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«Jemand muss den Job machen»

Der Anwalt des Attentäters von Oslo und Utöya sieht in seiner Arbeit einen Beitrag zum Schutz der Demokratie. Aus diesem Grund habe er das Mandat zur Verteidigung von Breivik angenommen – freiwillig.

Erklärte an der Pressekonferenz, weshalb er das Mandat übernommen hat: Breiviks Anwalt Geir Lippestad.
Erklärte an der Pressekonferenz, weshalb er das Mandat übernommen hat: Breiviks Anwalt Geir Lippestad.
Reuters

Er verteidigt den Attentäter von Oslo und Utöya - jenen Mann, der mindestens 76 Menschen aus dem Leben riss. Anders Behring Breiviks Anwalt äusserte sich bei einer Pressekonferenz erstmals zu den Gründen, die ihn dazu bewogen, den Job anzunehmen.

Die Tragödie habe aus seiner Sicht umso deutlicher gemacht, dass demokratische Traditionen geschützt werden müssen, erklärte der Jurist Geir Lippestad bei seiner ersten Pressekonferenz. Und darunter falle auch das Recht auf einen Verteidiger.

Er rang zehn bis zwölf Stunden mit der Verteidigung

Ganz so einfach machte es sich Lippestad jedoch offenbar auch nicht. Er habe zehn oder zwölf Stunden über den Fall Breivik nachgedacht, bevor er schliesslich zugesagt habe, erklärte er.

«Meine erste Reaktion war natürlich, dass das zu schwierig ist, aber ich setzte mich dann mit meiner Familie, Freunden und Kollegen zusammen. Und wir entschieden, dass es an der Zeit ist, an die Demokratie zu denken», sagte er. «Schliesslich muss jemand diesen Job machen, wie die Polizei und die Richter auch.»

Offenbar vertrat er auch schon Neonazis

Dass Breiviks Wahl überhaupt auf ihn gefallen sei, könne er sich nicht erklären, sagte Lippestad später der Nachrichtenagentur AP. So ist er kurioserweise Mitglied der norwegischen Arbeiterpartei, also jener Partei, die in Breiviks Augen mit ihrer Förderung einer multikulturellen Gesellschaft Verrat an der norwegischen Kultur beging. Ob dem Verdächtigen seine Parteizugehörigkeit bewusst sei, wisse er allerdings nicht, sagte Lippestad, der laut norwegischen Medienberichten in der Vergangenheit Neo-Nazis vertreten hat.

«Meine Aufgabe ist es nicht, mich mit ihm anzufreunden», erklärte Lippestad. «Er wird einen gerechten Prozess bekommen und es ist meine Aufgabe, das sicherzustellen.»

dapd/miw

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