Bei der Mobiliar beginnt die Neuzeit

Die Mobiliar nimmt einen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand, um in der digitalen Welt den Anschluss nicht zu verlieren. Auf den Einstieg bei der Onlineplattform Scout24 folgen weitere Projekte.

Ihr «aufgefrischtes Logo» enthüllte die Mobiliar am Donnerstag in Bern vor Mitarbeitenden. Zugleich ging der neue Internetauftritt online.

Ihr «aufgefrischtes Logo» enthüllte die Mobiliar am Donnerstag in Bern vor Mitarbeitenden. Zugleich ging der neue Internetauftritt online.

(Bild: Keystone)

Die Versicherungsgruppe Mobiliar zeigt seit Donnerstag ihr neues Gesicht. «Es ist kein Botox-Lifting, das haben wir auch als 190-jähriges Unternehmen nicht nötig», sagte CEO Markus Hongler an der Jahresmedienkonferenz in Bern. Aber nach 18 Jahren mit unverändertem Logo «ist es an der Zeit, unseren Brand zu entstauben». Das neue Logo soll leichter wirken. Und die Büroklammern bei den beliebten Werbungen mit den Schadenskizzen kommen weg, weil sie nicht mehr zeitgemäss sind, wie Hongler sagte.

Stattdessen soll der Auftritt auch in der digitalen Welt funktionieren, auf Smartphones und Tablets. Dazu überarbeitete die Mobiliar ihr Internetportal grundlegend. Mit der Auffrischung will die älteste private Versicherungsgesellschaft der Schweiz unterstreichen, dass sie «die Herausforderungen der digitalen Welt unaufgeregt, aber dezidiert in Angriff nimmt».

Von Scout24 lernen

Für Aufsehen sorgte letzte Woche, dass die Mobiliar mit 50 Prozent bei der Onlineplattform Scout24 eingestiegen ist. Zum Preis für die Anteile, die zuvor der Beteiligungsgesellschaft KKR und weiteren Investoren gehörten, machte Hongler auch gestern keine Angaben. Es sei aber eine Investition, bei dem die Mobiliar ab dem ersten Tag verdiene. Zudem sei Scout24 nahe am Kerngeschäft der Mobiliar tätig mit einem «grossen Potenzial zur gegenseitigen Befruchtung».

Wer also bei Scout24 ein Auto kauft oder eine neue Wohnung findet, der könnte künftig von der Mobiliar eine Offerte für eine Autoversicherung respektive für eine Hausratspolice erhalten. Die Mobiliar kann laut Hongler auch vom verbliebenen Scout24-Mitbesitzer Ringier viel lernen. Das Medienhaus sei beim Umbau des Geschäftsmodells wegen der Digitalisierung den Versicherungen weit voraus.

Geld fürs Stammgeschäft

Die Mobiliar will auch «das Mutterschiff» erneuern: Im angestammten Kerngeschäft mit Sach- und Lebensversicherungen würden 90 Millionen Franken in Unterhalt und Erneuerung investiert, sagte Hongler. Zu den Projekten zählen die Automatisierung von Prozessen, ein elektronisches Schadendossier oder neu gestaltete Grossraumbüros. In zwei Wochen folgen ein erneuertes Kundenportal, ein Prämienrechner und eine App zur papierlosen Schadenmeldung.

Separat baut Hongler «eine Flotte von Schnellbooten» auf. Für diese Experimentierprojekte stehen 8 bis 10 Millionen Franken bereit. Seit gut einem Jahr ist die Mobiliar zum Beispiel am ETH-Spin-off Amphiro beteiligt. Deren Geräte können unter anderem den Wasserfluss in Leitungen und damit Lecks aufspüren oder vor Legionellenbakterien warnen. Ältestes «Schnellboot» ist die Autovermietungsagentur Sharoo, bei der auch Migros, Mobility und neu die Amag dabei sind.

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