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Coronavirus in der Schweiz+++ BAG meldet 2241 neue Fälle +++ Kuster wird Nachfolger von Vernazza

Der Bundesrat soll am Mittwoch einen Öffnungsplan für geschlossene Betriebe präsentieren. Der frühere «Mister Corona» wird Chefarzt am St. Galler Kantonsspital. News zur Pandemie im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Impfkampagne in der Schweiz nimmt Fahrt auf. Zahlen zeigen erste Erfolge.

  • Trotzdem geht der Trend hin zu einer beginnenden dritten Welle.

  • Seit dem 7. April sind Corona-Schnelltests in Apotheken verfügbar.

  • Wirtschaft und Politik üben starken Druck auf den Bundesrat aus, um weitere Lockerungen zu erwirken.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Und hier gelangen Sie zur grossen Übersicht über die Impfquoten in den Kantonen: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

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Die Pandemie erschwert den KV-Lehrabgängern den Berufseinstieg

Für junge Berufsleute ist es pandemiebedingt schwieriger geworden, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen: Von den KV-Lehrabgängern sind weniger erwerbstätig als im Jahr davor, zudem gibt es mehr befristete Anstellungen, zeigt eine Studie.

64,8 Prozent der befragten Personen, die im vergangenen Jahr eine KV-Lehre abgeschlossen hatten, waren im November 2020 erwerbstätig. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, wie der Kaufmännische Verband am Dienstag mitteilte. Zudem befanden sich 9,1 Prozent der Lehrabgänger auf Stellensuche (plus 3 Prozent).

Damit sei der positive Trend der vergangenen Jahre abrupt beendet worden, heisst es in der Mitteilung. «Die Abnahme der Erwerbsquoten lässt sich auf die schwierige Arbeitsmarktlage im ersten Pandemie-Jahr zurückführen», wird Projektmitarbeiterin Nina Meier zitiert.

Mehr befristete Stellen, mehr Teilzeitstellen

Als «besorgniserregend» bezeichnet der Verband den Umstand, dass sich immer mehr Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger in unsicheren Anstellungsverhältnissen wiederfinden. 2020 habe sich der Anteil jener, die befristet angestellt werden, um fünf Prozent erhöht. «Dies muss kritisch betrachtet werden.» Zumal sich ein Viertel der Betroffenen eine unbefristete Stellung wünschten. Auch bei Teilzeitstellen sei eine Zunahme festzustellen.

«Der deutliche Anstieg von befristeten Arbeitsverträgen, reduzierten Pensen und Teilzeitstellen sind Indikatoren für den durch die wirtschaftlich schwierige Situation erschwerten Berufseinstieg», hält der Kaufmännische Verband fest. «Langfristig kann dies negative Folgen mit sich bringen, wie beispielsweise niedrigere Löhne, aber auch eine Beeinträchtigung der Karrierechancen.»

Mit dem KV verfügten die Jugendlichen aber über eine solide und generalistische Grundbildung, hält der Verband weiter fest. «So sind auch 85,9 Prozent der Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger davon überzeugt, dass die kaufmännische Grundbildung eine gute Ausgangslage darstellt.»

Der Kaufmännische Verband befragt die KV-Abgänger in der Schweiz jährlich zu den Arbeitsbedingungen in der Lehre und dem Übertritt ins Berufsleben.

2241 neue Fälle

Dem BAG sind am Dienstag 2241 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Gleichzeitig wurden 10 neue Todesfälle und 82 Spitaleinweisungen registriert. Die Positivitätsrate beträgt 8,8 Prozent bei 25'447 neu gemeldeten Tests.

Zum Vergleich: Am Dienstag vor einer Woche gab es innerhalb von 96 Stunden 4932 Fälle, 175 Spitaleinweisungen und 20 Tote. Am Dienstag vor zwei Wochen waren es 1923 Fälle in einem Tag, 76 Spitaleinweisungen und 19 Tote.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 6,3 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 296,98 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

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Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,14. Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zur Zeit 68,4 Prozent. 22,7 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 2'299'125 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 1'815'117 Dosen verabreicht. 689'178 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Hier finden Sie unsere Übersicht der Impfquoten.

