Auf zu neuen Galaxyen

Obwohl Grossraumlimousinen nicht im Trend liegen, hat Ford den Galaxy neu entwickelt und lanciert im Herbst die dritte Generation.

Frontansicht: Ein bisschen Aston Martin. Bild: Ford

Frontansicht: Ein bisschen Aston Martin. Bild: Ford

Die ganze Welt fährt auf SUV ab. Grosse SUV, kompakte SUV, Mini-SUV, sportliche, Coupé-artige – Hauptsache SUV. Nicht etwa, weil die Welt zu wenig asphaltierte Strassen hätte, sondern weil – ja, warum eigentlich? Wenn Ausserirdische aus dem All auf die Erde herunterblicken könnten, würden sie sich wundern, warum so viele Menschen mit einem Bedürfnis nach Platz und Praktikabilität kein wirklich geräumiges und praktisches Auto fahren. Eines wie den VW Sharan, Seat Alhambra, Renault Espace oder – an diesem Modell fänden die Ausserirdischen bestimmt besonderen Gefallen – den Ford Galaxy. Das schon seit 1994 gebaute Raumwunder wurde kürzlich neu entwickelt, geht im September in seiner dritten Generation an den Start und liefert so einige überzeugende Argumente.

Die Kommandozentrale des Galaxy. Foto: Ford

Viel «Space» und Komfort

Während der auf derselben Plattform basierende S-Max dem dynamischen Design zuliebe etwas Platz einbüsst, setzt der 4,85 Meter lange Galaxy kompromisslos auf «Space» – im englischen Wortsinn, versteht sich. Der erstmals über eine elektrische Heckklappe zugängliche Kofferraumfasst bei zweisitziger Konfiguration 2339 Liter, und wenn die hinteren fünf, auf Knopfdruck um und hochklappbaren Sitze besetzt sind, bleiben noch immer 300 Liter für das Gepäck. Vor allem geniessen dabei nicht nur kleine grüne Männchen, sondern auch gross gewachsene Menschen genügend Kopf- und Beinfreiheit. Doch trotz seiner Grösse ist das Interieur kein schwarzes Loch: Die grosszügigen Glasflächen sorgen für ein helles, freundliches Ambiente, das optionale Panoramaglasdach, das sich fast über die gesamte Fahrzeuglänge erstreckt, macht den Van quasi zur Sonnenbank, und das Cockpit wirkt deutlich hochwertiger als zuvor. Einziger Kritikpunkt: Um die Bedienung des neuen Navigationssystems zu begreifen, muss man ein besonders hoch entwickeltes Wesen sein.

Zur Sicherheit tragen indes neue Systeme wie der intelligente Geschwindigkeitsbegrenzer, ein Pre-Collision-Assistant, der Cross-Traffic-Alert und die Split-View-Technologie bei. Was aus dem Klingonischen übersetzt so viel bedeutet wie: Der Galaxy bremst im Fall einer Tempo-Überschreitung automatisch ab, hilft Kollisionen zu verhindern, warnt beim Rückwärts-Ausparkieren vor Querverkehr und verbessert die Sicht an schwer einsehbaren Kreuzungen, indem er ein 180-Grad-Weitwinkelbild auf den 8-Zoll-Display überträgt.

Heckansicht: Nichts Neues von hinten. Foto: Ford

Also auf zur Entdeckung neuer Galaxien? Warum nicht. Dank der gut ausgeformten, komfortablen Sitze darf die Fahrt ruhig etwas länger dauern. Das neu entwickelte Fahrwerk mit Integrallenker- Hinterachse hilft, Unebenheiten glattzubügeln und gibt sich auch auf kurviger Milchstrasse keine Blösse, während Lenkbefehle geschwindigkeitsabhängig und direkt umgesetzt werden.

Neu auch mit Allradantrieb

Als Motorisierung empfiehlt sich in erster Linie der sehr durchzugsstarke 2-Liter- Diesel mit 180 PS und 400 Newtonmetern, der gut mit der optionalen 6-Stufen-Automatik harmoniert und so ruhig arbeitet, dass man wie in einer Kapsel durch Raum und Zeit gleitet. Auf dem Prüfstand fordert er lediglich 5,0 Liter, doch für einen Selbstzünder spricht beim Galaxy nicht nur der niedrige Verbrauch: Das neue Allradsystem, das bis zu 100 Prozent der Antriebskraft blitzschnell an die Hinterräder leiten kann, ist ausschliesslich in Kombination mit dem handgeschalteten 150-PS-Diesel und besagtem 180-PS-Diesel erhältlich. Wer auf einen Raketenantrieb besteht – der Galaxy ist auch als 240 PS starker Eco-Boost-Benziner erhältlich –, muss sich mit Frontantrieb begnügen.

Im Ford Galaxy finden bis zu 7 Personen oder 2339 Liter Gepäck Platz. Foto: Ford

Von Januar bis Ende Juni 2015 wurden in der Schweiz nur gerade 23 Galaxy verkauft, während der Kuga auf 1762 Exemplare kam. Auch künftig dürfte die Grossraumlimousine vom Erfolg eines Kompakt-SUV Lichtjahre entfernt bleiben. Und doch besteht Hoffnung, dass das geräumige, praktische Modell nicht nur Ausserirdische, sondern auch intelligentes Leben auf der Erde überzeugen kann. Der Preis ab 38 000 Franken ist bodenständig, das neue Design mit Frontgrill im Aston-Martin-Look übt gewiss eine grössere Anziehungskraft aus als der etwas biedere Vorgänger, hinzu kommt endlich ein Allradsystem. Letzteres ist den Schweizern besonders wichtig. Nicht etwa, weil die meisten hierzulande in den Bergen leben und den Traktionsvorteil im Winter zwingend ist, sondern weil – ja, warum eigentlich?

Nina Vetterli fuhr den neuen Ford Galaxy auf Einladung der Ford Motor Company SA in England.

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