestreiten. Trotzdem verpflichtete der Club nun Johan Berisha als dritten Trainer innerhalb von sechs Monaten.

«Wir sind uns bewusst, dass der erneute Wechsel Fragen aufwirft», sagt Jan Borgmann. Der sportliche Leiter der 1. Mannschaft erklärt jedoch: «Dass Lopez so schnell wieder aufhörte, hatte private Gründe und nichts mit dem Verein zu tun. Nachher haben wir klar kommuniziert, dass wir im April, Mai alle Optionen prüfen wollen. Das haben wir nun getan. Aber ich betone: Das ist kein Entscheid gegen Sforza, sondern ein Entscheid für Berisha.»

Schliesslich konnte die Arbeit von Sforza resultatmässig auch nicht bewertet werden. «Wir machten unsere Analyse aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit», meint Borgmann und ergänzt, «jetzt hoffen wir, dass nach der turbulenten Zeit wieder Ruhe einkehrt.»

Keinen Krach mit Prishtina

Berisha soll laut Borgmann bei der jungen Mannschaft «aus der kleinen Flamme wieder ein grosses Feuer entfachen». Der frühere YB-Goalgetter hat zuletzt während zweier Jahre Prishtina trainiert. Mit dem Absteiger aus der 2. Liga interregional peilte der 40-Jährige diese Saison den sofortigen Wiederaufstieg an. Prishtina lag im Winter aber trotz namhaften Zuzügen als Fünfter bereits zehn Punkte hinter Leader Muri-Gümligen.

«Ich hatte dem Club schon vorher mitgeteilt, dass ich meinen Job zur Verfügung stellen würde, sollte der Aufstieg nicht klappen», erzählt Berisha. Er verlasse Prishtina in «absolut gutem Einvernehmen mit der alten Führung». Doch jetzt solle dort ein neuer Trainer unter einer neuen Clubführung die Pläne umsetzen. Befürchtungen, dass ihn beim FC Bern viel Unruhe erwartet, hat Berisha nicht.

«Natürlich habe ich die Trainerwechsel mitbekommen, aber ich bin noch zu wenig nahe am Verein, um das beurteilen zu können. Das gilt auch für die Mannschaft, ich kenne sie noch nicht. In den bisherigen Gesprächen spürte ich jedoch nichts von einer vorhandenen Unruhe.»

Der FC Bern bietet unter den geltenden Schutzmassnahmen im Amateurfussball erst ab nächster Woche freiwillige Trainings für die 1. Mannschaft an. Geleitet werden diese von Assistenztrainern. Berisha ist noch nicht dabei, er übernimmt erst im Juni.