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So stimmt Ford Amerika auf den neuen F-150 ein

John Wayne hatte sein Pferd, die Waltons ihren Planwagen – und der moderne Amerikaner fährt einen Ford F-150.

Ein Koloss für Amerika: Ford bringt die Besucher der Detroit Auto Show mit der Studie Atlas ins Schwärmen.
Ein Koloss für Amerika: Ford bringt die Besucher der Detroit Auto Show mit der Studie Atlas ins Schwärmen.
Ford

Denn nicht Stadtflitzer, Elektroautos oder SUV, sondern Pick-ups sind nach wie vor die meistverkauften Autos jenseits des Atlantiks. Und keiner ist damit so erfolgreich wie Ford. Nicht umsonst führt der F-150 seit fast 40 Jahren ununterbrochen die Zulassungsstatistik an und hat darum für die Amerikaner einen Stellenwert wie für unsereins der VW Golf. Doch genau wie hier der Golf ständig mit Opel Astra und Ford Focus rangelt, wollen dem F-150 vor allem der RAM 1500 von Chrysler und der Chevrolet Silverado ans Leder. Um die Konkurrenz mit ihren deutlich neueren Modellen auch weiterhin auf Distanz zu halten, hat Ford jetzt in Detroit zu einem buchstäblich gewaltigen Gegenschlag ausgeholt.

Eine Studie zur Überbrückung

Zwar gibts den neuen F-150 frühestens im kommenden Jahr, doch bis dahin stiehlt der Marktführer seinen Nebenbuhlern mit einer spektakulären Studie die Schau: Atlas, so heisst der silberne Pritschenwagen mit dem futuristischen Design, der mit dem Chromgrill in der Grösse einer Tischtennisplatte, einer mannshohen Motorhaube und einer Pritsche im Format eines Swimmingpools so riesig wirkt, als könne er genau wie der griechische Gott tatsächlich die Welt schultern.

«Larger than life», also überlebensgross, nennen die Amerikaner solche Autos und garnieren ihre Beschreibungen mit markanten Bemerkungen über Helden des Alltags, die sich für nichts und niemanden zu schade sind. Doch auch wenn sie damit an die Wurzeln der amerikanischen Gesellschaft rühren und den Bogen zurück zu den Siedlern mit ihren Planwagen schlagen, ist der Atlas kein Auto von gestern. Nicht nur, weil er mehr Elektronik und Fahrhilfen bietet als manche moderne Mittelklasselimousine. Sondern vor allem, weil er bei aller Emotion auch auf Effizienz gepolt ist.

20 Prozent weniger Verbrauch

Natürlich verzichtet bei so einem Koloss niemand auf einen grossen Motor. Mindestens sechs, oder am besten acht Zylinder sollten es schon sein. Und vom Hybridantrieb will in dieser Klasse auch keiner etwas wissen. Doch zeigt Ford beim Atlas, wie man auch unter diesen erschwerten Bedingungen wenigstens ein bisschen Sprit sparen kann. Der immerhin über 300 PS starke V6-Motor bekommt deshalb die nächste Generation der EcoBoost-Technik mit Aufladung und Direkteinspritzung, das neue Getriebe glänzt mit Start-Stopp-Funktion, viele Alubleche drücken das Gewicht um gute 300 Kilogramm, und die Aerodynamik des Ford ist fast so ausgefuchst wie bei Ferrari. Nicht umsonst hat der Atlas neben einem variablen Frontspoiler für die bessere Durchströmung des Unterbodens auch noch Felgen mit beweglichen Elementen, die sich elektronisch gesteuert in die Lücken zwischen den Speichen schieben und so den Luftwiderstand weiter senken. All das zusammen soll den Verbrauch immerhin um runde 20 Prozent drücken, hört man am Ford-Stand.

Selbst wenn davon am Ende bis zur Produktionsfreigabe des nächsten F-150 nur 10 Prozent übrig bleiben und auf 100 Kilometern vielleicht ein, zwei Liter gespart würden, wäre das ein gewaltiger Fortschritt – erst recht, wenn man es auf die jährlich fast 700 000 verkauften Exemplare des amerikanischen Bestsellers hochrechnet. (tg)

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