Der letzte Tango in Paris?

Der Pariser Salon gehört zu den grossen fünf der internationalen Automessen. Aber immer mehr Marken wenden sich vom Anlass ab.

Die siebte Generation der legendären Mittelklasse von BMW: Der neue 3er. Foto: Chesnot, Getty

Die siebte Generation der legendären Mittelklasse von BMW: Der neue 3er. Foto: Chesnot, Getty

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Die Gänge breit und leer, die Lücken zwischen den Ständen so weitläufig wie die Parkanlagen im Champs de Mars, viele Hallen abgesperrt und zwischen den grossen Marken Dutzende Firmen, von denen man noch nie etwas gehört hat: Seit der Krise in den USA war keine der grossen Messen mehr so dürftig wie der Pariser Salon in diesem Jahr. Dabei sind die Verkaufszahlen der Autohersteller nach wie vor erfreulich und die Prognosen gar nicht so schlecht. Obwohl Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, mahnt: «Gewinnwarnungen von BMW, von Daimler oder von ZuliefererContinental zeigen, dass die Big Party in der Autoindustrie eine Pause einlegt.»

Immerhin bewegt sich etwas punkto Elektromobilität – nicht umsonst stehen auf dem Pariser Salon mit dem Mercedes EQC und dem Audi E-Tron zwei neue Kandidaten, die kräftig am Thron von Tesla sägen. Doch wenn fast ein Dutzend Marken abgesagt haben, nicht nur die kleinen wie Alfa Romeo, Bentley oder Lamborghini, sondern grosse wie VW, Ford, Nissan, Fiat, Volvo oder Mazda, dann wird es eben luftig auf dem Messegelände an der Porte de Versailles.

Aufbruch ins Elektro-Zeitalter: Der Audi E-Tron Quattro. Foto: Reuters

Die Hersteller, die es nach Paris geschafft haben, zeigen dennoch interessante Exponate. Die französischen Marken glänzen vor allem mit zukunftswei­senden Studien: Bei Renault ist die autonom fahrende Luxus-Lounge EZ-Ultimo der Hingucker, am Stand von Peugeot ist es ein hinreissend schönes Elektro-Coupé im Stil des legendären 504. Citroën und die Edeltochter DS kontern diese fernen Träume mit zwei wichtigen Serienmodellen, die – wie könnte es aktuell anders sein – als SUV daherkommen. Citroën lanciert den C5 Aircross als charmanten Gegner von Tiguan & Co., mit etwas mehr Klasse buhlt der kleinere DS3 Crossback mit einer extravaganten Formensprache um Aufmerksamkeit. Er ist notabene das erste Auto aus dem PSA-Konzern, das auch mit einem rein elektrischen Antrieb angeboten wird.

Pariert wird die französische Charmeoffensive von den deutschen Herstellern. Zwar schwänzen VW, Opel und Ford den Auftritt an der Seine, doch Audi, BMW und Mercedes-Benz feiern dafür gleich ein halbes Dutzend Premieren in allen Klassen. So zeigen die Ingolstädter mit dem A1 Sportback und dem Q3 zwei wichtige Volumenmodelle, hauchen mit dem 300 PS starken SQ2 ihrer kleinsten SUV-Baureihe mehr Leben ein und brechen mit dem E-Tron ins Elektro-Zeitalter auf. BMW zieht das Tuch von der nächsten Generation des 3ers, feiert die Messepremiere des neuen X5 und hat den Bau des rein elektrischen i4 per 2021 bestätigt.

Cabrio ohne Dach

Bei Mercedes-Benz gibt es neben der neuen B-Klasse und der nächsten Generation des GLE vor allem den elektrisch angetrie­benen EQC zu sehen. «98,3 Prozent der Kunden in der EU haben sich im zweiten Quartal dieses Jahres gegen den Kauf eines reinen Elektrofahrzeugs entschieden», sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche. «Mit dem EQC haben wir jetzt einen brandneuen elektrischen Mercedes, der eine echte Alternative zu einem Modell mit Verbrennungsmotor ist. So haben unsere Kunden eine faire Wahl bei der Entscheidung, welche Option am besten zu ihrem täglichen Mobilitätsbedarf passt.»

Rein elektrisch ist auch die Zukunft der Tochtermarke Smart. Und weil es mit der nächsten Neuheit noch ein bisschen dauert, hatten die Designer Zeit für den Forease, der als radikales Cabrio ohne Dach daherkommt.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 03.10.2018, 18:00 Uhr

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