In den vergangenen 24 Stunden wurden dem BAG 25'447 neue Corona-Tests gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 6'437'818 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 625'367 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 41'910 Fälle entdeckt worden. 16'468 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 245 die südafrikanische (B.1.351) sowie 13 die brasilianische (P.1). 25184 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

26'085 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9830.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 14'785 Menschen in Isolation und 23'953 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3358 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Kuster wird Nachfolger von Vernazza

Stefan Kuster wird am St. Galler Kantonsspital neuer Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene und damit Nachfolger von Pietro Vernazza. Kuster war bis November 2020 Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Der Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde habe an seiner letzten Sitzung Stefan Kuster auf den 1. August 2021 zum neuen Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene gewählt, teilte das St. Galler Kantonsspital am Dienstag mit. Er löst damit Pietro Vernazza ab, der auf Ende August 2021 pensioniert wird.

Der 43-jährige Kuster ist im St. Galler Rheintal aufgewachsen. Von April bis November 2020 war er Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten im BAG und damit der Nachfolger von Daniel Koch. Zuvor arbeitete er in verschiedenen Kaderfunktionen am Universitätsspital Zürich und parallel dazu auch beim nationalen Zentrum für Infektionsprävention Swissnoso.

Nur kurz im Fokus der Öffentlichkeit: Stefan Kuster, ehemals Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG, wechselt ans St.Galler Kantonsspital.
Nur kurz im Fokus der Öffentlichkeit: Stefan Kuster, ehemals Leiter Übertragbare Krankheiten beim BAG, wechselt ans St.Galler Kantonsspital.
Keystone
Kommission fordert vom Bundesrat raschen Öffnungsplan

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) fordert den Bundesrat auf, an seiner Sitzung vom kommenden Mittwoch einen detaillierten Öffnungsplan vorzulegen. Die Betreiberinnen und Betreiben von geschlossenen Betrieben sollten so eine Perspektive erhalten.

Das sagte WAK-N-Präsident Christian Lüscher (FDP/GE) am Montag an einem kurzfristig angesetzten Point de Presse im Bundeshaus in Bern. «Es braucht nun einen verbindlichen Kalender für Lockerungen, damit Restaurants, Kulturbetriebe und Fitnesscenter wieder planen können.»

Es sei dringend, dass der Bundesrat den Betrieben wieder Perspektiven biete, so Lüscher. Die aktuelle Situation sei für die Betroffenen nicht mehr haltbar.

Keine Aufhebung der Maskenpflicht

Die Empfehlung für einen detaillierten Öffnungsplan beschloss die WAK-N oppositionslos. Lüscher verwies auf einen vom Parlament verabschiedeten Artikel im Covid-19-Gesetz, wonach der Bundesrat seine Strategie auf «die mildest- und kürzestmögliche Einschränkung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens» auszurichten habe.

Mit knapper Mehrheit empfiehlt die Kommission dem Bundesrat weiter, einen verbindlichen Plan für die Veranstaltungsbranche vorzulegen. Der WAK-N schwebt ein Sechsstufenmodell vor, das Events Schritt für Schritt wieder ermöglichen soll.

Abgelehnt hat die Nationalratskommission weitergehende Anträge. So lehnt es eine Mehrheit laut Lüscher ab, dem Bundesrat ein fixes Datum für Restaurant-Öffnungen zu empfehlen. Auch bei der Personenobergrenze für religiöse Veranstaltungen will die WAK-N dem Bundesrat keine Empfehlung abgeben. Schliesslich lehnt es eine Mehrheit der Wirtschaftskommission ab, die Maskenpflicht für geimpfte Personen aufzuheben.

Swiss Olympic fordert Lockerungen für den Sport

Lockerungen im Trainingsbetrieb und Wettkämpfe im Breitensport fordert Swiss Olympic vom Bundesrat. Der Sport in der Schweiz brauche möglichst rasch eine Perspektive, begründete der Dachverband des Schweizer Sports und das Nationale Olympische Komitee der Schweiz seine Erwartungen an den Bundesrat in einem Schreiben vom Montag.

Nachdem sich der Bundesrat vor vier Wochen gegen eine Lockerung der Massnahmen entschieden habe, habe Swiss Olympic die Landesregierung an den Wert des Sports für die Gesellschaft auf gesundheitlicher und auch psychischer Ebene erinnert.

