Der Pionier bleibt dran

Mit dem ersten Sportage hat Kia vor 22 Jahren das heutige Trendsegment kompakter SUV begründet – eher zufällig. Jetzt legen die Koreaner die vierte Generation auf.

Trendsetter aus Korea: Die Neuauflage des kompakten Kia Sportage gefällt mit seinem sportlichen Design. Fotos: Kia

Trendsetter aus Korea: Die Neuauflage des kompakten Kia Sportage gefällt mit seinem sportlichen Design. Fotos: Kia

Ein künftiger Trendsetter? Darauf hätten 1994 wohl nicht einmal die Koreaner selbst gewettet, als sie ihren ersten Sportage auf den Markt brachten. Vielmehr pries ihn Kia als «höherwertigen Geländewagen » an. Klar doch: Der Begriff Sport Utility Vehicle, kurz SUV, war zu jener Zeit noch gar nicht erfunden. Und hätte auch nicht so richtig zum Auto gepasst, das ursprünglich für militärische Zwecke konzipiert worden war und zudem auf einem Leiterrahmen basierte. Allerdings: Vom Konzept her – 4,34 Meter kurz und dennoch mit viel Innenraum, robust und geländegängig obendrein – waren die Voraussetzungen für den Sportage als SUV-Pionier im Kompaktsegment durchaus schon gegeben.

Diese Rolle spielte er auch in seiner zweiten Generation (ab 2004) in der Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit noch bei weitem nicht. Vielmehr sah sich ein anderes Modell aus Fernost plötzlich als Trendsetter, der Nissan Qashqai. Von 2007 an beherrschte er mit beeindruckenden Erfolgsraten die Szene, weil von A (wie Audi) bis V (wie VW – heute allerdings mit dem Tiguan als Nummer 1) zunächst keiner grosse Lust verspürte, ebenfalls einen kompakten SUV (oder Crossover) ins Spiel zu bringen. Das hat sich inzwischen geändert – und zwar markant. Heute gibt es kaum mehr einen Hersteller, der in diesem boomenden Segment nicht mitmischt, was gleich in doppeltem Sinne für den Kia Sportage spricht. Denn der eigentliche Pionier hat sich über mehr als zwei Jahrzehnte nicht bloss behauptet, sondern sich je länger, je besser verkauft. In Europa ist er Kias Bestseller, weltweit haben die Koreaner allein im vergangenen Jahr 450'000 Sportage abgesetzt.

Trendiger als die Nummer 1

Und jetzt legt Kia nochmals zu. Die Neuauflage, ab sofort im Handel, ist um 4 Zentimeter auf 4,48 Meter gewachsen, dank ebenfalls verlängertem Radstand bietet der Sportage noch mehr Platz und besonders für die Fondpassagiere noch mehr Komfort. Auch das Kofferraum- Volumen ist gewachsen, neu auf 503 Liter. Bei umgeklappter Rückbank sind es fast 1500 Liter. Vom Design her gibt sich der Neue deutlich muskulöser, mit seiner stark konturierten Motorhaube und dem geschärften Kühlergrill, den Kia «Tigernase» nennt, zeigt er sich forsch, fast schon aggressiv. Im Vergleich mit dem Klassenprimus VW Tiguan, in zweiter Generation vor kurzem ebenfalls neu aufgelegt, wirkt der Koreaner eindeutig trendiger.

Einiges hat sich mit dem Generationenwechsel auch im Innern getan. Der Anspruch der Designer, ein Interieur zu bieten, das auf Premium-Niveau liegt, ist durchaus gerechtfertigt. Die verwendeten Materialien wirken edel, von Hartplastik keine Spur mehr. Die Mittelkonsole in Klavierlack hat Kia um 10 Grad geneigt, damit der Fahrer den Touchscreen stets perfekt im Blick hat. Sehr viel lässt sich über ihn allerdings nicht steuern, insgesamt hat Kia 23 Knöpfe und Schalter zusätzlich verbaut, Startknopf immerhin inbegriffen. Das alles sieht zwar spektakulär aus, ist aber nicht sonderlich effizient.

Benziner ab 23'950 Franken

Das Motorenangebot umfasst zwei Benziner und drei Diesel, wobei der Einstiegsbenziner – 1,6-Liter-Vierzylinder mit 132 PS und Frontantrieb – zu einem Preis von 23'950 Franken die deutlich günstigste Variante ist. Da sieht es beim grösseren Bruder, dem 177 PS starken Turbo-Benziner, schon ganz anders aus. Der kommt in der Topversion GT mit serienmässigem Allradantrieb und dem von Kia selbst entwickelten Doppelkupplungsgetriebe auf 42'950 Franken zu stehen.

Bei den Selbstzündern ist der 185 PS starke 2-Liter mit einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern, der in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und als Einziger die 200-km/h-Marke knackt, die Topversion. Michel Rutschmann, Geschäftsführer von Kia Schweiz, geht davon aus, dass es für Safenwil denn auch der Topseller sein wird – trotz einem Preis von mindestens 44'950 Franken. Rutschmann sagt: «Bei Kia ist es wie bei anderen Marken auch: Das Beste verkauft sich bei uns am besten.» Rutschmann rechnet bis Ende Jahr mit 700 Immatrikulationen.

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen Sportage auf Einladung von Kia Schweiz am 26./27. Januar in Spanien.

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