Premium auf Französisch

Citroën erweitert seine neue DS-Baureihe nicht nur um die Kompakt-Limousine DS4, sondern bringt im November auch den baugleichen Crossback auf die Strasse.

Premium-SUVohne Allradantrieb: Der DS4 Crossback punktet mit hochwertiger Ausstattung und günstigem Preis.

Premium-SUVohne Allradantrieb: Der DS4 Crossback punktet mit hochwertiger Ausstattung und günstigem Preis.

(Bild: Citroën)

Premium? Nein, das war bisher nicht der Anspruch von Citroën. Selbst damals nicht, als die Franzosen mit einem ganz besonderen Auto allen Grund dazu gehabt hätten – mit der DS, der Göttin (französisch «déssse»). Mitte der 50er- Jahre zum automobilen Inbegriff von Avantgarde hochstilisiert, bestach die Limousine tatsächlich nicht nur mit ihrer progressiven Form, sondern auch mit ihrer innovativen Technik – vom damals weltexklusiven Kurvenlicht bis hin zur revolutionären, hydropneumatischen Federung. Ein Glück für Audi, BMW und Mercedes, dass es den Begriff Premium zu jener Zeit noch nicht gab. Citroën hätte ihn locker für sich beanspruchen können. Exklusiv!

Bullig: Das Heck des DS4 Crossback. Bild: Citroën.

DS-Wings als Markenzeichen

60 Jahre später sind die Franzosen nicht nur daran, das legendäre Kürzel DS wieder aufleben zu lassen, sie erklären die zwei Buchstaben auch gleich zum Symbol ihrer neuen Marke. So emanzipiert sich DS nun definitiv von Citroën, der Doppelwinkel hat ausgedient, die als Wings stilisierten beiden Buchstaben «verschmelzen zum Logo eines neuen Brands», wie sich dessen ebenfalls neuer Chef ausdrückt. Yves Bonnefont macht damit auch klar: «Wir von DS spielen im PSA-Konzern ab sofort die Rolle des Premiumanbieters, während Citroën wie bisher das Volumengeschäft abdecken wird.»

Von Volumen spricht aber auch Carlos Tavers. Für den Chef des PSA-Konzerns, zu welchem auch Peugeot gehört, soll die neue Citroën-Marke künftig zehn Prozent des gesamten Verkaufsvolumens ausmachen, das heisst 300'000 Premium-Fahrzeuge pro Jahr. Erreichen will Tavers das Ziel bis 2020. Fünf Modelle werden bis zu diesem Zeitpunkt noch hinzukommen, mit dem DS 5, der als Erster das neue Logo trägt und sozusagen für die Weiterentwicklung des bisherigen Citroën-Flaggschiffs zum Premium- Fahrzeug steht, ist der Anfang bereits gemacht worden.

Upgrade zu interessantem Preis

Jetzt folgt der DS 4. Und weil es sich auch beim Kompaktmodell eigentlich um ein Upgrade und nicht um eine Neuheit im eigentlich Sinne handelt, stellen die DS-Strategen der Limousine gleich noch einen Crossback zur Seite, von dem sie sich im Segment der Premium-SUV besonders viel erhoffen. Entsprechend tief ist trotz respektabler Ausstattung selbst der Basisversion und qualitativ hochstehender Verarbeitung der Preis angesetzt: Den DS 4 Crossback gibt es ab 31'550 Franken, allerdings nur mit Vorderrad- Antrieb. Allradantrieb ist bei DS derzeit noch kein Thema. Der Preis für die Limousine liegt mit 26'250 Franken sogar noch tiefer.

Der DS4 als elegante Limousine. Bild: Citroën.

Obwohl beide Versionen baugleich sind, hebt sich der Crossback optisch deutlich von der Limousine ab. Dank silberner Dachreling, schwarzer Beplankung und ebensolchen Felgen sowie drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit wirkt er robuster, die Limousine dafür eleganter. Der von DS-Chef Yves Bonnefont beschworene neue «Spirit of Avantgarde» findet sich bei beiden Fahrzeugen vor allem im Interieur: Es wirkt ausgesprochen edel, das Aluminium ist echt und gebürstet, das Leder der Sitze soll von Hirschen aus Bayern stammen. Bequem und mit gutem Seitenhalt sind die Sitze obendrein.

Edel und hochwertig: Das völlig neue Cockpit im DS4 überzeugt. Bild: Citroën.

Im wörtlichsten Sinn neue Horizonte erschliesst Citroën mit seiner Premium- Reihe bezüglich Connectivität. Als erste Modelle des gesamten PSA-Konzerns können DS 4-Limousine und Crossback nicht nur über Mirror Link mit Android-Geräten kommunizieren, sondern über Car Play auch mit solchen aus dem Hause Apple. Zahlreiche Fahrzeugfunktionen lassen sich neu über den Sieben-Zoll-Touchscreen regeln – ein Dutzend Knöpfe und Schalter im zuvor überladenen Cockpit fallen weg. Zum Markenstart im November stehen sechs Motoren zur Wahl. Die beiden Selbstzünder mit 120 und 180 PS, die in beiden Versionen zum Einsatz kommen, gehören zur neusten Blue-HDi-Generation von PSA und sollen im Schnitt nur 3,7 bis 4,3 Liter auf 100 Kilometer verbrennen. Top-Aggregat ist der 210 PS starke Benziner, der allerdings nur die Limousine 235 km/h schnell macht. Der Crossback muss sich mit einem 165-PSTurbo «bescheiden».

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen DS 4 auf Einladung von Citroën Suisse am 13./14. Oktober in Frankreich.

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