Nun, Mitte April, sei es aus Sicht von Swiss Olympic noch dringlicher, dass der Bundesrat die Voraussetzungen der Bevölkerung für das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden deutlich verbessere, indem er Lockerungen für den Sport beschliesse.

Schon jetzt stünden über 250 spezifische, breit akzeptierte und bewährte Schutzkonzepte für den Sport zur Verfügung, mit deren Anwendung die Durchführung von Wettkämpfen in gewissen Sportarten grundsätzlich möglich und epidemiologisch unbedenklich sei.

«Bei allem Respekt für die schwierige Situation erwarten wir vom Bundesrat, dass er möglich macht, was möglich ist. Die Sportvereine wollen und werden diese Verantwortung wahrnehmen, das steht fest, und sie werden sich auch daran messen lassen», wird Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl zitiert.

Arbeitsplätze in Gefahr

Lesen Sie zum Thema: Bundesrat warnt vor Nein zum Covid-Gesetz

Bundespräsident Guy Parmelin (rechts) spricht mit Bundesrat Alain Berset auf dem Weg zu einer Medienkonferenz in Bern. (12. April 2021)
Bundespräsident Guy Parmelin (rechts) spricht mit Bundesrat Alain Berset auf dem Weg zu einer Medienkonferenz in Bern. (12. April 2021)
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Eine Ablehnung würde grosse Unsicherheiten auslösen und Arbeitsplätze gefährden, warnt der Bundesrat. Und würde ihm bei entsprechender epidemiologischer Lage nicht die Befugnis nehmen, Läden und Restaurants schliessen zu können. 

5583 neue Fälle übers Wochenende

Dem BAG sind am Montag innerhalb von 72 Stunden 5583 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 16 neue Todesfälle und 146 Spitaleinweisungen. Bei 72'975 Tests liegt die Positivitätsrate bei 7,7 Prozent. Für die vergangenen zwei Wochen lag diese bei 6,1 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 300,38 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,14. Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zur Zeit 65,5 Prozent. 22,2 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten besetzt.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 2'207'825 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 1'697'339 Dosen verabreicht. 645'055 Personen sind bereits vollständig geimpft.

In den vergangenen 72 Stunden wurden dem BAG 72'975 neue Corona-Tests gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 6'412'371 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 623'126 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 41'819 Fälle entdeckt worden. 16'464 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 245 die südafrikanische (B.1.351) sowie 13 die brasilianische (P.1). 25097 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

26'003 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9820.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 14'789 Menschen in Isolation und 24'281 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3130 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Hier finden Sie die Übersicht der Impfquoten: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

Selbsttests erfassen nicht alle Infizierten

Seit letzter Woche sind in den Apotheke fünf Corona-Selbsttests pro Monat gratis erhältlich. Sie sollen helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. In Sicherheit wiegen sollte man sich bei einem negativen Testergebnis aber nicht.

Ein Wattestäbchen in die Nase einführen, dieses in einen kleinen Behälter mit Flüssigkeit geben und das Probematerial auf eine Testkassette träufeln. Nach rund 15 Minuten liegen die Ergebnisse des Tests vor. Anders als PCR-Tests weisen die Selbsttests kein Erbmaterial des Virus nach, sondern bestimmte Proteine auf der Virushülle. Doch wie zuverlässig sind die Ergebnisse?

Eine Studie der Berliner Charité und der Universität Heidelberg, von der die «NZZ» berichtete und die auf einem Preprint-Server vorliegt, erreichte der Selbsttest von Roche, von Laien durchgeführt, eine Sensitivität von 82,5 Prozent. Das heisst, vier von fünf Personen wurden richtigerweise als infiziert erkannt. Getestet wurden allerdings nur symptomatische Infizierte, für symptomlose Personen fehlen derzeit noch gesicherte Daten.

Zuverlässig bei hoher Viruslast

Bei Personen mit hoher Viruslast, also aus Proben mit einer Viruslast von 10 hoch 7 Kopien pro Milliliter, betrug die Sensitivität der Tests gemäss der Studie sogar 96,6 Prozent.

