Ein BMW für SUV-Einsteiger

Die Bayern erweitern 2018 ihr SUV-Angebot um zwei neue Modellreihen. Ab März buhlt der trendige X2 vor allem um junge Kunden, Ende Jahr folgt der X7.

Obwohl der X2 sich die Technik mit dem X1 teilt, wirkt er optisch eine Spur moderner als sein Pendant. Foto: Fabian Kirchbauer

Obwohl der X2 sich die Technik mit dem X1 teilt, wirkt er optisch eine Spur moderner als sein Pendant. Foto: Fabian Kirchbauer

SUV sells! Das weiss auch BMW und bietet ein entsprechend umfangreiches Angebot: X1, X3, X4, X5 und X6 sind längst etabliert, ab März sollen der X2 und gegen Ende Jahr der riesige X7 das ­Line-up noch erweitern. Das ergibt Sinn, denn die X-Baureihen machen rund 34 Prozent aller BMW-Verkäufe aus. Und noch ist kein Ende des SUV-Hypes in Sicht. Die ungeraden Zahlen stehen übrigens für reine SUV (Sport Utility Vehicle), die geraden für SUV-Coupés, die bei BMW aber SAV heissen – also Sport Activity Vehicle. Der X2 ist also die etwas sportlichere Variante des beliebten X1 und fügt sich nahtlos in die X-Reihe ein.

Die erste Begegnung mit dem neuen X2 in Lissabon erstaunt: Obwohl sich der neueste Spross der X-Familie die gesamte Technik – also alles unter dem Blech und hinter den edel verkleideten Abdeckungen im Innenraum – mit dem X1 teilt, unterscheidet er sich optisch überraschend klar von seinem bekannten und bewährten Pendant. Der X2 wirkt dank der neu interpretierten klassischen BMW-Niere und den schmäleren Scheinwerfern angriffiger, mit seinem um sieben Zentimeter flacheren Greenhouse sportlicher und mit seiner L-förmigen Lichtsignatur am Heck eine Spur moderner als der X1. Und das ist immerhin das meistverkaufte BMW-Modell überhaupt.

Motorisierung vom X1

Besonders auffallend sind die leicht eckig geformten, sanft nach vorn geneigten Radhäuser. Auf den ersten Blick irritieren sie, aus Sicht der Designer erzeugen sie Dynamik bereits im Stand. Oder laut Adrian van Hooydonk, Leiter BMW Group Design: «Der X2 ist ein Ausdruck von moderner und extrovertierter Fahrzeugdynamik, er bietet eine neue, frische Facette im Kompaktsegment.» Je nach Ausstattung – neben dem Basismodell stehen die Varianten M-Sport sowie M-Sport X zur Wahl – unterscheidet sich der X2 gestalterisch und farblich an Front- und Heckschürze, an den Schwellern, an den Radhäusern und Felgen. Die Sportvarianten sind ausserdem mit Sportfahrwerk und einer entsprechend tiefergelegten Karosserie versehen – das sieht zwar gut aus, dafür büsst man je nach Situation ein wenig Komfort ein.

Angetrieben wird der 4,36 Meter lange X2 von den aus dem X1 bekannten Motoren. Zum Marktstart sind drei 2-Liter-Vierzylinder erhältlich, alle mit Twin-Turbo-Aufladung: ein Benziner mit 192 PS sowie zwei Diesel mit 190 oder 231 PS, Letztere mit Allradantrieb. Später werden ein Dreizylinder-Benziner mit 140 PS, ein Diesel mit 150 PS sowie die allradgetriebene Variante des Topbenziners folgen. Geschaltet wird je nach Version automatisch mit sieben oder acht Schaltstufen (Doppelkupplung) oder manuell mit sechs Gängen.

Die ersten Fahreindrücke mit dem xDrive 20d M-Sport X an Portugals Atlantikküste sind so, wie man es von BMW erwartet: Der X2 ist ein Auto, das man um des Fahrens willen fahren will – mit direkter, aber gefühlvoller Lenkung, einem dynamischen Set-up und einem ausgewogenen Fahrverhalten. Eine perfekte Sitzposition, gute Ergonomie im Cockpit, feine Materialien und die hochwertige Verarbeitung gehören bei BMW dazu. Positiv aufgefallen ist auch der gut zugängliche Kofferraum, der mit einem Fassungsvermögen von 470 bis 1355 Litern mehr Platz bietet, als man es von aussen vermutet. Nicht ideal ist die ­eingeschränkte Sicht nach hinten und nach schräg hinten – ein Tribut an das coupéhafte Design mit flacher, nach hinten abfallender Dachlinie. Doch Kameras, Sensoren und damit verbundene Assistenzsysteme kompensieren dieses Manko.

Konkurrenz muss sich vorsehen

Der neue X2 wird seinen technisch identischen Bruder zwar kaum vom Thron als globaler BMW-Bestseller stossen, aber ein jüngeres Publikum begeistern. Denn der kleinste BMW-SAV hat alles, was es dazu braucht: den beliebten SUV-Look, gute Platzverhältnisse, ein komfortables und trotzdem dynamisches Fahrverhalten und eine ordentliche Portion Hightech obendrauf. Damit spricht er eine Käuferschaft an, die sonst keinen SUV kaufen würde. Das verspricht nicht nur gute Stückzahlen, sondern auch «Eroberungen» bei anderen Marken.

Los geht es im März mit den drei stärksten Motoren zu Preisen ab 47'400 Franken (X2 sDrive 20i) bis 52 200 Franken (X2 xDrive 25d). Wann der kleine Dreizylinder-Benziner und die weiteren Motorisierungen folgen, ist vorerst noch unbekannt.

Dave Schneider fuhr den X2 auf Einladung von BMW Schweiz in Portugal.

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