Schritt zwei in Seats SUV-Offensive

Mit einer Produktoffensive verzeichnet Seat im Volkswagen-Konzern auch ­satte Zuwachsraten. Jüngster Neuzugang ist der Arona, der im Wachstumssegment der ­kompakten SUV positioniert ist.

Der Seat Arona ist ein kecker Bursche. Die Möglichkeit des andersfarbigen Dachs schafft neue optische Akzente.

Der Seat Arona ist ein kecker Bursche. Die Möglichkeit des andersfarbigen Dachs schafft neue optische Akzente. Bild: zvg

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Seit rund einem Jahr gehört Seat ebenfalls zu den Protagonisten im SUV-Reigen. Erste Regungen in dieser Beziehung gab es zwar bereits früher mit dem auf robust getrimmten Minivan Altea XL, doch erst der Ateca hatte Seat 2016 zum veritablen SUV-­Mitstreiter werden lassen.

Und die Käufer mögen es. Bis Ende Oktober konnte Seat in der Schweiz 22,7 Prozent mehr Neuzulassungen verzeichnen, einen Marktanteil von 3,8 Prozent erzielen und sich dabei im Markenranking mit dem 9. Rang in den Top Ten festsetzen.

Allerdings geht dieser Zuwachs laut Seat-Markenchefin Sandra Grau nicht allein auf den Ateca zurück, auch der neue Ibiza und die Neuauflage des Leon haben dazu beigetragen: «Mit dem Kombi Leon ST haben wir endlich auch bei Flottenkunden ernsthaftes Interesse geweckt.»

Beeindruckende Ausstattung

In dieser Situation stösst neu der Arona dazu. Der Wagen siedelt sich unterhalb des Ateca an und verkörpert mit 4,14 Metern Länge den Begriff des kompakten SUV erstklassig. Der Arona basiert auf Volkswagens neuer MQB-Plattform A0, die auch der neue Ibiza nutzt.

Sie ermöglicht es der spanischen VW-Tochter, in dieser Wagenklasse bislang sel­tene Ausstattungsmerkmale bereitzustellen, wie Toter-Winkel-Sensor, Müdigkeitserkennung, adaptives Fahrwerk, Multikollisionsbremse, Abstandstempomat und Parklenkassistent mit Ausparkhilfe.

Mit einer markentypischen Designsprache gibt sich der Arona von aussen klar als Seat zu er­kennen. Gewöhnungsbedürftig ist dabei nur die massive C-Säule, hingegen verleiht ihm die Kontrastfarbe beim Dach jugendliche Frische. Letztere ist in zwei der vier Ausstattungslinien Serie, als Option kostet sie mit 460 Franken auch kein Vermögen.

Der Fahrerplatz ist übersichtlich und griffgünstig gestaltet, komfortable und gut stützende Sitze bieten angenehmen Langstreckenkomfort, unterstützen aber auch dynamische Kurvenfahrten. Bemerkenswert ist das Raumangebot im Fond, bei dem sich dank viel Kopf- und Beinfreiheit auch Erwachsene nicht zu beklagen brauchen.

Mit zehn Karosserie- und drei Dachfarben sind laut Seat 68 Farbkombinationen möglich. Dazu kommen vier Ausstattungs­linien, drei Benzin- und zwei Dieselmotoren sowie Ende 2018 ein Erdgasmotor.

In der Schweiz jedoch werden sich die Verkäufe auf ein paar ­wenige Parameter beziehen. So rechnet Seat damit, dass die sportliche FR-Version rund 63 Prozent der Käufe auf sich vereinen wird, gefolgt von 27 Prozent Xcellence-Versionen.

Bei den Motoren ist die Dominanz ähnlich, mit 58 Prozent für den 115-PS-Benziner und 30 Prozent für den 150-PS-Benziner. Eher untypisch ist dabei, dass der Topmotor nur an zweiter Stelle steht, doch das hat mit dem geänderten Komfortbedürfnis der Seat-Kunden zu tun.

Sandra Grau: «Wir stellten bereits beim neuen Ibiza eine viel bessere Akzeptanz beim Doppelkupplungsgetriebe fest.» Und die DSG-Automatik ist lediglich beim 115-PS-Benziner erhältlich.

Der Basispreis liegt bei 18'950 Franken, die Preise des komfortbetonten Xcellence starten jedoch bei 26'150 und die des sportlichen FR bei 27'150 Franken. Zum Ausstattungsumfang der oberen Modelle zählen Müdigkeitserkennung,

Multimediasystem mit 8 Zoll grossem Touchscreen, Bluetooth-Freisprech, Seat-Fulllink (Apple Carplay, Android Auto, Mirrorlink) und DAB+-Radio. Lediglich die Navigation mit der Connectivity-Box (integrierte SIM-Karte) kostet zusätzlich, wie auch die eine oder andere Fahrerassistenzlösung wie Abstandstempomat, Einparkhilfe oder Toter-Winkel-Sensor.

Angenehm im Fahralltag

Mit gutem Federungskomfort und gleichwohl kurvenhungrigem Lenkverhalten bietet der Arona eine erfrischende Charakter­kombination. Der Topmotor ist übrigens ein neuer 1,5-Liter-4-Zylinder, der mit 150 PS nicht bloss spurtfreudig agiert, sondern auch eine im Fahralltag ange­nehme Elastizität und Durchzugskraft bietet.

Nicht ganz so souverän kann dies der 115-PS-3-Zylinder, denn der kleinere Hubraum und die Minderleistung wirken sich zwangsläufig ­etwas dämpfend aufs Temperament aus.

Mit dem Arona dürfte sich der deutliche Aufwärtstrend bei Seat weiter fortsetzen. «Bis 2020 kommen bei Seat drei weitere neue Modelle und drei Generationenwechsel dazu», sagt Markenchefin Sandra Grau.

Und diese Erweiterung der Produktepalette werde automatisch auch ein breiteres Kundensegment ansprechen. «Das wird uns helfen, uns in den Schweizer Top Ten zu behaupten und zugleich unser Profil zu schärfen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.12.2017, 08:55 Uhr

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