Doch Personen sind bereits mit einer tieferen Viruslast ansteckend. Der Mikrobiologe Gilbert Greub vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) geht gemäss einem Bericht der «Luzerner Zeitung» davon aus, dass eine Person erst ab einer Virenlast von 10 hoch 4 Kopien oder weniger nicht mehr ansteckend ist.

Momentaufnahme

Zusätzlich ist das negative Ergebnis eines Schnelltests immer nur eine Momentaufnahme, da dieses bereits ein paar Stunden später mit einem neuen Abstrich positiv ausfallen könnte.

Das BAG schreibt zu den Schnelltests denn auch: «Es kann also sein, dass Sie trotz negativem Resultat mit dem Coronavirus infiziert sind und das Virus weitergeben. Daher sind Selbsttests kein Ersatz für die Hygiene- und Verhaltensregeln und für bestehende Schutzkonzepte.» Auch soll der Schnelltest nicht vor einem Besuch von besonders gefährdeten Personen und Gesundheitseinrichtungen angewendet werden.

Gewerbeverband fordert sofortige Öffnung

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) fordert die Beendigung des Lockdowns. Die Politik sei einseitig gesundheitspolitisch ausgerichtet, kritisierte der Verband am Montag. Wichtige Faktoren wie die Wirtschafts- und Finanzpolitik oder das Soziale würden nicht miteinbezogen.

FDP-Nationalrätin und SGV-Vizepräsidentin Daniela Schneeberger (BL) gemäss einem Communiqué fest, dass mit der Logik des gezielten Schutzes (Testen, Impfen, Contact Tracing und Schutzkonzepte) die sofortige Beendigung des Lockdown und der derzeitigen schädlichen Massnahmen möglich sei.

Mit breitflächigem Testen, einem intensiven Impfprogramm und dem Contact Tracing würden die Ansteckungsketten unterbrochen und mit Schutzkonzepten würden Neuansteckungen verhindert. Dieses Prinzip habe zudem das Parlament klipp und klar im Covid-Gesetz festgehalten. Der Bundesrat sei daher aufgerufen, dieser Bestimmung in aller Konsequenz zu folgen.

«Alle diese verhältnismässigen Massnahmen erlauben nämlich die Öffnung und die Rückkehr zu einem gesunden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben», liess sich SGV-Direktor Hans-Ulrich Bigler im Communiqué zitieren.

Beschwerde gegen «faktisches» Demoverbot auch im Kanton Bern

Wie in Zürich haben auch in Bern linksgrüne Parteien und Grundrechts-Organisationen eine Beschwerde gegen das «faktische» Kundgebungsverbot in der kantonalen Covid-Verordnung eingereicht.

Die Beschwerdeführenden- unter ihnen die Demokratischen Juristinnen und Juristen Bern (djb) – wehren sich gegen die strengere Linie, die der Kanton Bern in seiner Covid-Verordnung festgelegt. Wie im Kanton Zürich gilt in Bern auch an Kundgebungen eine maximale Teilnehmerzahl von 15 Personen.

Der Bundesrat habe zivilgesellschaftliche und politische Kundgebungen explizit aus der Beschränkung der Anzahl Teilnehmenden an Veranstaltungen im Freien ausgenommen, monieren die Einsprecher in einer Beschwerde ans Bundesgericht. Eine Maskentragpflicht für Demoteilnehmende sollte deshalb genügen.

Zu den neun Beschwerdeführern gehören nebst djb die Berner Grünen, die Juso, die GsoA, der Verein Grundrechte.ch sowie Einzelpersonen. Anfangs April haben in Zürich mehrere linke Parteien und Bewegungen beim Zürcher Verwaltungsgericht Beschwerde eingereicht.

Kanton Schwyz baut Impfkapazitäten aus

Weil sich abzeichnet, dass in absehbarer Zeit die Menge der verfügbaren Impfstoffe erhöht wird, baut der Kanton Schwyz die Impfkapazitäten an seinen drei Impfzentren aus. Zudem ist ab Mittwoch das Gesundheitspersonal mit Impfen an der Reihe.

