Zum Hauptinhalt springen

Grosse Reichweite per Huckepack

Die geringe Reichweite ist die Achillesferse der Elektroautos. Das will Frank M. Rinderknecht nun ändern – mit Hilfe der Bahn.

Flitzer für die Stadt: Der UC? verfügt über einen Elektromotor – soll aber auch im Zug mitfahren können.
Flitzer für die Stadt: Der UC? verfügt über einen Elektromotor – soll aber auch im Zug mitfahren können.
zvg

Seit vielen Jahren baut der Zürcher Autovisionär Frank M.Rinderknecht (55) rechtzeitig für den Genfer Autosalon Concept Cars – Autos, die spektakulär aussahen und viel Publikum an den Rinspeed-Stand lockten.

Nachteil: Keines dieser Schmuckstücke wurde in grösserer Stückzahl gebaut. Und viele davon hätten in der Schweiz wohl nicht einmal eine Strassenzulassung erhalten.

Auch dieses Jahr präsentiert Rinderknecht wieder ein Auto, das am kommenden Autosalon (4. bis 14.März) viele Menschen interessieren wird. Aber diesmal ist es kein futuristischer PS-Riese, sondern ein kleines Elektroauto, genannt UC?. UC? steht für die englische Redewendung «you see?» (Auf Deutsch etwa: «Kapiert?»).

Der UC? wird bewegt von einem 30 kW (rund 40 PS) starken Elektromotor. Der Motor beschleunigt das 980 Kilogramm leichte Gefährt, dessen Kunststoffkarosserie auch aus Teilen des Herstellers Rehau in Muri besteht, auf maximal 120 Kilometer pro Stunde. Die Reichweite liegt bei 105 Kilometern. Das mag im Vergleich zu Autos mit Benzinmotor nicht eben berauschend sein.

Reisen ohne giftige Abgase

Rinderknecht weist aber darauf hin, dass 82 Prozent aller Autofahrten in Europa über Distanzen gehen, die unter 60 Kilometern liegen. Dazu reicht die Kapazität des UC? allemal aus. Und dafür stösst das Elektroaggregat keine giftigen Abgase aus.

Dass Frank M.Rinderknecht beim UC? auf eine Serienherstellung hofft, hängt damit zusammen, dass es sich beim kleinen Elektroauto nicht bloss um ein Auto handelt. Die Philosophie, die hinter dem Concept Car steht, ist vielmehr ein umfassendes Mobilitätskonzept. «Lange Strecken mit dem Auto zu fahren finde ich öde», sagt Frank M.Rinderknecht. «Anders als im Zug kann ich weder arbeiten noch mich entspannen.»

Auto in den IC verladen

Am Zielort mag Rinderknecht aber nicht auf sein Auto verzichten. Also lag es nahe, Auto und Zug zu verbinden. Das ist beim UC? gegeben: Mit seinen 2,6 Metern Länge passt der kleine Flitzer quer in die 3 Meter breiten Güterwaggons. Also setzte sich Rinderknecht mit Vertretern der SBB und anderer europäischer Bahngesellschaften zusammen und begeisterte sie für sein Mobilitätskonzept. Technisch zu optimieren wäre es durch Lademöglichkeiten der UC?-Batterien in den Bahnwagen. Die UC?-Besitzer könnten ihr Auto im Huckepack-Verfahren mitführen – und hätten bei ihrer Ankunft am Zielort gleich wieder die volle Reichweite zur Verfügung.

Ausserdem könnten sie entweder in einem Bahnwaggon Platz nehmen, im Restaurant-Waggon essen und die Bahninfrastruktur wie Toiletten benützen. Oder sie könnten in ihrem Auto sitzen bleiben und ungestört geschäftlich telefonieren oder am Computer arbeiten.

Zu den Sponsoren des UC? gehört auch der Grossverteiler Coop. Mit gutem Grund: «Viele Menschen benützen ihr Auto sehr häufig, um die Einkäufe zu erledigen», sagt Coop-Sprecher Nicolas Schmied. «Da passt es zu unserem Nachhaltigkeitskonzept, Elektroautos wie den CU? zu unterstützen. Zumal in den Gepäckraum dieses Autos drei voll bepackte Einkaufstaschen passen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch