Chic gemacht für die zweite Halbzeit

Toyota frischt den Aygo zur Hälfte des Modellzyklus auf. Die Änderungen betreffen vor allem das Aussehen – das Design ist schliesslich das Hauptargument für den Kauf des Kleinwagens.

Dank seinen parkplatzfreundlichen Massen sind enge Innenstädte die Domäne des neuen Toyota Aygo. Foto: PD

Dank seinen parkplatzfreundlichen Massen sind enge Innenstädte die Domäne des neuen Toyota Aygo. Foto: PD

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Kopenhagen ist eine Velostadt, vielleicht sogar d i e Velostadt schlechthin. Wer hier mit dem Auto unterwegs ist, muss sich unterordnen, und am besten gelingt das natürlich mit einem möglichst kleinen Wagen. Kein Wunder, sind in der ­dänischen Hauptstadt auffallend viele Angehörige des A-Segments unterwegs: Fiat 500, Kia Picanto, Peugeot 108, Citroën C1 und wie sie alle heissen, wuseln überall durch die pulsierende City.

Toyotas Player in diesem Segment heisst Aygo, und der ist mit einer Länge von 3,46 Metern, einer Breite von 1,62 Metern und einer Höhe von 1,46 Metern prädestiniert für den innerstädtischen Verkehr. Velodominanz hin oder her. Verständlich also, dass die Japaner Kopenhagen als Veranstaltungsort für die Pressetestfahrten des überarbeiteten Modells gewählt haben: Hier passt das Auto hin und steht an jeder Ecke ein Aygo. In der Schweiz ist es mit 622 verkauften Einheiten 2017 und einem Segmentanteil von 4 Prozent etwas weniger präsent im Strassenverkehr. Vom neuen Modell verspricht sich der Importeur aus Safenwil mehr: 800 Einheiten sollen es noch in diesem Jahr werden.

Optionales Sicherheitssystem

Der als Drei- oder Fünftürer erhältliche Aygo wurde nun sanft aufgefrischt, wie das zur Hälfte des Modellzyklus ­üblich ist. Das ist vor allem von vorn gut ­erkennbar: Wo sich vorher ein mar­kantes, schwarzes X stilistisch von den Kotflügeln über den Kühlergrill bis in die Aussenspiegel über die gesamte Front spannte, ist im neuen Modell zwar noch immer eine X-Form zu erkennen, allerdings dreidimensional ausgearbeitet und nicht mehr farblich abgesetzt. Das verleiht dem Japaner eine skulpturalere Form und ein moderneres Aussehen, aber auch etwas mehr Eleganz.

Am Heck sind es die geschwungenen LED-Leuchtstreifen in den vertikalen Heckleuchten, die für einen frischeren Look sorgen. Es sind ausserdem zwei neue Aussenfarben erhältlich, ein knalliges Magenta und ein strahlendes Blau, die je nach Ausstattungsvariante auf die Dekorelemente im Innern übertragen werden. Dort verändert sich ansonsten nicht sehr viel: Das zentrale Instrument erhielt eine andere Hintergrundbeleuchtungsfarbe, zudem sind neue Stoffbezüge für die Sitze erhältlich. An Ausstattung ist vorhanden, was man in einem solchen Auto erwartet. Neu ist das Safety Sense genannte System erhältlich, zumindest als Option in der gehobenen Ausstattungsvariante Trend und serienmässig in der Sonderversion Limited – die ist in der Schweiz aber auf 70 Einheiten beschränkt. Safety Sense umfasst neben einem Spurwechselwarner auch ein Pre-Collision-System (PCS), das im Tempobereich zwischen 10 und 80 km/h vor einer drohenden Kollision warnt und im Notfall eine Notbremsung einleitet.

Schwachbrüstiger Motor

Technisch wurde am neuen Aygo kaum etwas verändert. Anders als seine französischen Brüder – der Aygo teilt sich die technische Basis mit dem Citroën C1 und dem Peugeot 108 – ist der Japaner nach wie vor nur mit einer Motorvariante erhältlich, zur Wahl stehen lediglich ein manuelles oder ein automatisches Fünfganggetriebe. Der 1-Liter-Dreizylinder-Benziner muss ohne Aufladung auskommen, leistet daher lediglich 72 PS und hat ein maximales Drehmoment von 93 Newtonmetern bei 4400 Umdrehungen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Kleinwagen tatsächlich kein Sportler ist: Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 vergehen fast 14 Sekunden und noch etwas länger mit dem automatisierten Getriebe, die Höchstgeschwindigkeit liegt gemäss Hersteller bei 160 km/h. Sieht auf dem Papier ziemlich enttäuschend aus, doch zum Durch-die-Stadt-Wuseln reicht diese Motorisierung allemal aus. Kritischer zu betrachten gilt es die Verbrauchswerte. Natürlich glänzt dieser kleine Dreizylinder im Labortest mit einem Schnitt von 3,8 (Eco-Version) bis 4,2 Litern (Automatikgetriebe) und einem CO2 von 86 bis 95 Gramm pro Kilometer. Wer aber im Verkehr mitschwimmen will, muss den kleinen Japaner ordentlich treten – speziell in der hügeligen Schweiz. Rund um Kopenhagen lag der Verbrauch nach einem fairen Stadt-Land-Autobahn-Mix bei 6,2 Litern – das ist schon deutlich über dem Laborwert.

Der Hauptgrund, wieso sich jemand für einen Aygo entscheidet, ist gemäss Analyse des Herstellers das Design. Insofern tut die optische Auffrischung dem Kleinwagen gut, und nach dem Facelift dürfte der Toyota viele neue Liebhaber(innen) finden. Schliesslich gibt es die überarbeitete Version ab 1. August bereits zu Preisen ab 12 490 Franken.

Dave Schneider fuhr den neuen Aygo auf Einladung von Toyota Schweiz in Kopenhagen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.06.2018, 17:52 Uhr

Toyota AygoFrischkur für Design-Kleinod

Modell: Kleinstwagen

Masse: Länge 3465 mm, Breite 1615 mm, Höhe 1460 mm, Radstand 2340 mm.

Kofferraum: 168 Liter

Motoren: 1-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 72 PS

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 13,8 bis 15,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 160 km/h

Verbrauch: 3,8 bis 4,2 Liter auf 100 Kilometer

CO2-Ausstoss: 86 bis 95 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: Ab 1. August

Preis: Ab 12 490 Franken

Infos: www.toyota.ch


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