Der Kapazitätsausbau erfolge durch die Eröffnung zusätzlicher Impfstrassen und die Ausweitung der Betriebszeiten, teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Die drei Impfzentren in den Spitälern, Schwyz, Einsiedeln und Lachen könnten die Impfkapazitäten dynamisch an die Verfügbarkeiten der Impfstoffe anpassen.

Ab der zweiten Aprilhälfte sollen sich Schwyzerinnen und Schwyzer zudem zusätzlich in Arztpraxen und Apotheken impfen lassen können. Der Startzeitpunkt orientiere sich an der tatsächlichen Verfügbarkeit des Impfstoffs, heisst es weiter. Weitere Impfmöglichkeiten seien in Planung. Und: Ab Mittwoch kann sich nun auch das Gesundheitspersonal online für eine Impfung anmelden.

Im Kanton Schwyz sind seit Impfbeginn inzwischen 31'375 Impfdosen an die Bevölkerung verabreicht worden. 11,6 Prozent der Bevölkerung erhielten eine erste Impfung, 7,9 Prozent sind vollständig geimpft.

Die Regierung geht davon aus, dass bis Ende Juni 70 Prozent der impfberechtigten Schwyzer Bevölkerung mindestens eine Erstimpfung erhalten haben, wie sie in einer ebenfalls am Montag publizierten Antwort auf eine kleine Anfrage schreibt.

GDK-Präsident: Kaum Risiko bei Öffnung von Restaurant-Terrassen

GDK-Präsident Lukas Engelberger erachtet die Öffnung der Restaurant-Terrassen auf den 19. April als praktisch risikolos. Eine vollständige Aufhebung der Massnahmen hält er jedoch für «unmöglich».

Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK).
Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK).
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Er persönlich und die Kantone dächten eher an eine Politik der kleinen Schritte, namentlich die Öffnung der Restaurant-Terrassen oder Erleichterungen für kleinere sportliche und kulturelle Aktivitäten, sagte der Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) am Sonntagabend im Westschweizer Fernsehen RTS.

Es sei jetzt Frühling, viele Menschen seien ohnehin draussen, so Engelberger. Man gehe nicht wirklich ein Risiko ein mit der Öffnung der Terrassen, natürlich nur mit Vierer-Tischen und unter strikter Einhaltung der sanitären Massnahmen. Eine vollständige Öffnung ab dem 19. April erachte er jedoch als «unmöglich».

Selbsttests sind wieder lieferbar

Nachdem bekannt geworden war, dass der Pharmariese Roche kurzfristig keine Corona-Selbsttests mehr ausliefern konnte, haben sich die Apotheken kritisch geäussert: Ihnen seien viel grössere Mengen versprochen worden und das Unternehmen sei während der Vorbereitungsphase nicht erreichbar gewesen. Roche weist die Vorwürfe zurück.

Roche hatte am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt, dass die Firma «aufgrund der sehr hohen Nachfrage» seit Freitagnachmittag keine Corona-Selbsttests mehr ausliefern könne. Die Lieferungen würden erst «ab Anfang nächster Woche» wieder aufgenommen. Ab dann werde Roche wieder mehrere hunderttausend Tests pro Tag verteilen. Man gehe davon aus, dass der Bedarf «im Wochenverlauf» voll abgedeckt werden könne.

Doch Roche habe ursprünglich viel grössere Mengen versprochen, als nun geliefert worden seien, sagte Martine Ruggli, die Präsidentin des Schweizerischen Apothekerverbandes Pharmasuisse, gegenüber der SRF-«Tagesschau» am Samstag. Nämlich eine Million Tests pro Tag, wie Pharmasuisse am Mittwoch geschrieben hatte. Auf wiederholte Anfrage habe ihr Roche nun gesagt, dass am Mittwoch und Donnerstag sehr viel Ware eingehen dürfte, sagte Ruggli weiter. «Normalerweise sollte das nachher klappen.»

Die Komponenten eines Coronavirus Antigen-Selbsttests von Roche.
Die Komponenten eines Coronavirus Antigen-Selbsttests von Roche.
Foto: Christian Beutler (Keystone/9. April 2021)
740'000 Corona-Tests sind abgelaufen

Der Bund hat im letzten Frühling mehr als eine Million Corona-Tests als Notreserve gekauft. 740'000 dieser PCR-Tests haben inzwischen das Verfalldatum überschritten. Das kostet den Bund fast 14 Millionen Franken.

