BEKB gibt für 620 Millionen Franken neue Hypotheken heraus

Die Bernerinnen und Berner profitieren offenbar weiterhin von den tiefen Zinsen, indem sie ein Eigenheim kaufen. Das Hypothekarvolumen der Berner Kantonalbank nahm im Geschäftsjahr 2015 um 620 Millionen Franken zu.

Die BEKB weist 2015 eine Bilanzsumme von 28 Milliarden Franken aus. Der Gewinn konnte um 0,7 Prozent auf 131,3 Millionen Franken gesteigert werden. (Archivbild)

Die BEKB weist 2015 eine Bilanzsumme von 28 Milliarden Franken aus. Der Gewinn konnte um 0,7 Prozent auf 131,3 Millionen Franken gesteigert werden. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Die Geschäftszahlen 2015 der Berner Kantonalbank (BEKB) deuten darauf hin, dass der Eigenheimboom auch im Kanton Bern noch nicht zu Ende ist. Die Bank hat im vergangenen Jahr ihr Hypothekarvolumen um 623,2 Millionen Franken auf 19,4 Milliarden Franken gesteigert. Dies entspricht einem Wachstum von 3,3 Prozent.

Zum Vergleich: Das Bruttoinlandprodukt stieg im vergangenen Jahr um knapp ein Prozent. BEKB-Chef Hanspeter Rüfenacht geht davon aus, dass dieser Zuwachs vor allem dank des steigenden Marktvolumens und weniger aufgrund von Marktanteilsgewinnen zustande kam. Insgesamt stieg die Bilanzsumme der Bank von 26,6 auf 28 Milliarden Franken.

0,7 Prozent mehr Gewinn

Der Jahresgewinn lag mit 131,3 Millionen Franken um 0,7 Prozent über dem Vorjahr. Der steigende Gewinn kam zustande, obwohl die Bank rund 83,8 Millionen Franken in die Pensionskasse einschoss. Die Bank hat dies über die Bilanzposition «Allgemeine Bankrisiken» finanziert, so dass der Gewinn nicht tangiert wurde.

Auf der anderen Seite erzielte die Bank auch einen ausserordentlichen Ertrag. Aus dem Verkauf ihrer Anteile an Swisscanto, der Fondsgesellschaft der Kantonalbanken, an die Zürcher Kantonalbank resultierte ein ausserordentlicher Ertrag von 26 Millionen Franken. Diesen Ertrag wies die BEKB der Position «Allgemeine Bankrisiken» zu. Die Buchungen auf dieses Konto führen letzten Endes dazu, dass die Bank jedes Jahr einen leicht steigenden Gewinn ausweisen kann.

Zinserträge sinken laufend

Sorgen bereitet der Bank-Spitze das tiefe Zinsniveau. «Die Tief- und Negativzinsen sind eine grosse Herausforderung», sagt BEKB-Chef Hanspeter Rüfenacht. Die Bank hat auf einigen Sparkonten mittlerweile Nullzinsen eingeführt. Die Zinserträge sinken laufend: «Auslaufende Hypothekarkredite werden zu deutlich tieferen Zinssätzen verlängert», sagt der BEKB-Chef. Entsprechend sank die Zinsmarge von 1,13 auf 1,03 Prozent. Diese Messgrösse entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Zinssatz, den die Bank ihren Sparern bezahlt und dem durchschnittlichen Satz, den sie auf ihren Krediten erhält.

Angesichts der sinkenden Erträge drückt die Bank auf die Kostenbremse. Im vergangenen Jahr sank der Bestand an Vollzeitstellen um 46 auf 1090 Stellen. Die Kantonalbank erreicht diesen Stellenabbau jeweils, in dem sie offene Stellen nicht besetzt. Entlassungen sind dagegen für die Bank tabu.

Berner Zeitung

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