Der Quasi-Nachfolger

Subaru macht aus dem Legacy nach 25 Jahren den Levorg. Den Nachfolger des Bestellers gibt es in seiner neuen Form als Sportkombi (Touring) aber nur in Europa.

Aufgeregt: Die Frontansicht des Subaru Levorg verspricht mit seiner Hutze mehr Sportlichkeit, als das Auto bietet. Fotos: Subaru

Aufgeregt: Die Frontansicht des Subaru Levorg verspricht mit seiner Hutze mehr Sportlichkeit, als das Auto bietet. Fotos: Subaru

In den USA und auch in Asien rollt er weiter, der Legacy, der in fünf Generationen seit 1989 zum Inbegriff einer robusten Mittelklasselimousine mit Allradantrieb (auch als Kombi) geworden ist. Fünf Millionen Mal hat Subaru seinen Bestseller weltweit verkauft, auch in der Schweiz lief er laut Werner Bärtschi lange Zeit sehr gut. «Über 70'000 Autos haben wir immatrikuliert», bilanziert der Marketingdirektor von Subaru in Safenwil. Und fügt nicht ohne Stolz an: «Zu Spitzenzeiten waren es bis zu 5000 Fahrzeuge pro Jahr.» Es klingt, als schwinge bei dieser Aussage fast ein wenig Wehmut mit. Wehmut darüber, dass der Name Legacy nun verschwindet. Weil der Quasi-Nachfolger in Europa ab sofort Levorg heisst.

Die Lösung des (Namens-)Rätsel

Ganz zum Verschwinden bringen wollen die Japaner den altbewährten Namen aber auch auf dem Alten Kontinent nicht. Wer darüber rätselt, was Levorg bedeutet, der erfährt von Subaru folgendes: «Levorg setzt sich aus Legacy, Revolution und Touring zusammen.» Klingt zwar immer noch etwas verwirrend, deutet aber immerhin an, dass mehr als eine exotische Wortschöpfung hinter dem Namen steckt. Und dass ihn die Japaner nicht wie andere Hersteller auch schon einfach bei einem Nomadenstamm abgekupfert haben.

Ruhig: Die Heckansicht des Allradkombi.

Also: Die Anspielung auf den Legacy soll klar machen, dass seine inneren Werte bei der Weiterentwicklung zum Levorg weitgehend unangetastet geblieben sind. In der Revolution sehen die Japaner die Tatsache, dass sie den Quasi- Nachfolger nicht nur bezüglich Länge, sondern auch beim Radstand gleich um zehn Zentimeter kürzer gemacht haben. Allein das macht ihn von den Proportionen her dynamischer und damit auch trendiger. Dass die Japaner die Kniefreiheit für die Fondpassagiere dennoch um zweieinhalb Zentimeter erweitern konnten und das Kofferraumvolumen so auf 522 Liter zu steigern vermochten (bei umgeklappter Rückbank auf 1466 Liter), das könnte tatsächlich als kleine Revolution angesehen werden. Wüsste man denn nicht, dass der Levorg in seiner neuen Länge (oder Kürze) von 4,69 Metern bis auf einen einzigen Zentimeter der vierten Legacy-Generation von 2003 entspricht. Mit dem Levorg also folgt Subaru in Europa dem Trend zu kompakteren, sportlicheren Kombis als Alternative zu den weltweit und auch in der Schweiz boomenden SUV.

Alles im Griff: Das klassische Cockpit des Levorg lässt keine Fragen offen.

Die Rolle des Legacy, dessen fünfte Generation in der Schweiz bereits ausgelaufen ist, soll der schon bisher höher positionierte Crossover Outback übernehmen. David Dello Stritto, Marketingchef von Subaru für den gesamten europäischen Raum, sieht im Levorg deshalb auch keinen Nachfolger, sondern «ein völlig neues Mitglied unserer Allradfamilie, das den Komfort und das Platzangebot des Legacy mit den sportlichen Eigenschaften des WRX verbindet».

Und wie fährt sich dieser neue Subaru Touring? Durchaus agil, eine gewisse Trägheit, die dem Quasi-Vorgänger nie ganz abzusprechen war, macht er mit seinem 170 PS starken 1,6-Liter- Boxermotor auch dank reduziertem Gesamtgewicht wett. Aber ganz so sportlich, wie der völlig überdimensionierte Lufteinlass auf der Haube – Hutze genannt – signalisiert, ist der Subaru Levorg dann aber doch nicht – und muss es wohl auch nicht sein. Vielmehr ist der Neuling auf guten Familienkomfort ausgelegt, dem denn auch die sechsstufige CVT-Automatik bestens entspricht. Manuelles Eingreifen über die Schaltwippen hilft da wenig.

Schnäppchenpreis

Für einen familientauglichen Allradler mit leistungsfähigem 170-PS-Turbo und beachtlicher Serienausstattung – Bluetooth- Freisprechanlage, LED-Scheinwerfer, Keyless-System und Rückfahrkamera – sind 27'900 Franken ein guter Einstiegspreis. Dazu bietet Subaru je ein auf Sportlichkeit oder Sicherheit ausgelegtes Paket an. In der Topversion mit zusätzlich elektrischem Glasschiebedach kommt der Levorg auf 37'700 Franken zu stehen. Mit der Auslieferung hat Subaru Schweiz schon begonnen. Werner Bärtschi geht bis Ende Jahr von 500 Immatrikulationen aus. Als Verkaufsziel für 2016 nennt er 1700 Einheiten.

Peter Hegetschweiler fuhr den Levorg auf Einladung von Subaru Schweiz am 23./24. September in Spanien.

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