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Auch Langenthal muss wartenAuszeit oder Training?

Der Swiss-League-Halbfinal Kloten – Langenthal beginnt frühestens in zwei Wochen. Für den SCL-Geschäftsführer Peter Zulauf ist der Entscheid richtig.

Sicher nicht mehr erwünscht. Geisterspiele wie am letzten Freitag zwischen Olten und Langenthal.
Sicher nicht mehr erwünscht. Geisterspiele wie am letzten Freitag zwischen Olten und Langenthal.
Foto: Leroy Ryser

Stefan Tschannen, Captain des SC Langenthal, ist im ersten Moment ratlos: «Eigentlich weiss ich gar nicht, was wir jetzt bis zum 17. März tun sollen. Ständig Vollgas trainieren? Oder sollten wir uns eine Auszeit gönnen? Etwas als Team gemeinsam unternehmen? Ich weiss es nicht.» Die Situation sei tatsächlich eher schwierig und sowieso neu. Immerhin seien auch die anderen Teams in der gleichen Zwickmühle, weshalb das Meisterrennen dadurch nicht entschieden wird. Sowieso liegt die Sorge aber an einem anderen Ort: «Ich glaube nicht, dass sich viel verändern wird in diesen zwei Wochen. Deshalb habe ich ein eher schlechtes Gefühl. Wir müssen sogar damit rechnen, dass wir in dieser Saison nicht mehr Eishockey spielen werden.» Immerhin eines scheint nach der Ligaversammlung klar: Geisterspiele soll es keine mehr geben, das wollten vor allem die Clubs nicht. Auch deshalb wird wegen des Coronavirus die Fortsetzung des Saison vorerst aufgeschoben, der erste Halbfinal in Kloten wird frühestens an jenem erwähnten 17. März ausgetragen. Gespielt würde anschliessend im Zweitagesrhythmus, wie ursprünglich geplant im Modus «Best-of-7».

Sport lebt von Emotionen

Für Peter Zulauf, Vorsitzender der Geschäftsleitung beim SC Langenthal, ist dies der richtige Entscheid. «Ich bin froh, dass wir uns gegen weitere Geisterspiele entschieden haben. Damit hätten wir unserem Produkt, unserem Sport, nur geschadet», sagt er. Eishockey lebe von Emotionen, und diese werden vor allem von den Fans geschürt. «Hektische Momente, Über- und Unterzahl – davon lebt dieser Sport. Ohne Zuschauer ist er aber emotionslos.» Das habe man am Wochenende eindeutig gesehen. Zudem würden die Clubs auch finanzielle Schäden davontragen, sollten weitere Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit folgen. Dies gilt auch für den SC Langenthal. «Ich denke, dass wir es nicht abschätzen können, wie es weitergeht und wie sich die Situation in der Schweiz verändert. Deshalb ist dieser Aufschub und die schrittweise Entscheidungsfindung der richtige Weg», so Zulauf weiter. Eines sei für ihn aber klar: «Wir wollen Eishockey spielen. Wir dürfen den Halbfinal austragen und wollen diesen auch spielen.» Entsprechend hoffe er, dass die Saison fortgeführt wird und auch in der Swiss League ein Meister gefunden werden kann.

Absage wäre bitter

Auch für Stefan Tschannen ist klar: Eine Absage der Saison wäre nach dem Viertelfinalsieg in nur fünf Spielen über den EHC Olten «sehr bitter», auf Geisterspiele würde aber auch er lieber verzichten. «Wenn das Veranstaltungsverbot bestehen bleibt, sieht es wahrscheinlich schlecht aus. Sowieso können wir aber nur abwarten und schauen, wofür sich der Bundesrat entscheidet», sagt der SCL-Captain. Bald werde man sich deshalb auf die Halbfinals vorbereiten, etwas anderes bleibe gar nicht übrig. Die Hoffnung aber bleibe, dass die Saison immerhin fortgesetzt wird. Denn vorerst darf Langenthal noch weiter mit einer Titelverteidigung liebäugeln.