Im Topseller auf grosser Fahrt

Mit dem überarbeiteten Ford Kuga quer durch Frankreich – da können sich die Passagiere freuen. Der beliebte SUV hat viele Qualitäten und nur wenige Mängel.

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Ende April. Pünktlich zum Frühling zieht der Winter mit eiserner Hand übers Land. Die Schweiz versinkt im Schneechaos, zumindest auf den Strassen. Gut aufgehoben ist nun, wer in einem Ford Kuga Titanium 2.0 TDCI AWD unterwegs ist; dank Allradantrieb in Kombination mit guten Winterreifen pflügt der Kuga durch jede Schneelandschaft, während man sich im Innern am wohltemperierten Sitz, am beheizten Lenkrad und an der Frontscheibenheizung erfreut.

Doch um ehrlich zu sein: Das alles interessierte uns Ende April herzlich wenig. Wir waren zwar genau bei diesem Kälteeinbruch mit dem überarbeiteten Ford Kuga mit den beschriebenen Features unterwegs, aber nicht im Schweizer Schneetreiben – wir fuhren 1000 Kilometer westwärts und trafen dort auf 20 Grad und eitel Sonnenschein.

Wir konnten also weder vom Allradantrieb noch von der beheizten Windschutzscheibe profitieren, doch der Kuga machte sich auf unserer langen Fahrt auch so ausgezeichnet; nicht nur bei einem Wintereinbruch, sondern auch auf einer langen Fahrt kann sich glücklich schätzen, wer im neuen Kuga unterwegs ist.

Der kompakte SUV ist nicht ohne Grund so beliebt. Die erhöhte Sitzposition erlaubt einen bequemen Zustieg und eine gute Übersicht. Man sitzt bequem, kann sich während der Fahrt gut unterhalten, da der Innenraum gut von den Abroll-, Wind- und Motorgeräuschen isoliert ist.

Der gut zugängliche Kofferraum – in der von uns gefahrenen Version freilich mit elektrisch betätigter Heckklappe – schluckt das Reisegepäck locker, 456 bis maximal 1653 Liter mit komplett umgeklappter Rückbank stehen zur Verfügung.

Doch wer wie wir mit einem ­Baby auf dem rechten Rücksitz unterwegs ist und das Ladegut entsprechend sicher verstauen will, stellt fest, dass man selbst mit einem mittelgrossen SUV das Reisegepäck behutsam planen muss – ein Fakt, der abgesehen von grossen Vans auf fast alle Automodelle zutrifft und leider viel zu oft ignoriert wird. Also entweder wenig Gepäck mitführen und es fachgerecht sichern – oder dann ein entsprechend grösseres Auto kaufen. Das Risiko im Falle eines Falles ist einfach zu gross.

Nach dieser Erkenntnis und einigem Hin und Her – die klappbaren Liegestühle mussten zurück in den Keller – ging es dann los auf die grosse Fahrt. Der 2-Liter-Diesel stellte sich bald als gute Wahl heraus: Er läuft kultiviert, liefert mit 180 PS Leistung und 400 Newtonmetern Drehmoment ­locker ausreichend Kraft für alle Situationen, und das Fahrwerk – ohnehin eine Stärke von Ford – ist komfortabel abgestimmt, ohne schwammig zu wirken. Drei, vier Stunden am Stück zu fahren, gelang uns quasi ermüdungsfrei, was für die Sitze und generell für die Ergonomie an Bord spricht.

Wer will, kann sich auf der Autobahn von einem adaptiven Tempomaten führen lassen, was sich angesichts der zahlreichen Blechpolizisten in Frankreich positiv aufs Urlaubsbudget auswirkt. Natürlich sind die gängigen Sicherheitssysteme wie Spurhalte- oder Notbremsassistent an Bord, aber nur, sofern man dafür den Aufpreis von 1100 bis 1300 Franken hinblättert. Schade, solche Features sollten serienmässig angeboten werden.

Am Zielort in Biscarosse kommen wir entspannt und mit (noch) gut gefülltem Portemonnaie an – 5,3 Liter verbrauchte der Kuga auf der langen Autobahnfahrt, in der ganzen Testdauer waren es im Schnitt 5,8 Liter. Unser Fazit fällt positiv aus: Auch wenn das Infotainmentsystem und das Doppelkupplungsgetriebe nicht zu den besten zählen und die Serienausstattung grosszügiger sein dürfte, so waren wir im überarbeiteten Kuga doch sehr gerne unterwegs.

Die von uns gefahrene Variante mit 2-Liter-Diesel (180 PS), Allradantrieb und Power-Shift-Getriebe in der Ausstattungs­version Titanium ist ab 38'000 Franken zu haben – das ist ein durchaus angemessener Preis für diesen feinen SUV. (Berner Zeitung)

Erstellt: 31.05.2017, 16:55 Uhr

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