Die Armee habe im Frühling 2020 im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) 1047 Kits mit je 1000 PCR-Tests gekauft, sagte Armeesprecher Stefan Hofer auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte damit einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 16,7 Millionen Franken.

Im März und April dieses Jahres lief für die meisten dieser Test das Verfalldatum ab. PCR-Tests sind wegen ihrer chemischen Bestandteile nicht unbegrenzt haltbar. Im Januar habe das BAG beschlossen, das Lager aufzulösen, sagte Hofer. Die Armeeapotheke habe darauf Kontakt mit Labors aufgenommen und innerhalb von drei Monaten 300 Kits, also 300'000 Tests, verkauft, jedoch nur zu zehn Prozent des Einkaufpreises. Dafür konnte der Bund gemäss der Zeitung drei Millionen Franken einnehmen.

Der Bund blieb auf hunderttausenden Corona-Tests sitzen, deren Verfalldatum abgelaufen ist.
Der Bund blieb auf hunderttausenden Corona-Tests sitzen, deren Verfalldatum abgelaufen ist.
Foto: Christian Beutler (Keystone/Symbolbild)

740'000 PCR-Tests blieben in den Lagern und haben in diesen Tagen ihr Ablaufdatum überschritten. Der Bund muss demnach die Kosten für die Notreserve abschreiben, also rund 13,7 Millionen Franken. Ob die Tests vernichtet werden, ist laut Hofer noch offen. Es werde geprüft, ob einzelne Komponenten noch verwendet werden könnten. (Vgl.: Stimmt es, dass viele positive Resultate falsch sind?)

Zahl der Suizidversuche bei Jugendlichen hat sich verdoppelt

Die Restriktionen zu Eindämmung der Corona-Pandemie belasteten die Jüngsten stark, wie Zahlen des Kinderspitals Zürich zeigen. «Diese Pandemie hat auch einen psychischen Preis – besonders für die Jungen», sagt der Leitende Psychologe des Kinderspitals, Markus Landolt, im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Die Zahl der ins Spital eingelieferten Kinder und Jugendlichen, die einen Suizidversuch unternommen hatten, ist von 22 auf 49 gestiegen. «Die Kinder sind sehr verzweifelt», erklärt Landolt. «Viele schildern ganz schwierige familiäre Situationen, erzählen von schweren Konflikten und Gewalt.»

Zugenommen haben gemäss der Zeitung auch Essstörungen, die zum Teil lebensbedrohlich seien. Die Mehrheit der Betroffenen sei weiblich. Männliche Jugendliche würden dagegen häufiger aggressiv.

160 Millionen Franken Mehrkosten in Heimen in erster Corona-Welle

Die erste Welle der Corona-Pandemie ab März des vergangenen Jahres hat in den Schweizer Alters- und Pflegeheimen ausserhalb der Pflegefinanzierung zu Mehrkosten von rund 160 Millionen Franken geführt. Der Branchenverband Curaviva erwartet, dass die Kantone ihre Verantwortung bei der finanziellen Unterstützung wahrnehmen.

Darin eingerechnet sind auch die Mindereinnahmen, wie Daniel Höchli, Direktor des Branchenverbands Curaviva, im Interview mit dieser Zeitung sagte. «Für die zweite Welle sind wir daran, das zu berechnen», sagte Höchli.

Polizei geht gegen unbewilligte Demonstration in Altdorf UR vor

Die Polizei hat am frühen Samstagnachmittag in Altdorf UR beim Telldenkmal eine kleinere, unbewilligte Kundgebung von Kritikerinnen und Kritikern der Coronapolitik aufgelöst. Als darauf Treichler um das Denkmal zogen, wurde es hitzig.

Hier geht es zum vollständingen Artikel.

Lonza schafft 1200 neue Arbeitsplätze in Visp

Lonza stellt in Visp in diesem Jahr 1200 neue Angestellte ein. 650 Mitarbeitende seien bereits rekrutiert worden, sagte Standortleiter Renzo Cicillini in einem Interview mit der Zeitung «Walliser Bote» vom Samstag.

