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Die magische Zahl 270

Im US-Wahlkampf schlägt die Stunde der Strategen und Statistiker: Die Berechnungen, wer im Wettbewerb um die Wahlmännerstimmen vorne liegt, laufen auf Hochtouren.

Wenn Obama Florida gewinnt, wird es für ihn sehr knapp: Mitt Romney betrachtet Darstellungen des Resultats der republikanischen Vorwahlen in Florida. (31. Januar 2012)
Wenn Obama Florida gewinnt, wird es für ihn sehr knapp: Mitt Romney betrachtet Darstellungen des Resultats der republikanischen Vorwahlen in Florida. (31. Januar 2012)
Reuters

Die Magische Zahl ist 270 – so viele Stimmen braucht ein Kandidat, um das Rennen um das Weisse Haus für sich zu entschieden. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP kann Amtsinhaber Barack Obama angesichts der Mehrheitsverhältnisse in den Staaten bereits 237 Stimmen sicher auf seiner Seite wähnen, Mitt Romney kommt demnach zunächst nur auf 191. Entsprechend muss der Amtsinhaber 33 weitere Stimmen gewinnen, sein Rivale braucht 79 zum Sieg.

Experten zerbrechen sich nun den Kopf, wer welche Staaten verlieren darf oder gewinnen muss, um als erster ins Ziel zu gehen. Wie so oft wird am 6. November die Welt gebannt auf die Staaten Ohio und Florida blicken, die beiden wichtigsten Swing States, in denen der Ausgang höchst ungewiss ist. In Ohio sind 18 Wahlmännerstimmen zu holen, im «Sonnenscheinstaat» sogar 29.

Florida für Obama Gold wert

Für Romney wird entscheidend sein, was in diesen beiden Staaten passieren wird. Gewinnt Obama Florida, müsste nach einem Szenario der AP der Republikaner in allen anderen acht Swing States siegreich sein, um die Wahl für sich zu entscheiden.

Sollte Romney die Wähler in Florida aber von sich überzeugen, dafür jedoch Ohio verlieren, würden dem Präsidenten nur 15 Stimmen für eine zweite Amtszeit fehlen. Siege in Nevada und Wisconsin, wo Obama nach Umfragen leicht vorne liegt, könnten ihm dann zusammen 16 Stimmen bringen und damit den Sieg.

Colorado als Zünglein an der Waage?

Der US-Fernsehsender NBC rechnet ein wenig anders – und mutmasst, Colorado könnte zum Zünglein an der Waage werden. Demnach kann Romney bereits auf 206 Stimmen sicher zählen. Allerdings könnte er nach dem NBC-Szenario selbst dann die Wahl verlieren, sollte er Florida, Ohio und Virginia gewinnen und damit jene Swing States, auf die sich alle Aufmerksamkeit richtet.

In diesem Fall käme Romney nur auf 266. Aber auch für Obama würde es nicht reichen, könnte er im Gegenzug die Wackelkandidaten Nevada, New Hampshire, Wisconsin und Iowa für sich verbuchen. Dann käme der Amtsinhaber nur auf 263 Stimmen. Die neun Zähler, die Colorado zu bieten hat, würden dann für beide zum alles entscheidenden Faktor werden.

Kurios wäre das Ergebnis der Wahl, sollte es ein 269 zu 269 Unentschieden geben. Dann dürfte das Repräsentantenhaus bestimmen, wer Präsident wird. Da das Abgeordnetenhaus derzeit in der Hand der Republikaner ist, würden sie sich wohl für Mitt Romney entscheiden.

Der Senat, im Moment von den Demokraten beherrscht, darf wiederum den Vizepräsidenten bestimmen. Was eine zweite Amtszeit für Joe Biden bedeuten würde – an der Seite eines republikanischen Chefs. Doch gilt ein solcher Ausgang als eher unwahrscheinlich.

SDA/rub

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