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Audi Q7 V12 TDI und RS6: Image-Rückstand durch Technik?

Ein V12-Diesel mit 500 PS und einem Drehmoment von 1000 Newtonmeter, der nur 11,3 Liter verbraucht: Eine starke Leistung – aber zum falschen Zeitpunkt.

«Vorsprung durch Technik.» Mit diesem Slogan hat sich Audi in den vergangenen 25 Jahren vom einst biederen Automobilhersteller zu einer der führenden und innovativsten Premiummarken entwickelt. Keine Frage: Audi setzt heute in vielen Bereichen Massstäbe.

Auch mit dem neuen Q7 V12 TDI und dem RS6, den es nun auch als Limousine zu kaufen gibt. Denn laut Audi ist der Q7 V12 TDI der «stärkste Diesel-Geländewagen der Welt», und der RS6 ist «die stärkste Limousine der Welt».

Das ist zwar technisch durchaus beeindruckend, und macht – ich gebe das gerne zu – auf der Strasse auch enorm viel Spass. Vor allem der über 200'000 Franken teure Q7 V12 TDI, der sich so agil wie ein Kompaktsportler fahren lässt (0 auf 100 in 5,5 Sekunden), und der dank 20 Zoll grossen Scheibenbremsen aus mit Keramik verstärkter Kohlefaser auch besser bremst als die meisten Konkurrenten.

Doch die budgetierten 11,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer sind reine Theorie und wurden ohne den wichtigsten Sparfaktor, den Mensch, berechnet. Denn wer sich so ein Auto kauft, der gibt auch ab und zu mal Gas. Und dann leert sich der Tank überraschend schnell.

Aber hat Audi diese Superlative in Zeiten der Klimadiskussion überhaupt nötig? «Der Markt verlangt nach diesem Auto», lautet die Antwort auf diese Frage nicht nur bei Audi, sondern bei allen Marken, die vergleichbare Hochleistungsfahrzeuge anbieten. Selbst Lexus, die Luxustochter von Toyota, stellt ihr sauberes Image mit dem BMW-M3-Jäger IS F mit 423 PS in Frage, und freut sich dafür über das «willkommene Geschäft». Das tut auch Audi: Der Anteil an V12 TDI beim Q7 und dem 580 PS starken RS6 bei der A6-Modellpalette wird für die Schweiz auf 10 Prozent oder mehr geschätzt.

«Das Image der deutschen Marken basiert in erster Linie auf Leistungsstärke », warnt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Gelsenkirchen, in einem Interview mit dem «Handelsblatt» vor einem drohenden Imageverlust. «Jetzt muss es das Ziel der deutschen Hersteller sein, dieses Image auch beim Elektromotor zu erhalten.»

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