Die Arbeitskräfte finde das Unternehmen im Wallis und auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Lonza rekrutiere zudem auch weltweit. «Besonders im Fokus stehen Deutschland, Norditalien, Frankreich und England.», sagte Cicillini.

Lonza Visp hat die Wirkstoffproduktion für den Moderna-Impfstoff gegen das Coronavirus im November aufgenommen. Mittlerweile laufen drei Produktionslinien.

Im Hinblick auf die Frage, ob der Bund eine Impfstoff-Produktionslinie in Visp aufbauen werde, sagte Cicillini, Bundesrat Alain Berset und Lonza-Verwaltungsratspräsident Albert Baehny seien in Kontakt. «Gibt es konkrete Ergebnisse, werden sie die Medien informieren», sagte Cicillini.

Lonza produziert im Wallis im Auftrag von Moderna den Wirkstoff für alle Märkte ausser für die USA. Im Januar hatte das Unternehmen angekündigt, jährlich bis zu 300 Millionen Dosen des Impfstoffes zu produzieren und dafür 200 neue Mitarbeitende einstellen zu wollen.

Roche kann keine Selbsttests mehr liefern

«Aufgrund der sehr hohen Nachfrage» kann das Pharmaunternehmen Roche den Apotheken seit Freitagnachmittag keine Corona-Selbsttests mehr abgeben. Die Lieferungen könnten erst «ab Anfang nächster Woche» wieder aufgenommen werden.

Ab dann werde Roche wieder mehrere hunderttausend Tests pro Tag ausliefern können, teilte das Pharmaunternehmen am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Sie gingen davon aus, dass der Bedarf «im Wochenverlauf» voll abgedeckt werden könne.

Roche habe seit der Erteilung der Ausnahmebewilligung durch das Heilmittelinstitut Swissmedic Anfang März rund neun Millionen Selbsttests an Apotheken ausgeliefert. Auch am Freitag seien über eine halbe Million Tests an Schweizer Kunden abgegeben worden. Die Nachfrage sei damit in der Schweiz «zum grössten Teil» erfüllt worden.

Gemäss Medien- und Zeugenberichten vom Samstag kam es in einzelnen Apotheken bereits zu Engpässen und es konnte teilweise nur noch ein Test bezogen werden. Der Apothekerverband Pharmasuisse hatte am Mittwoch – dem ersten Tag, an dem die Tests abgeholt wurden – mitgeteilt, dass laut Roche der Nachschub mit der Produktion von einer Million Tests pro Tag gesichert sei.

Migros erlässt Mieterinnen 50 Prozent der Miete

Die von einer vollständigen Schliessung betroffenen Mieterinnen und Mietern der Migros Genossenschaft müssen für die Zeit während der zweiten Pandemie-Welle nur die Hälfte ihrer Miete bezahlen. Im Vordergrund stehe für die Migros die langfristige Sicherung der Geschäftsverhältnisse.

Sie hätten deshalb wie bereits im vergangenen Jahr an Lösungen gearbeitet, um die Mieterinnen oder Mieter zu entlasten, teilte der Detailhändler auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Er bestätigte damit eine Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag.

Mit der 50-prozentigen Mietreduktion für den Zeitraum vom 18. Januar bis zum 28. Februar würden zahlreiche Geschäfte entlastet, die in Migros-Liegenschaften wie zum Beispiel in Einkaufszentren eingemietet seien, hiess es weiter.

Das Parlament hatte in der Wintersession das Geschäftsmietegesetz für einen landesweiten Teilerlass des Mietzinses während der ersten Corona-Welle im Frühling abgelehnt. Der Bundesrat und die bürgerliche Mehrheit argumentierten, dass mit dem Gesetz rückwirkend in private Vertragsverhältnisse eingegriffen worden wäre.

sda/reuters/red

8308 Kommentare
    Pat. J.

    Ich habe das Gefühl, dass gewisse Werte auf dem Tagi-Dashboard nicht stimmen, was Rchtlinien für Verschärfungen und Öffnungen anbelangt. insbesondere 7-Tage-Durchschnitt Todesfälle (9 aktuell) und auch 14-Tages-Inzidenz (296). Jedenfalls sehe ich da auf der BAG-Seite andere Zahlen. Oder bin ich falsch?