«Der Qashqai steht für Nissans unkonventionelle Philosophie»

Vor fünf Monaten erst hat Cédric Diserens von Citroën zu Nissan gewechselt. «Die Japaner gehen ganz andere Wege», findet der neue Schweiz-Chef. Und ist überzeugt von ihrem Tun.

Für Cédric Diserens spielt der Qashqai auch bei Nissan eine zentrale Rolle.<p class='credit'>(Bild: Nissan)</p>

Für Cédric Diserens spielt der Qashqai auch bei Nissan eine zentrale Rolle.

(Bild: Nissan)

Cédric Diserens, was hat sich für Sie seit Ihrem Wechsel von einem europäischen Autobauer zu Nissan verändert?

Wenn Sie darauf anspielen, dass es für mich ein Kulturschock war, dann muss ich sagen: Nein, das war es nicht. Aber die Japaner reden eine ganz andere Sprache, sie denken nicht geradlinig oder konventionell, sondern sehr dynamisch, sind wagemutig und äusserst kreativ. Von den beiden Kleinsten, dem Micra und dem Note, über den Juke bis hin zum Supersportler GTR bauen sie Autos, die unkonventionell sind, im wörtlichsten Sinn neu und in jedem Fall für jeden Käufer irgendwie aufregend.

Was für ein aufregendes Modell fahren Sie denn?


Bis auf den GTR habe ich schon die ganze Palette ausprobiert. Den Micra überlasse ich gerne meiner Frau. Auch den Qashqai habe ich mir selbstverständlich vorgenommen, hatte bisher aber noch keine Gelegenheit, das neuste Modell zu fahren. Es kommt ja erst im Februar auf den Markt.

Und? Überzeugt vom Konzept?

Ja, in jeder Beziehung. Als der Qashqai 2007 kam, hat wohl kaum jemand ausserhalb von Nissan daran geglaubt, dass das Auto auf Anhieb so ein Erfolg wird. Nissan hat mit dem allerersten Crossover im Kompaktsegment schlicht den Nerv der Zeit getroffen: praktisch, robust, dynamisch, agil und absolut citytauglich – ein Alleskönner in trendiger Form mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. So konnte er seine Spitzenposition im Segment trotz stetig wachsender Konkurrenz fast bis zum Schluss halten.

Der Qashqai als Trendsetter also?

Ganz klar – auch nach innen. Der Crossover steht für mich fast schon exemplarisch für die Philosophie von Nissan, welche die Japaner auf dem europäischen Markt weiter und nachhaltig umsetzen wollen. Ich bin überzeugt, dass auch künftige Modelle Trendsetter sein werden.

Welche zum Beispiel?

In der Pipeline ist ein zweites Modell im Kompaktsegment, eine klassische Limousine zwar, aber in ganz neuem Look. Wir tun das in der Überzeugung, dass wir im volumenstärksten Segment, das über weite Strecken noch immer eine konventionelle Käuferschaft hat, die keinen SUV will, ebenfalls punkten können. Auch wenn die Ausgangslage natürlich weit weniger komfortabel ist als vor sieben Jahren beim der Lancierung des Qashqai.

Und wie steht es mit einer Hybrid-Version? Gerade der Qashqai würde sich von seiner Konzeption her doch sehr gut dafür eignen.

Hybrid ist kein Thema. Mit dem Leaf, dessen Verkaufsvolumen wir in der Schweiz im letzten Jahr von 70 auf immerhin 170 Einheiten steigern konnten, haben wir ja ein reines Elektrofahrzeug im Angebot. Nissan wird den Fokus ansonsten und wohl noch auf längere Sicht auf Verbrennungsmotoren setzen, ihre Effizienz dabei aber weiter markant verbessern. Nehmen wir den Qashqai: Bei der Version von 2007 lag der CO2 je nach Motorisierung noch bei 119 bis 187 Gramm pro Kilometer. Der Neue emittiert jetzt lediglich noch zwischen 99 und 132 Gramm.

Peter Hegetschweiler sprach mit Cédric Diserens, Managing Director Nissan Schweiz.

Tages-Anzeiger

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