Kult und Kommerz

Nissan presents: Den Qashqai 1.6 DIG-T mit 163 PS und den Juke Nismo RS mit 218 PS. Das Schweizer Publikum dürfte davon angetan sein.

Sportliches Duo: Der Nissan Qashqai (links) steht jetzt mit 163 PS am Start, der Juke Nismo RS gar mit 218 PS. Foto: Nissan

Sportliches Duo: Der Nissan Qashqai (links) steht jetzt mit 163 PS am Start, der Juke Nismo RS gar mit 218 PS. Foto: Nissan

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Was wurde gelächelt, was wurde sogar gelacht. Gelächelt, als Nissan 2007 eine Mischung aus Kompakt- und Geländewagen lancierte; gelacht, als 2010 ein kleines, von Manga-Comics inspiriertes Etwas auf den Plan trat. Doch das Publikum verstand die beiden Crossover-Modelle nicht als Witz. Ehe die Konkurrenz fertig gelacht hatte, war aus dem Qashqai ein 2-Millionen-Seller und aus dem Juke eine Kultfigur geworden. Über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten – wer weiss das besser als wir, die aus dem Land von DJ Bobo kommen? 2014 verkaufte sich der Kompakt-SUV in der Schweiz 2724-Mal und damit besser als Mitbewerber wie der Skoda Yeti oder der Mazda CX-5; sein skurriler kleiner Bruder wurde mit 1305 Einheiten zum zweitbeliebtesten Nissan-Modell, und der Erfolg könnte ihnen künftig noch mehr recht geben: Der Qashqai erhält eine neue Topversion mit 163 PS, während der Juke Nismo zum RS befördert wurde. Das Schweizer Publikum liebt solche Zugaben.

In 9,1 Sekunden auf Tempo 100

Zuerst einmal Bühne frei für den «schnellsten Qashqai aller Zeiten», der ab 32'140 Franken in der Preisliste steht. Sein Auftritt ist keine Überraschung – das Design entspricht der zweiten Modellgeneration mit stark modellierter Aussenhaut und angenehm schlichtem Interieur. Doch sein Antritt ist stark. Lag die Betonung bei diesem 4,4-Meter- SUV bislang auf dem mittleren Wort von «Sports Utility Vehicle», darf man sich jetzt auch trauen, das erste auszusprechen.

Das maximale Drehmoment von 240 Nm liegt bei 2000 Umdrehungen an; ohne spürbares Turboloch beschleunigt der elastische 4-Zylinder den Fronttriebler in 9,1 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 200 km/h. Damit übertrifft er den 125-PS-Benziner um fast 2 Sekunden und 15 km/h. Und klar bleibt die Lenkung lässig und die Federung rückenfreundlich – so ernst ist das «Sports» dann doch nicht zu nehmen.

Aber es hilft schon mal, gelassen überholen und auch auf der deutschen Autobahn die linke Spur benutzen zu dürfen. Applaus gibt es zudem für den Normverbrauch: Dank Start-Stopp-Automatik und einem regenerativen Bremssystem kommt der Euro-6-Motor je nach Bereifung auf einen Verbrauch von 5,8 bis 6,0 Liter. Der kleinere Benziner fordert nur 0,2 Liter weniger.

Juke mit Rennsportcharakter

Szenenwechsel zum Juke, der – gerade als Nismo RS – eher die Rolle des Bösewichts denn Everybody’s Darling verkörpert. Die tieferen Stossfänger, die modifizierten Seitenschweller und der Dachspoiler seien nicht nur Show, versichert Nissan: «Der Zusatz RS verrät, dass den Nismo-Ingenieuren besonders die Weiterentwicklung des Rennsportcharakters am Herzen lag.»

So dienen die Änderungen an der Karosserie einem reduzierten Auftrieb, hinter den Kulissen wurde zudem an Torsionssteifigkeit, Federung, Lenkung sowie Bremsen gearbeitet. Mehr noch: Die Leistung des bekannten 1,6-Liter-Turbobenziners beträgt dank einem Chiptuning nun 218 statt 200 PS, das Drehmoment wurde um 30 auf 280 Nm erhöht und der 0-auf-100-Sprintwert von 7,8 auf 7 Sekunden gesenkt.

Und der Unterhaltungswert ist hoch. Tolles Handling, prima Seitenhalt in den optionalen Recaro-Schalensitzen – verständlich, wenn sich hierzulande auch weiterhin 13 Prozent aller Juke-Käufer für den Nismo entscheiden. Nur in einer Sache muss das Schweizer Publikum hinterfragt werden. Die Wahl fällt gerne auf die Allradversion, die an eine stufenlose Automatik gekoppelt ist und nicht nur subjektiv weniger RS-Feeling als der handgeschaltete Fronttriebler vermittelt: Die Leistung beträgt 2 PS weniger, das Drehmoment bleibt bei 250Nm, und bis Tempo 100 vergeht eine Sekunde mehr, ganz zu schweigen vom dröhnenden Motorensound. Insofern könnte über Geschmack doch noch gestritten werden.

Unbestritten ist nur, dass Nissan bezahlbare Motorsporttechnik anbietet. In der Basisversion kostet der Spass mit dem Juke RS 35'400 Franken – da hat die Konkurrenz sicher schon besser gelacht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.02.2015, 18:04 Uhr

Nissan Qashqai 1.6 DIG-T

Modell: 5-türiger Kompakt-SUV mit 5 Plätzen.
Masse: Länge 4377 mm, Breite 1806 mm, Höhe 1590 mm, Radstand 2646 mm.
Kofferraum: 430 bis 1585 Liter.
Motor: 1,6-Liter-4-Zylinder-Turbo mit 163 PS (120 kW).
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 9,1 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 200 km/h.
Verbrauch: 5,8 bis 6,0 Liter auf 100 Kilometer.
CO2-Ausstoss: 134 bis 138 Gramm/Kilometer.
Markteinführung: Sofort. Preise: ab 32'140 Franken.

Nissan Juke Nismo RS

Modell: 5-türiger Kompakt-SUV mit 5 Plätzen.
Masse: Länge 4165 mm, Breite 1770 mm, Höhe 1565 mm, Radstand 2530 mm.
Kofferraum: 354 bis 797 Liter.
Motor: 1,6-Liter-4-Zylinder mit 214–218 PS.
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 7/8 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 200/220 km/h.
Verbrauch: 7,2 bis 7,4 Liter auf 100 Kilometer.
CO2-Ausstoss: 165 bis 169 Gramm/Kilometer.
Markteinführung: Sofort.
Preise: ab 35'400 Franken.
Info: www.nissan.ch

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