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Chris Christie stimmt nicht für Barack Obama

Der Gouverneur von New Jersey will trotz lobenden Worten für Barack Obama den Herausforderer Romney unterstützen. Im Staat New York kommen Zelte als Wahllokale zum Einsatz. Obama und Romney geben nochmals alles.

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Kann nicht mehr länger auf seine Unterstützung zählen: Präsident Barack Obama (rechts) mit Gouverneur Chris Christie. (Archivbild)
Kann nicht mehr länger auf seine Unterstützung zählen: Präsident Barack Obama (rechts) mit Gouverneur Chris Christie. (Archivbild)
Reuters

Der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, hat in einem Interview erneut das Krisenmanagement von US-Präsident Barack Obama nach dem Supersturm Sandy gelobt. Dennoch werde er bei der Wahl am Dienstag für seinen republikanischen Parteifreund Mitt Romney stimmen, sagte Christie gestern in New Jersey dem israelischen Fernsehsender Kanal 2. Wenn aber der Präsident in seinen Staat komme, um den Leuten zu helfen, «dann werde ich gute Dinge über ihn sagen, weil er es verdient hat.»

Christie ist einer der prominentesten Unterstützer Romneys innerhalb der Partei. Beim Parteitag der Republikaner, auf dem Romney offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert worden war, hielt er die Grundsatzrede. Nach den grossen Zerstörungen durch Sandy an der Küste von New Jersey hatten Christie und Obama gemeinsam die Schäden begutachtet und über die Bemühungen für den Wiederaufbau diskutiert.

Endspurt

US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney haben gestern weiter intensiv um die Wählergunst in den entscheidenden Schlüsselstaaten geworben. Zwei Tage vor der Wahl absolvierten die Kontrahenten jeweils Kundgebungen in fünf Bundesstaaten und legten dafür mehrere tausend Kilometer zurück. Etappen waren unter anderen die Swing States Ohio, New Hampshire, Florida, Colorado und Iowa, in denen ein besonders knapper Ausgang der Wahl erwartet wird.

«Noch zwei Tage und dann machen wir uns an die Arbeit», rief Romney vor rund 4000 Anhängern in Des Moines (Iowa). Obama glaube, dass die Lösung in «mehr Staat» bestehe. Tatsächlich aber bestehe die Lösung in mehr guten Jobs. In Cleveland (Ohio) sagte Romney später, erstmals seit vier Jahren würden die Unternehmer des Landes wieder wissen können, «dass der Präsident der Vereinigten Staaten sie liebt». Zu den Aussichten Obamas auf eine Wiederwahl sagte Romney: «Das ist möglich, aber wenig wahrscheinlich.»

Obama begann seine Wahlkampftour gestern Morgen in New Hampshire. Es seien viele Fortschritte in den vergangenen vier Jahren gemacht worden, sagte der Amtsinhaber. «Solange aber auch nur ein Amerikaner, der Beschäftigung sucht, keine finden kann, ist unsere Arbeit noch nicht beendet», sagte Obama. Nun liege es an den Wählern, über die Weichenstellungen für die kommenden Jahrzehnte zu entscheiden.

Zelte diene als Wahllokale

Mit dem Einsatz von Generatoren und der Verlegung von Wahllokalen haben die Behörden in den von Supersturm Sandy am schwersten getroffenen Gebieten der USA versucht, einen reibungslosen Ablauf der US-Wahl am Dienstag sicherzustellen. Sowohl in New Jersey als auch in New York zeigten sich Vertreter der Wahlbehörde gestern vorsichtig zuversichtlich, dass es zu keinen grösseren Problemen kommen wird. Allerdings war unklar, inwieweit sich die anhaltenden Stromausfälle und die Zerstörungen auf die Wahlbeteiligung auswirken werden.

In New York City müssten 59 der 1256 Wahllokale verlegt oder geschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Behörde in New York. Vor allem betreffe das Gebäude in den Stadtteilen Queens und Brooklyn, die zu Notunterkünften umfunktioniert worden sind. Teilweise sollten Zelte aufgebaut werden, die als Wahllokale dienen sollen. Auch die Einrichtung von Shuttle-Bussen zu Wahllokalen war geplant.

Beschwerden in Florida

Im US-Bundesstaat Florida gibt es bereits vor der Präsidentschaftswahl am Dienstag wieder Beschwerden über die Organisation der Abstimmung. Die dortige Demokratische Partei erstattete gestern Anzeige, weil zahlreiche Wähler ihre Stimme nicht abgeben konnten, obwohl die Behörden diese Möglichkeit eigens angekündigt hatten

Gouverneur Rick Scott, ein Parteifreund des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, hatte die Termine für eine vorzeitige Stimmabgabe eingeschränkt. Im Gegenzug sollte es am Sonntagnachmittag im südlichen Bezirk Miami-Dade vier Stunden lang möglich sein, persönlich per Briefwahl abzustimmen. Tatsächlich war das Wahllokal aber nur knapp eine Stunde geöffnet, weil es mit dem grossen Andrang überfordert war.

Nach Angaben der Zeitung «Miami Herald» protestierten rund 200 Menschen vor dem Wahllokal und riefen «Wir wollen wählen! Lasst uns wählen!». «Das ist Amerika, nicht ein Land der Dritten Welt», sagte Myrna Peralta der Zeitung. Sie habe zwei Stunden vergeblich vor dem Wahllokal gewartet und sei dann weggeschickt worden.

Der Vorgang weckt Erinnerungen an das Florida-Debakel bei der umstrittenen US-Präsidentschaftswahl 2000, aus der schliesslich der Republikaner George W. Bush als Sieger hervorgegangen war. Damals hatten fehlerhafte Lochkarten und veraltete Lesegeräte eine Neuauszählung der Stimmzettel in dem entscheidenden Swing State erforderlich gemacht. Zwar wurde seither einiges modernisiert, doch gehen Experten davon aus, dass das System nach wie vor fehleranfällig ist.

Promis unterstützten Präsident Obama

Die prominenten Unterstützer von Präsident Barack Obama haben kurz vor der US-Wahl am Dienstag eine letzte Werbeoffensive für den Amtsinhaber gestartet. Das Wahlkampfteam des Präsidenten veröffentlichte eine Liste mit den Namen von 181 Schauspielern, Musikern, Sportlern und Politikern, die mit Auftritten im Fernsehen, Radio und bei Wahlkampfveranstaltungen versuchen, das extrem knappe Rennen um die Präsidentschaft zugunsten Obamas zu entscheiden.

Schauspieler wie Samuel L. Jackson, Anne Hathaway und Scarlett Johansson gaben den 40 grössten Radiostationen des Landes Interviews. Stevie Wonder spielte am Samstag ein unangekündigtes Konzert für die vorzeitigen Wähler, die vor einem Wahllokal in Cleveland Schlange standen. Musiker John Legend und Schauspieler Laurence Fishburne besuchten Kirchen im Swing State Ohio, um die Menschen dort zum Wählen zu motivieren. Heute soll ausserdem Rocker Bruce Springsteen gemeinsam mit Obama bei einer Wahlkampfveranstaltung auftreten.

(AFP/dapd)

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