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Verkehrschaos wegen SchneefällenLawine im Berner Oberland, LKW blockieren Strassen in der Ostschweiz

In den Voralpen kann es am Donnerstag erneut zu Schneemengen von über einem Meter kommen. Es herrscht akute Lawinengefahr. Auch im Flachland wird Neuschnee erwartet.

Eine Frau geht mit ihren Kindern durch den Schnee.
Eine Frau geht mit ihren Kindern durch den Schnee.
Foto: Oliver Berg (Keystone)

Von Donnerstagmittag bis Freitagabend sind in den Nordalpen nochmals verbreitet 50 bis knapp 100 Zentimeter Neuschnee zu erwarten. Im zentralen und östlichen Mittelland ist vielerorts mit 15 bis 30 Zentimeter Schnee zu rechnen, wie Meteonews aus Twitter schreibt.

Laut Meteonews wurden am Donnerstagmorgen die Temperaturkontraste auf engem Raum immer ausgeprägter: So gab es in Zürich-Flughafen um 8.30 Uhr 0 Grad und Schnee, in Aarau dagegen bei 4,5 Grad Regen. Meteonews schrieb auf Twitter: «Wirklich eine erstaunlich scharfe Grenze, die sich im Tagesverlauf noch leicht nach Westen verschiebt.»

Der viele Neuschnee, der schon in der Nacht auf Donnerstag fiel, sorgte nicht nur für einzelne Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs, sondern auch für Störungen auf den Strassen.

In der Ostschweiz konnten Lastwagen im Schneechaos nicht weiterfahren und versperrten die Strassen. So zum Beispiel im Kanton St. Gallen auf dem Autobahnzubringer Meggenhus, wo fünf LKW liegen geblieben sind. Sie seien die Steigung nicht hoch gekommen, heisst es bei der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage.

Bei den Autobahnausfahrten St. Fiden und Kreuzbleiche standen Lastwagen quer. Auch im Kanton Thurgau auf der A7 behinderten liegengebliebene LKWs den Verkehr. Die Räumungsarbeiten sind immer noch im Gang.

Autobahn bei Wigoltingen TG muss geräumt werden. (14. Januar 2021)
Autobahn bei Wigoltingen TG muss geräumt werden. (14. Januar 2021)
Foto: «20 Minuten»

Lawinen in Bern und Uri

Wegen eines Lawinenniedergangs ist am Donnerstagvormittag ist der Bahnverkehr zwischen Brienz BE und Interlaken-Ost BE beeinträchtigt worden. Es muss mit mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden, teilten die SBB mit. Die Dauer der Einschränkung sei unbestimmt.

Wegen der starken Schneefälle kam es auch auf dem Streckennetz der Rhätischen Bahn (RhB) zu Behinderungen, Verspätungen und Zugsausfällen. Da auch die Strassen gesperrt sind, können keine Bahnersatzbetriebe angeboten werden. Betroffen sind die Verbindungen Chur-Arosa, Davos Platz-Filisur sowie zwischen Sumvitg-Cumpadials und Disentis/Mustér in der oberen Surselva.

Im Kanton Uri ging in der Nacht auf Donnerstag eine Lawine nieder. Wie Alertswiss meldete, ist infolge des Lawinenniedergangs die Strassenverbindung zwischen Seedorf und Isleten gesperrt. Schäden wurden der Urner Polizei keine gemeldet, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess. Die Lawine sei ausgangs Seedorf niedergegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr sei vor Ort.

Eine Lawine blockiert die Strasse zwischen Seedorf und Isleten im Kanton Uri.
Eine Lawine blockiert die Strasse zwischen Seedorf und Isleten im Kanton Uri.
Foto: «20 Minuten»

«Allenfalls wird heute die höchste Gefahrenstufe ausgerufen, das kommt nur alle vier bis fünf Jahre vor»

Roger Perret, Meteorologe von Meteonews

Meteonews warnt auch vor akuter Lawinengefahr. «Es ist hochgefährlich. Es ist dringend abzuraten ausserhalb der Pisten zu fahren. Allenfalls wird heute die höchste Gefahrenstufe ausgerufen, das kommt nur alle vier bis fünf Jahre vor», sagt Meteorologe Roger Perret gegenüber «20 Minuten».

Gemäss Angaben des Schweizerischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) herrscht im Gebiet vom Walliser Lötschental bis in die Surselva im Kanton Graubünden aktuell grosse Lawinengefahr (Stufe 4), im restlichen Alpenraum sowie im Jura erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3).

Wegen der grossen Lawinengefahr stellte die Matterhorn Gotthard Bahn am Donnerstagmorgen den Autoverlad Oberalp zwischen Andermatt UR und Sedrun GR ein, wie es auf Twitter hiess. Aus dem gleichen Grund stellte die Bahn den Betrieb zwischen Niederwald VS und Hospental UR ein. Eine Ersatzbeförderung sei zurzeit nicht möglich.

Ein eingeschneites Auto in Valens.  (14. Januar 2021)
Ein eingeschneites Auto in Valens. (14. Januar 2021)
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

SDA

8 Kommentare
    Jürgen Baumann

    Hier im Flachland bei Zürich schneit es auch. War schon zwei Mal Schnee schieben. Das wird noch öfter nötig sein.