Die zehn wichtigsten Dinge, die Sie über den neuen Polo wissen müssen

Grösser, digitaler und bunter: VW schickt die sechste Generation des Kleinwagenklassikers Polo an den Start. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Breitenbetont: Beim neuen Polo geht der Kühlergrill nun auch nahtlos in die Scheinwerfer über. Das verleiht dem Kleinwagen Dynamik und Eleganz.

Breitenbetont: Beim neuen Polo geht der Kühlergrill nun auch nahtlos in die Scheinwerfer über. Das verleiht dem Kleinwagen Dynamik und Eleganz. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Minigolf: Der Titel trifft mehr denn je zu, denn mit der sechsten Generation basiert endlich auch der Polo auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) von VW. Gleichzeitig ist das Etikett auch so verkehrt wie noch nie, denn der neue Polo ist gar nicht mehr mini. In der Länge ist er um 8,1 Zentimeter auf knapp über 4,05 Meter gewachsen, der Radstand wurde um 9,2 Zentimeter gestreckt. Und der Kofferraum hat eine Klasse übersprungen: Plus 71 Liter gibt ein Total von 351 ­Litern – das ist das Gepäckraumvolumen des Golf VI.

Design: Vorne draufgängerisch, hinten musterknabenhaft – der Kontrast zwischen der Front mit ihren LED-konturierten Leuchten und dem Heck mit den weit aussen stehenden Leuchten im Prinzessinnen-Schliff (optional natürlich auch in LED-Technik ausgeführt) könnte kaum grösser sein. Bei den Felgen darf, wer will, etwas extra Geld loswerden, bis 17 Zoll reicht das Angebot, der GTI mags noch einen Zoll grosszügiger. Sonst sind da in der Erscheinung keine Mätzchen und keine Extravaganzen, VW ist nicht die Marke der radikalen Veränderungen.

Great Expectations: Seit dem allerersten Polo von 1975 hat noch jede Generation die letzte im Verkauf übertroffen. Von der 2009 lancierten und 2014 generalüberholten fünften Version wurden 4,2 Millionen Modelle verkauft. An diesen Erfolg möchte VW mit dem Nachfolger anschliessen.

Dieselgate: Zum Start ist der Polo mit vier Varianten des 1.0 TSI mit einer Leistungsspanne von 65 bis 115 PS lieferbar sowie mit dem Gasantrieb TGI mit 90 PS. Moment mal, denkt da mancher, kein Selbstzünder? Verzichtet VW etwa auf die wegen ihrer Schadstoffausstösse in Verruf geratenen Kleinwagendiesel? Die Antwort lautet vorderhand: Nein. Schon ab Oktober ist der Polo auch mit dem 1,6-Liter-TDI lieferbar, mit 80 oder 95 PS. Im gleichen Monat debütiert auch der GTI mit munteren 200 PS. Der fraglos spannendste Motor folgt aber erst 2018, ein Vierzylinder mit 1,5 Litern Hubraum, 197 PS und Zylinderabschaltung.

Leisetreter: Gemessen an der Fahrzeugklasse, ist es geradezu verrückt, wie leise es im neuen Polo ist. Und auch der Abrollkomfort ist formidabel für einen Kleinwagen. Selbst Pflastersteine erzeugen kein Rumpeln und schon gar kein Hoppeln, der Polo ist ein einziger Dämpfer.

Fahrdynamik: Trotz der elektronischen Differenzialsperre XDS, die nichts anderes ist als korrigierende Bremseingriffe an einzelnen Rädern, wirkt der Polo in Kurven schnell gefordert, untersteuert leicht und baut Seitenneigung auf. Spass kommt mit diesem Fahrwerk nicht auf, da muss man sich bis zum GTI gedulden. Mit dem 7-Gang-DSG wirkt zudem selbst die Variante mit dem 115 PS starken 1.0 TSI recht pomadig. Dagegen wirkt der Handschalter quirliger und lässt bei der Arbeit mit dem schön elastisch durch die Gassen tänzelnden Schaltstock sogar etwas Freude aufkommen.

Digitalisierung: Wer sich das ­virtuelle Cockpit und die grosse Version des Multimedia- und Navigationssystems leistet, könnte sich fast in einer Mercedes-E-Klasse wähnen. Die beiden Bildschirme, das 11,7 Zoll grosse Infodisplay hinter dem Lenkrad und das in der Topausstattung 8 Zoll grosse, in Glas gefasste Zentraldisplay schliessen im Armaturenbrett beinahe unterbruchslos aneinander an. Das hat in dieser Klasse noch kein Mitbewerber.

Assistenzsysteme: Auch bei den elektronischen Helferlein kann der Polo nun dank VWs grossem Baukasten aus dem Vollen schöpfen: adaptiver Tempomat, Totwinkel- und Querverkehrswarner, selbststeuernder Parkassistent, Fussgängererkennung, Notbremssystem – alles da, wenn man bei der Bestellung die richtigen Häkchen macht.

Farbenpracht: Dem allgemeinen Trend folgend, entdeckt VW nun auch eine Vorliebe für Farben, teils kennt man diese Anwandlungen schon aus dem Up. Nebst 14 Body-Farben mit Namen wie Pale Copper, Deep Black Pearl Effect oder Ivory Silver gibt es auch deren acht für den Rahmen und die Zierleiste im Armaturenbrett. Von der Idee her ist das richtig, weil marktgerecht, je nach Wahl wird der Material- und Farbmix allerdings zu viel des Guten.

Preisfrage: Der Polo steht in der abgespeckten 65-PS-Einstiegsvariante für 16'800 Franken in der Preisliste. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Wie gewohnt bietet VW die drei Ausstattungsvarianten Trend­line, Comfortline und Highline an. Dazu die Sonderversion Beats, mit einer 300-Watt-Soundanlage und einigen ansprechenden, eigenen Designdetails. Mit 115 PS, 7-Gang-DSG und in der Ausstattung Comfortline schlägt der Polo bereits mit 26'900 Franken zu Buche, mögliche Extras noch nicht eingerechnet. Die 30'000-Franken-Marke wird also leicht zu knacken sein.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.10.2017, 16:13 Uhr

Artikel zum Thema

Eleganz aus dem Windkanal

Ein grosser Sportler ist der neue Opel Insignia nicht, auch wenn er den Beisatz Grand Sport trägt, aber ein famoser Reisewagen. Und noch nie war ein Opel in der jüngeren Geschichte annähernd so elegant. Mehr...

Das Erfolgsrezept nach unten ausgeweitet

Die Schweden haben diese Woche in Mailand den XC40 vorgestellt. Die neue Baureihe trifft auf ein boomendes Segment. Mehr...

Standhaft geblieben

BMW Coupé und Cabriolet der 2er-Reihe von BMW wurden mit einem sanften Facelifting aktualisiert. Unter der nur in Details modifizierten Karosserie steckt weiterhin diebewährte Antriebstechnik. Mehr...

Kommentare

Blogs

Bern & so Freier Kopf

Foodblog Wenn Pappa kocht

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Unklare Zukunft: Wartende Migranten spiegeln sich im Meer im Hafen von Malaga, Spanien. (13. Januar 2018)
(Bild: Jon Nazca) Mehr...